Zeitzeugen berichten

Alfred Eiber Polizeihauptmeister bei der Grenzpolizeiinspektion Hof

Themen

Bayernbilder

Zeiträume

Bayern im vereinten Deutschland (1990 - 2025)

Signatur
zz-1422.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Alfred Eiber sein Bild von Bayern und die Wirkung des Landes und seiner Kultur auf Außenstehende.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Alfred Eiber, aufgenommen am 22.07.2011 in Hof, über seine Jugendzeit, seinen Einsatz beim Bundesgrenzschutz an der innerdeutschen Grenze, Grenzüberwachung, Fluchtversuche, den Kontakt zu DDR-Grenztruppen, den Schießbefehl und die Öffnung der Grenze 1989.

Biogramm

Alfred Eiber (geb. 1937) kam 1957 zur Grenzschutzabteilung an die innerdeutsche Demarkationslinie nach Hof. Später war Herr Eiber als Polizeihauptmeister bei der Grenzpolizeiinspektion Hof für den Abschnitt im Dreiländereck Bayern, Sachsen und Tschechien zuständig. Als „Sachbearbeiter Grenze“ hielt er die Perfektionierung der innerdeutschen Grenze von Minen über Selbstschuss-Apparate bis hin zu Signalzäunen ebenso akribisch fest wie die spektakulärsten Fluchtversuche. Alfred Eiber kannte die Schlüsselfiguren auf der Gegenseite bis hin zu den DDR-Grenzaufklärern. Nach der Wende wurde die Grenzpolizei in die bayerische Landespolizei überführt. Polizeihauptmeister a.D. Alfred Eiber ist heute ein wandelndes Lexikon in Sachen deutsch-deutsche Grenze.

GND: 1066940215

Inhalte

Geboren 1936 in Wunsiedel – Erleben des Krieges – Vater zur Bayerischen Grenzpolizei 1946 – 1955 selbst zum Bundesgrenzschutz – 1957 zur Grenzschutzabteilung in Hof – Grenzstreife – viele Flüchtlinge zu Beginn – Probleme mit russischen Kampftruppen – 15 Tote in den 1940er Jahren – 1952 Sperrgebiet entlang der gesamten Grenze – Massenflucht der DDR-Bürger in den 1950er Jahren – Mauerbau 1961 – Minengürtel – trotzdem weiter viele Fluchtversuche – Verschleppungen durch Russen in den 1940er Jahren – Zwangsevakuierung aus dem Sperrgebiet 1952 – Abriss von Gebäuden und ganzen Ortschaften – Grenzpolizisten kamen aus der Region – gutes Verhältnis zu amerikanischen Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern – Hubschrauberflüge zur Kontrolle der Sicherheitsvorkehrungen – Bau des Metallgitterzauns 1972 – Zaunminen SM-70 – schwere Mängel – Bau des Grenzsignalzauns 1983 – Verstärkung der Grenztruppen und der Grenzüberwachung – Volkspolizei kontrollierte 5 Kilometer-Streifen – sensationelle Flucht mit Heißluftballon 1979 – Ortschaften unmittelbar bei der Grenze – Sprengstoffflucht: Bauer erpresste Grenzübergang durch Drohung mit Sprengstoffanschlag – Luftkampf zwischen Sportmaschine und russischen Hubschraubern – Flucht durch Abwasserrohr – zwei Familien flüchteten mit Heißluftballon, erste Flucht scheiterte, zweite Flucht glückte – keine Eingriffsmöglichkeit durch westliche Grenztruppen – Westbürger rettete Flüchtenden aus der Saale – Markierung der „Landesgrenze“ – Abgeschobene DDR-Bürger – geteilte Ortschaft Mödlareuth – prominente Besucher – Grenzführungen – kaum Kontakt zu Grenzaufklärern – Bespitzelung von Volkspolizisten durch Kollegen – Enttarnung von MfS-Spionen – viele DDR-Spione in den Westen eingeschleust, auch in hohe Positionen – Kontakt zu einzelnen Grenzaufklärern über Telefon – langsame Annäherung – Dokumentation von Neuerungen an der Grenze – schwere wirtschaftliche Schäden durch die Grenze – mäßige Teilnahme am „kleinen Grenzverkehr“ – Aprilscherz mit bayerischem Grenzer in DDR-Uniform – Schießbefehl war ernst – Flucht von Grenzsoldaten – Motive der Flüchtlinge – keine Informationen über Grenzanlagen für Flüchtlinge – keine Karten vom Grenzbereich – Haken und Steigeisen als Kletterhilfen – keine Minen in Ortschaften – Grenzöffnung in Ungarn 1989 – Flüchtlingszüge aus Prag – Öffnung der Grenzübergänge – Massenübertritte – Passkontrollen – 80.000-120.000 DDR-Bürger täglich in Hof – Grenztruppen hatten weiterhin sozialistische Einstellung – 1990 Aufhebung der Grenze – Mentalitätsprobleme – innere Einheit schwierig zu erreichen – Wende als friedliche Revolution – ungewisse Zukunft der DDR-Polizei und Grenztruppe – Überführung der Grenzpolizei in Landespolizei – „blühende Landschaften“ – hohe Erwartungen der DDR-Bürger – große Leistungen der Grenzpolizei – Kontrollen der LKW – keine Möglichkeit gegen Bespitzelungen des MfS – Zunahme der Flüchtlingszahlen zur Wende – Bayern als "bestes" Bundesland – persönliche Werbung für Bayern im Ausland – Bewusstsein zwischen Franken und Oberbayern.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
22.07.2011
Sprache:
deutsch