Zeitzeugen berichten

Bayern-Böhmen Fritz Veits // Grenzpolizist (Stationsleiter)

Signatur: zz-1147.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Fritz Veits, geführt am 29.03.2006 in Philippsreut, im Rahmen des Projekts: Bayern-Böhmen, über Vertreibung, das Leben an der Grenze und den Dienst bei der Grenzpolizei in Philippsreut.

Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Fritz Veits die Grenzsperranlagen an der tschechisch-bayerischen Grenze während des "Kalten Krieges".

Biogramm

1931 in Wallern/Sudetenland geboren, erlebte die politischen Veränderungen nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1938, 1945 Vertreibung nach Bayern, beruflicher Neubeginn in der Landwirtschaft, dann bei der Polizei, Stationsleiter der Grenzpolizeistelle Philippsreut, 1991 Pension.
GND:

Inhalt

  1931 geboren in Stögerhütte bei Wallern, 4 Schwestern, 4 Brüder, Nachzügler, Eltern Landwirte, Volksschule in Wallern, 1938 Okkupation des Sudetenlandes, 4 Brüder im Krieg, 2 gefallen, 5. 5.1945 Einmarsch der Amerikaner, Vertreibung mit 50 kg Gepäck, Lauingen an der Donau, Juli 1946, Arbeit auf einem Bauernhof, Landwirtschaftsschule in Lauingen, Lehrbetrieb Gut Alphof in Gundelfingen, anschließend Ackerbauschule in Dresdorf bei Ansbach, 4 Semester, Praktikant bei der Baywa, Verwalter und Baumeister in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben - Berufliche Laufbahn bei der Polizei, Einstellungsprüfung in München, Bereitschaftspolizei, Grundausbildung in Würzburg, dann zur praktischen Ausbildung nach Haidmühle, Passau/Bahnhof, Passkontrolldienst, Kriminalabteilung, Aufstieg in den gehobenen Dienst, Ausbildung in Fürstenfeldbruck, Bewerbung nach Haidmühle, nach Philippsreut versetzt, 1973 geheiratet, Frau war Lehrerin in Freyung an der Sonderschule - Arbeit als Stationsleiter in Philippsreut, Verlegung der Polizeistation vom Ort zur Grenzstation, ständig unterbesetzt, Grenzstation und normaler Polizeidienst, Streife von Hinterfirmiansreut bis Lackenhäuser, immer stärkerer Grenzverkehr bis 1989, viel Arbeit, gutes Verhältnis zu tschechischen Kollegen, Frantisek Bisek, Dusan, unbürokratisches Verhältnis - Zwischenfälle an der Grenze, 1969 Flucht von Milan Cepik, verblutete durch Schussverletzung, drei tote US-GIs, beim Schlafen erstickt, Falle für tschechischen Busfahrer - Kindheit im Sudetenland, tschechische Partisanen 1946, Vertreibung, Besitz zum Teil schon vorher über die Grenze gebracht , 2 Wochen interniert in ehemaligem Arbeitsdienstlager in Wallern, mit Viehwaggons nach Pilsen und von dort nach Furth im Wald gebracht dann nach Lauingen/Donau - Tätigkeitsbereich als Grenzpolizeibeamter, Grenzkontrollen, Streife, Schnellzipf – Fluchtversuche, Auto mit doppeltem Boden, neue Grenzbrücke - Die Situation nach 1989, Tschechen eingeladen, starker Grenzverkehr, Verstärkung durch ehemalige DDR-Grenzer - Heimatverbundenheit, Pflege von Gräbern in Wallern, 1964 erstmals wieder über Österreich eingereist, elterlicher Hof verfallen, Perlesreut.    

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
29. Mär 2006
Sprache:
deutsch