Zeitzeugen berichten

Dr. Kaspar Seibold Politiker (CSU); 1949/49 Mitglied des Parlamentarischen Rats

Themen

Bayerische Verfassung 1946

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0331.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg [WRNE]
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Kaspar Seibold (CSU) über die unsichere politische Situation Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Zeitzeugen-Interview mit Dr. Kaspar Seibold vom 27.09.1986 in Lenggries, über das Kriegsende und den politischen Neuanfang in Bayern, die Verabschiedung der Bayerischen Verfassung 1946 und den Streit um das Bonner Grundgesetz 1948/49. Kaspar Seibold (CSU) berichtet im hier gezeigten Ausschnitt über die unsichere politische Situation Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg.

Biogramm

Kaspar Seibold wurde 1914 in Lenggries geboren. Nach 1933 meldete er sich freiwillig zum Reichsarbeitsdienst (RAD) und zur Wehrmacht. 1938-1941 absolvierte er eine Landwirtschaftslehre. Seit 1939 war er als Gebirgsjäger an der Ost- und Westfront eingesetzt und wurde 1942 schwer verwundet. 1944-1946 studierte er Agrarwissenschaft an der TH München-Weihenstephan (Promotion). Seit 1946 in der Ernährungs- und Landwirtschaftsverwaltung der US-Zone und der Bizone tätig. 1948 wurde er Mitglied der CSU. Im März 1949 erhielt er den Posten als Agrarreferent beim Bevollmächtigten Bayerns für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet. 1949-1950 war er Referent für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der bayerischen Landesvertretung in Bonn. Seit 1950 widmete er sich dem familiären landwirtschaftlichen Unternehmen in Lenggries. 1952-1992 Mitglied des Gemeinderats in Lenggries und des Kreistags von Bad Tölz. 1955-1990 Mitglied des Bezirkstags von Oberbayern, 1978-1982 Stellvertretender Bezirkstagspräsident.1966-1984 Bürgermeister von Lenggries. Kaspar Seibold starb 1995 in Lenggries.

GND: 1027750524

Inhalte

Kriegsende, Flüchtlinge, Unsicherheit, Angst vor Zuschlagung Bayerns an Ostzone, Funktionieren der Verwaltung mit Hilfe der von den Alliierten eingesetzten kommissarischen Landräte und Bürgermeister, Verfassunggebende Landesversammlung, Bayerische Verfassung 1946, Unsicherheit über die Absichten der Amerikaner, Versöhnung mit Frankreich, Kommunismusangst, Planlosigkeit der Westalliierten, Bayern als einziges Land den Krieg ohne größere territoriale Einbußen überstanden, bayerische Tradition, Demokratie von unten aufbauen, Hervorhebung der Eigenständigkeit, Versuche einen bayerischen Staatspräsidenten durchzusetzen, föderativer Charakter, offene Möglichkeiten für eine Bundesverfassung, Alternative einer Donauunion mit Österreich, Zusammengehen mit Frankreich, Ziel eines selbstständigen Bayern, Wilhelm Hoegner, Gedanken über monarchische Demokratie, Vorteile eines Staatspräsidenten, Vereinstradition, oberbayerische Schützenkompanie, königlich-priviligierte Schützengesellschaft, Rückgriff auf Bewährtes, jüngster Abgeordneter im Parlamentarischen Rat in Bonn, Sekretär des Präsidenten Konrad Adenauer, Vertretung einer möglichst großen Selbstständigkeit Bayerns, zentralistische Tendenzen in der Versammlung, Altbayern: Pfeifer, Schwalberg, verfolgen das Ziel eines Staatenbunds nicht eines Bundesstaats, Grundgesetz, konkurrierende Gesetzgebung Bund-Länder, Adenauer fordert Möglichkeit zur Anlehnung an Frankreich und England, um Sicherheit vor dem kommunistischen Block zu gewinnen, Deutsche Partei: Sebohm, Meerkatz, Ablehnung durch bayerische Abgeordnete, Ablehnung des Grundgesetzes durch den Bayerischen Landtag 1949, Regierung Ehard, Bundeszwang, mögliche Rolle eines bayerischen Staatspräsidenten bei den Verhandlungen des Parlamentarischen Rats - Flüchtlingsmengen, Versorgungslage, Unsicherheit über die Ziele der Alliierten, Eigeninitiative, Gründung der Parteien, Funktionieren der Verwaltung, "gute alte Zeit" vor 1914, Neuanfang nach dem "Dritten Reich", Vereine: Schützenkompanie, Feuerwehren, Separatismus, Verhandlungen über das Grundgesetz, Unterbringung der Flüchtlinge, Situation in Lenggries, CSU, Assistent an der landwirtschaftlichen Fakultät, Dr. Lang, Fingerle, Dr. Weiss, Josef Müller "Ochsensepp", Michael Horlacher, Alois Hundhammer, Anhänger der Gruppe um Josef Müller, Walter von Cube, Parteistatut, Parteiprogramm, Zusammenarbeit mit den Amerikanern.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
27.09.1986
Sprache:
deutsch