Zeitzeugen berichten

Dr. Franz Heubl Politiker (CSU); 1962-1978 Bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten; 1978-1990 Präsident des Bayerischen Landtags

Themen

Bayerische Verfassung 1946

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0300.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg [WRNE]
Jahr
1946

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Franz Heubl über die grundsätzliche Bedeutung der Erarbeitung demokratischer Verfassungen nach zwölf Jahren NS-Diktatur.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Dr. Franz Heubl vom 21.06.1988 in München über den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948.

Biogramm

1924 in München geboren, 1945 Mitbegründer der CSU, seit 1946 mit kurzen Unterbrechungen Mitglied des CSU-Präsidiums, 1953-1990 Abgeordneter des Bayerischen Landtags, 1978-1990 Präsident des Bayerischen Landtags, 1958-1960 Leiter des kulturpolitischen Ausschusses, 1960-1962 Leiter der Staatskanzlei, 1962-1978 Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter Bayerns beim Bund, 2001 in München gestorben.

GND: 123041090

Inhalte

Sekretär beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee, 24 Jahre alt, Versuch der Ministerpräsidenten, Deutschland verfassungsmäßig zu ordnen, bayerische Initiative: Verfassungsentwurf Prof. Hans Nawiaskys, Ministerpräsident Hans Ehard (CSU), Nawiaskys Entwurf als Grundlage für die Beratungen, Versuch bayerische Vorstellungen durchzusetzen, Herrenchiemsee: Klausurtagung, Betonung des föderativen Prinzips, Finanzverfassung, Mitwirkung der Länder im Bundesrat, Mitbestimmung der Länder, Vermeidung der Fehler der Weimarer Reichsverfassung, größere Mitwirkungsmöglichkeit und Unabhängigkeit der Länder auch im Interesse der Alliierten, Wahlrecht, konstruktives Misstrauensvotum, Stabilität, Grundtendenzen der Parteien: SPD, FDP: zentralistisch, CSU: föderalistisch, CDU: teilföderalistisch, Frankfurter Zweizonen-Wirtschaftsrat, Souveränität der Länder, Ministerpräsidenten, Zeitdruck durch Alliierte, zwei Richtungen: 1. Gewinnung gesamtstaatlicher Souveränität, um handlungsfähig zu werden, 2. Vermeidung von Souveränität, um Teilung nicht zu zementieren, Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter: Sogwirkung des westlichen Deutschlands als Kernstaat, 20.06.1948 Währungsreform, einheitliches Wirtschaftsgebiet, einheitliche Wirtschaftspolitik, Geld, das einen Wert hatte, pragmatische Not der Normalbürger, Rechtsstaat anstelle der Willkür des "Dritten Reichs", Freiheit in Ordnung, 1946 Bayerische Verfassung, über ein Stück Souveränität Identität zurück erhalten, Prof. Audomar Scheuermann: staatliche Tradition Bayerns hatte Einfluss auf das Selbstverständnis Bayerns, Prof. Carlo Schmid (SPD), Prof. Theodor Maunz, Kultusminister Josef Schwalber (CSU), Anton Pfeiffer (CSU), Staatsrat a.D. Ottmar Kollmann, Prof. Hans Nawiasky, Prof. Adolf Süsterhenn, "geistiges Ringen", Ministerpräsident Hans Ehard, Arbeitsatmosphäre, politische Unterschiede und Solidarität der Demokraten.

Daten

Art:
Zeitzeugenfilm
Dauer:
0:19 h
Aufnahmedatum:
21.06.1988
Sprache:
deutsch