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Kurt Land Emigrant

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NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

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Signatur
zz-0326.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Kurt Land über die Arbeitsverhältnisse in der seinem Vater gehörenden Nürnberger Schuhfirma "Medicus" 1928-38.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Kurt Land, geführt am 07.09.1990 in München, über sein jüdisches Elternhaus, seine Emigration 1930, seine Zeit als alliierter Soldat, seine Zeit nach 1945 in Kenia sowie seine erneute Emigration nach England 1960.

Biogramm

1914 in Nürnberg geboren, Ausbildung in der väterlichen Medicus-Schuhfabrik, 1933 Emigration nach England, Südafrika, 1952 Kenia, 1960 Rückkehr nach England.

Inhalte

1914 in Nürnberg geboren, Eltern: Max Landenberger und Frieda Burger, Volksschule in der Reutersbrunnenstraße, 1920-1929/30 neues Gymnasium, 1 1/2 Jahre in Neuenburg (Neuchâtel), Französisch gelernt, kaufmännische Ausbildung, 1931/32 Lehre bei Ludwig Heimann & Co., Medicus-Schuhfabrik in Nürnberg, Januar-März 1933 Volontär bei Leiser in Berlin, Entlassung der jüdischen Angestellten, Rückkehr nach Nürnberg, 22.04.1933 Deutschland verlassen, Problem eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für England zu erhalten, Fortsetzung der Ausbildung in der Schuhindustrie, 1936 Auswanderung nach Südafrika, Cost Accountant, Kalkulationsbeamter, Namensänderung von Landenberger auf Land, 1940-1945 südafrikanische Luftwaffe in Italien und Südafrika, Rückkehr in die Schuhindustrie in Port Elizabeth, Heirat 1949, 1952 Kenia, Arbeit in der Landwirtschaft, nach der Unabhängigkeit Kenias 1960 Auswanderung nach England, Frau geborene Schmidt, nach dem Krieg nach Südafrika ausgewandert, 1960 Haus in London gemietet, Geschäft für Baumaterial, Blunfort in Dorset, Haus in Bournemouth, Ruhestand, Vorfahren in Oberfranken, Oberpfalz, 1813 Annahme von Nachnahmen, Demmelsdorf, große jüdische Gemeinde, Viehhändler, Großvater kaufte Land bei Scheßlitz, Erntebier, Vater: Kaufmann und Schuhfabrikant, Karriere des Vaters, Übernahme der Firma Wilhelm Heimann 1908, "Medicus", moderne Produktionstechnik, Teilnahme am Ersten Weltkrieg in Belgien und Frankreich, Grammophon, Onkel: Reserveoffizier, Julius Streicher in dessen Kompanie, Neubau der Schuhfabrik 1928/29, über 1.000 Mitarbeiter, Zwangsverkauf 1938 an Lederfabrik Käs in Backnang, Herr Schmohl, Kontensperre nach der "Kristallnacht", Vater und Onkel verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht, Zwang Besitz zu veräußern, Emigration der Eltern im März 1939, Internierung des Vaters auf der Isle of Man, nach 3 Monaten entlassen, Luftangriff auf London, Arbeit in Schmuckfabrik, Aufstieg zum Geschäftsführer, 1946 Ausreise nach Südafrika, Eltern lebten in Port Elizabeth und später in Johannisburg, Werbeslogan von Medicus, keine Familienmitglieder im Holocaust verloren, letzte 1940/41 emigriert, Mittel- und Südamerika, Familie der Frau: viele Mitglieder umgekommen, Antisemitismus in den 20er Jahren, Nürnberg normale Stadt, schneller Entschluss zur Emigration, Eltern in der Weimarer Republik Anhänger der Demokratischen Partei DDP, Zeitungen, Deutsche jüdischen Glaubens, Arbeiter der Schuhfabrik, liberale Synagoge in Nürnberg, religiöse Praxis, Feiertage, Großvater in Scheßlitz, Glaube und Moral, Atheist, kulturelles Leben in Nürnberg, Sportverein, jüdischer Sportklub Bar Kochba, jüdische Freunde der Eltern, erst seit 1850 Juden in Nürnberg, zugezogene fränkische Landjuden, keine Kontakte zur Fürther Gemeinde, Rivalität zwischen den Städten, Fußball, 1. FCN, SpVgg. Fürth, Gottesdienst in der großen Synagoge in Nürnberg, Feiertage, Beschneidung, Religionsunterricht, nur traditioneller Jude, Ärger über Religion, Nürnberger Synagoge in der Essenweinstraße, Orthodoxe, Familie, Weltbürger.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
07.09.1990
Sprache:
deutsch