Zeitzeugen berichten

Adolf Höxter Gärtner, KZ-Überlebender

Themen

Antisemitismus vor 1933

Ausschaltung aus dem Berufsleben

Diskriminierung im Alltag

Zeiträume

Weimarer Republik (1919 - 1933)

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0312.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Adolf Höxter von den immer schlechter werdenden Lebensumständen der Nürnberger Juden 1929-1939. Er musste als Kind wegen antisemitischer Anfeindungen mehrfach die Schule wechseln und schließlich eine Lehre als Friedhofsgärtner beginnen. Die Pläne zur Auswanderung nach Palästina verhinderte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Adolf Höxter vom 05.07.1988 in Nürnberg über seine Kindheit in Nürnberg, den wachsenden Antisemitismus, seine Arbeit als Friedhofsgärtner und Gleisbauer, seine gescheiterte Emigration nach Palästina, die Verhaftung 1944, seine Internierung in verschiedenen Konzentrationslagern, die Befreiung und die Rückkehr nach Nürnberg 1945.

Biogramm

1924 in Nürnberg geboren, Schulzeit bis 1938 in Nürnberg, nach Berufs- und Handwerkerschule Friedhofsgärtner der jüdischen Gemeinde in Nürnberg, 1941-1944 Hilfsarbeiter beim Gleisbau, 1944 in Gestapohaft, ins Konzentrationslager Auschwitz überstellt, dann ins KZ Stutthof bei Danzig, Befreiung durch russische Armee am 9.3.1945, erst am 22.10.1945 Rückkehr nach Nürnberg möglich, Eltern und Schwester wieder getroffen.

Inhalte

1924 in Nürnberg geboren, normale Kindheit, Wirtschaftskrise, Arbeiterviertel, antisemitische Beschimpfungen, 1934 Amberger Schulhaus, drei Jahre lang, nach Anfeindungen Schule gewechselt, Leonhardschule, nach der 4. Klasse an die jüdische Volksschule an der Oberen Kanalstraße, dort bis Ende 1938, jüdischer Sportverein Bar Kochba, Hapoel bis 1936, Schulende 1938, Berufsschule, Handwerkerschule, 1939 Anstellung als Friedhofsgärtner der jüdischen Gemeinde, Vorbereitung auf Emigration nach Palästina in Hamburg/Blankenese/Riessersee, Kriegsausbruch 1939, arbeitslos in Nürnberg, Mai 1941 als Hilfsarbeiter bei einer Gleisbaufirma begonnen, bis 1944 dort gearbeitet, Reparaturarbeiten an Gleisanlagen, 1944 Vorladung durch die Gestapo, wegen Nichttragen des Judensterns in Schutzhaft, 4 Monate in Gestapohaft in Nürnberg, Schubtransport über Bayreuth und Bautzen ins KZ Auschwitz, Ankunft in Auschwitz, beeindruckt vom militärischen Drill, Arbeiterkolonnen, SS, Kapelle, Entkleidung, Nummer tätowiert, Arbeit in der Baugrube, Baracken, Selektion Anfang Dezember, nach Birkenau gebracht, Transport ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig, Schnellkurs im Elektrogenschweißen und Nieten, Anfang Januar 1945 U-Boote auf der Danziger Werft geschweißt, russischer Vormarsch, Fußmarsch nach Lauenburg/Pommern, Bekannte aus Nürnberg getroffen, extreme Kälte, Erschöpfte wurden erschossen, Befreiung durch die russische Armee am 09.03.1945, Krankenhaus, Tote nach der Befreiung, Paratyphus - Arbeitskommando der jüdischen Gemeinde in Nürnberg, Hilfe bei der Vorbereitung der Deportation, Leuten beim Packen geholfen, Gepäck einsammeln, Lager Langwasser, den Leuten die Wertsachen abgenommen, Transport zum Bahnhof, erster Transport nach Riga, Gerüchte und Unsicherheit, was mit den Menschen passieren sollte - bis Mitte/Ende Juni 1945 im russischen Lazarett, Operation am eitrigen Knie, Grund: Prügelstrafe für Kartoffeldiebstahl, Berlin, Probleme in den Westen zu kommen, bis Oktober 1945 in Eisenach, Austausch von Gefangenen, 22.10.1945 Rückkehr nach Nürnberg, Eltern und Schwester hatten überlebt, Völkhofstraße, Mutter keine Jüdin, hielt zu ihrem Mann, Bruder bereits 1938 nach Palästina emigriert.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:18 h
Aufnahmedatum:
05.07.1988
Sprache:
deutsch