Zeitzeugen berichten

Gabriele Steinherr Arzthelferin, Hausfrau

Themen

Alltag in der Nachkriegszeit

Glaube, Religionen und kirchliches Leben

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-1482.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Gabriele Steinherr über die Versorgungslage nach dem Zweiten Weltkrieg, die Wiederaufstellung der Mariensäule in München und die erste Christmette im Münchner Dom 1945.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Gabriele Steinherr, aufgenommen am 10.05.2013 in München, über ihre Jugendzeit, die Erlebnisse im "Dritten Reich" und die Bombenangriffe auf München während des Zweiten Weltkriegs, die Veränderungen Münchens durch Eingriffe in die Architektur und anhaltenden Zuzug sowie die bayerische Mentalität.

Biogramm

Gabriele Steinherr wurde 1931 in München geboren. Sie war in der vierten Generation Münchnerin und hat als Kind den Nationalsozialismus in München und die Kriegszeit in Planegg erlebt. Nach der Befreiung durch die Amerikaner 1945 musste sie die Entbehrungen der Nachkriegszeit überstehen und arbeitete später als Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis. 1961 heiratete sie und zog vier Kinder groß, 1968 adoptierte sie ein vietnamesisches Waisenkind. Gabriele Steinherr war katholisch und lebte ihren überlieferten Glauben ganz selbstverständlich. Sie hat den Wandel ihrer Heimatstadt München über die Jahrzehnte erlebt und hielt Religion, Brauchtum und Heimatverbundenheit in ihrer Familie lebendig. 2016 ist sie in München verstorben.

GND: 1067473874

Inhalte

Geboren 1931 in München – Vater war gegen Nationalsozialisten eingestellt – Familie katholisch – Vater verhalf jüdischen Freunden zur Flucht – ständige Angst vor den Nationalsozialisten – Vater Steuerberater – Michael Kardinal Faulhaber – ganze Familie war bedrückt, als Adolf Hitler 1933 gewählt wurde – Miterleben der Bombenangriffe auf München, Familie in Planegg – zufällige Begegnungen mit Hitler in München – Besuch des Gymnasiums in Pasing, dann in Gräfelfing – kaum nationalsozialistische Vorprägung in der Schule – Mitgliedschaft im Jungvolk – BDM als Drohung – Zusammenhalt innerhalb der katholischen Gemeinde – bedrohliche SS-Männer an der Münchner Feldherrnhalle – Begegnungen mit SS-Männern – Vorstellungen vom Konzentrationslager Dachau – schreckliche Luftangriffe – Bergung der Toten – ab 1942 Besuch des Gymnasiums – schlechte Versorgung mit Nahrungsmitteln – letzte Kriegstage 1945 in Planegg – Festsetzung von überzeugten Nationalsozialisten in Planegg – Rückzug der Amerikaner, Verhaftung des Vaters – Einzug der Amerikaner – Ausgangssperre – schlechte Verpflegungssituation nach dem Krieg – Wiederaufstellung der Mariensäule in München – 1948 Fronleichnamsfeier im Dom – erste Wiesn (Oktoberfest) nach dem Krieg – große Zerstörungen – Hungerwinter 1946/47 – Schulspeisung – Wahrheit über die Konzentrationslager – Wiederaufbau – Bausünden durch überhasteten Wiederaufbau – Schwarzmarkt – Abbruch der Schule vor dem Abitur – Praktikum in einer Klinik – Arbeit als Sprechstundenhilfe – Aufbruchstimmung während der Wirtschaftswunderjahre – Urlaub in Italien – Heirat 1961 – Bekanntschaft mit Julius Kardinal Döpfner – Urlaub in Italien in den 1950er-Jahren – Hausbau – 800-Jahr-Feier von München 1958 – Flugzeugabsturz in der Münchner Innenstadt 1960 – Adoption eines vietnamesischen Waisenkindes – schlimme Lage für Waisenkinder in Vietnam 1968 – gesundheitlich schwer angeschlagen – Reaktion der Menschen auf ein dunkelhäutiges Kind – Stadtentwicklung von München – Probleme durch Zuzug großer Firmen – Verlust der unverwechselbaren Eigenart von München – kaum mehr bayerischer Dialekt zu hören – Familientradition in München – Joseph Kardinal Ratzinger und andere prägende Kardinäle – prägende Oberbürgermeister, vor allem Thomas Wimmer – Wiesn-Attentat 1980 – Kommerzialisierung der Wiesn – bayerisches Brauchtum – Vermittlungsprobleme der Kirche – Missbrauchsfälle in der Kirche – Erziehung – arbeitende Mütter – Bedeutung des Glaubens – Aufklärung in der Kindheit – bayerische Mentalität – Heimatliebe – Gelassenheit – oberflächliche bayerische Klischees – Wohnungssituation – Kontakt mir Vertriebenen – Amerikanisierung – Konflikte mit den Eltern – Rock`n`Roll – Wunsch nach Rückbesinnung auf Münchner Eigenarten - Heimatverbundenheit.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
10.05.2013
Sprache:
deutsch