Zeitzeugen berichten

Lilli Huber Bis 2004 Inhaberin des Gasthauses "Zur Linde" in Haus im Wald

Themen

Alltag im "Dritten Reich"

Bildung und Schule

Kriegsende 1945

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1901.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Lilli Huber über ihre Erinnerungen an die Zeit des „Dritten Reichs“, die Ankunft der amerikanischen Streitkräfte in Haus im Wald 1945 sowie über die Zerstörung des Elternhauses durch Kriegsschäden.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Lilli Huber, aufgenommen am 02.01.2019 in Grafenau (Haus im Wald), über ihre Kindheit und Jugend, den Beginn ihrer Tätigkeit als Kellnerin, die Leitung des Gasthauses „Zur Linde“, die unterschiedliche Herkunft der Gäste im Lauf der Jahrzehnte, die Rolle des Tourismus in Grafenau, das zunehmende Desinteresse junger Menschen an den heimischen Gaststätten, den Verlust alter Traditionen und Bräuche, sowie über ihr persönliches Bild von Bayern.

Biogramm

Lilli Huber wurde am 27.09.1934 geboren und wuchs als „lediges“ Kind von Maria Greipl im Haus der Großeltern im Rahmen einer Großfamilie auf (der Großvater war Zimmermann und Häusler). Sie besuchte die Volksschule in Haus im Wald und eine Handelsschule in Passau und arbeitete dann als Kellnerin in Straßkirchen bei Straubing. Ende der 1960er-Jahre erwarb und betrieb Lilli Huber zusammen mit ihrer Mutter und dem Stiefvater das heute geschlossene Gasthaus „Zur Linde“ in Haus im Wald. Sie erlebte die Veränderungen der Dorfgemeinschaft im Lauf der Zeit, die Welt der Steinhauer und den sich wandelnden Tourismus. Aus Altersgründen gab sie 2004 den Gasthof auf und lebt heute neben ihrem früheren Gasthof in Haus im Wald.

Inhalte

Geboren 1934 – Kindheit und Jugend – Besuch einer Handelsschule in Passau – Aufwachsen bei den Großeltern – Erinnerungen an die Zeit des "Dritten Reiches" – Ankunft der US-Streitkräfte in Haus im Wald – Zerstörung des Elternhauses durch Kriegsschäden – Wahrnehmung der geflüchteten Sudetendeutschen – Tätigkeit in einer Zollstelle in Wegscheid – Wechsel zu einer Beschäftigung als Kellnerin im „Gasthof zur Post“ in Straßkirchen bei Straubing – Essensangebot im „Gasthof zur Post“ – Bierkonsum unter den Gästen – Besuche der Gaststätte durch Touristen während der 1950er- und 1960er-Jahre – 1968 Kauf der Gastwirtschaft „Zur Linde“ in Haus im Wald zusammen mit der Mutter – Renovierung der Gaststätte – Höhe des Aufwands für die Leitung des Gasthauses – Zusammensetzung der Gäste Ende der 1960er-Jahre – Unterhaltungen mit den Gästen – Bedeutung der Gaststätte als Ort der direkten Kommunikation zwischen den Menschen – public viewing von Fußballspielen in der Gaststätte – Arbeitslosigkeit in Haus im Wald – Entwicklung des Tourismus in Grafenau seit den 1970er-Jahren – Auswirkungen der Eröffnung des Nationalparks 1970 auf die Zahl der Gäste – Veränderungen in der Zusammensetzung der Gäste im Laufe der Zeit – Herkunft der Gäste – Besuche aus der ehemaligen DDR nach der Öffnung der Grenze 1989 – Abhängigkeit von den Gästen während der Sommermonate – Gründe für die Aufgabe des Gasthauses 2004 – Lage des Gasthauses – Desinteresse junger Menschen an lokalen Gasthäusern – Das Wirtshausleben im Bayerischen Wald – Beschreibung des Menschenschlags der „Waidler“ – Abnahme des Alkoholkonsums in den letzten Jahrzehnten – Besonderheiten des „waidlerischen“ Dialekts – Kontakte zum Berufsstand der Steinhauer – Das Handwerk der Steinhauer – Die Schönheit des Bayerischen Waldes – Persönliches Bild von Bayern – Bayerische Klischeevorstellungen – Die neuerliche Beliebtheit der Tracht – Dominanz Oberbayerns innerhalb der Außenwahrnehmung Bayerns – Kritik an dem massiven Flächenverbrauch in Bayern – Verschwinden kleiner Bäcker- und Metzgereibetriebe – Abnahme der Volksfrömmigkeit in Bayern – Der Gastwirt als Seelsorger – Auswirkungen der Entwicklung moderner Unterhaltungsmedien auf die Besucherzahlen der Gasthäuser – Zunehmender Rückzug der Menschen ins Private – Verlust eines gesellschaftlichen Gemeinsinns – Verschwinden alter Traditionen und Bräuche – Persönliche Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
02.01.2019
Sprache:
deutsch