Zeitzeugen berichten

Elise Helbig Rettungssanitäterin im Zweiten Weltkrieg

Themen

Alltag im "Dritten Reich"

Bildung und Schule

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1633.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Elise Helbig über ihre Erfahrung mit einem gewaltbereiten Lehrer in ihrer Schulzeit während des „Dritten Reichs“.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Elise Helbig, aufgenommen am 24.07.2015 in Nürnberg, über ihre Kindheit im „Dritten Reich“, die Einstellung ihrer Familie zum Nationalsozialismus, die Einweisung ihres Bruders in das Konzentrationslager Dachau, ihren Arbeitseinsatz als Sanitäterin während des Zweiten Weltkriegs, die Zerstörung Nürnbergs und die Nachkriegszeit.

Biogramm

Elise Helbig wurde 1922 in Nürnberg als jüngstes von sieben Kindern geboren. Ihr Vater war Diakon, der sich in der SPD engagierte. Elise Helbig war während des „Dritten Reichs“ aufgrund der negativen Einstellung des Vaters gegenüber dem NS-Regime nicht Mitglied beim ‚Bund Deutscher Mädel‘ (BDM). Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie als Rettungssanitäterin, ‚Arbeitsmaid‘ für Strickarbeiten und in der Kriegsindustrie eingesetzt. Einer ihrer Brüder war zeitweise im KZ Dachau inhaftiert. Sie erlebte den Alltag des „Dritten Reichs“ aus einer gewissen Distanz zum Regime.

Inhalte

Geboren 1922 – Kindheit bei der Tante in Niederbayern – Als Fünfjährige nach Nürnberg zur Familie (7 Kinder) gezogen – Abbruch der Priesterausbildung des Vaters aufgrund seines Heiratswunsches – Vereinstätigkeit und Mitgliedschaft bei der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) des Vaters – Einstellung der Familie zum Nationalsozialismus – Schulzeit während des „Dritten Reiches“ – Körperliche Misshandlungen der Schüler durch den Lehrer – Politische Färbung des Unterrichts – Die Mädchen beim BDM („Bund Deutscher Mädel“) – Keine Erlaubnis des Vaters zum Beitritt der Töchter zum BDM – Rückzug des Vaters nach Katzwang zur Gartenarbeit – Vater als Regimegegner – Erlebnis der Verhaftung des Bruders und dessen Abtransports ins KZ (Konzentrationslager) Dachau – Kontakt mit Bruder im KZ Dachau – Entlassung und Wiedersehen mit Bruder nach eineinhalb Jahren Haft – Körperliche Spuren der Gefangenschaft – Einzug des Bruders zur Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg – Hassgefühle als Kind gegenüber den Nationalsozialisten – Seitensprung der Verlobten des Bruders – Weigerung der Anerkennung der Vaterschaft: Inhaftierungsgrund (KZ Dachau) des Bruders – Einsatz der Schwestern in kriegswichtigen Industriezweigen – Arbeit an Stanzmaschine bei der Firma Neumeier (Patronenherstellung) während des Krieges – Versetzung nach Vorfall mit uniformierter Aufsichtsperson bei der Firma Neumeier (Abneigung gegenüber den Nationalsozialisten) – Arbeit als Sanitäterin während des Krieges – Einsatz bei Rettungsstelle – Einzug zum einjährigen Arbeitsdienst während des Krieges – Außendienst in Geroldshofen (Schweinfurt) als ‚Arbeitsmaid‘ für Strickarbeiten – Tauschhandel während des Krieges – Übernahme der Rettungsstelle durch die amerikanischen Besatzer – Verpflichtung zur Versorgung deutscher und amerikanischer Verwundeter – Zerstörung Wöhrds (Nürnberger Stadtteil) durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg – Zerstreuung der Familie nach Kriegsende 1945 – Verlust der Besitztümer durch den Krieg (Plünderungen der Trümmer) – Arbeitsdienst in Kugellagerfabrik in Schweinfurt während des Krieges – Bombenangriffe auf Kugellagerfabrik in Schweinfurt – Briefkontakte mit Bekannten und Verwandten an der Front – Verlusterfahrungen und Todesnachrichten während des Krieges – Sammlung von Rabattmarken als Kind zur finanziellen Unterstützung der Familie – Einkaufsmöglichkeiten während des Krieges – Versorgungslage während des Krieges – Erlebnisbericht zur „Reichskristallnacht“ 1938 (Reichspogromnacht) in Nürnberg – Denunziantentum während des Krieges – Verpflichtung zum Dienst im „Dritten Reich“ – Kriegserlebnis: Verfolgung des Schwiegervaters durch feindlichen Flieger in der Ödenberger Straße in Nürnberg – Neid auf die Mädchen beim BDM – Erlebnisbericht zu den Reichsparteitagen in Nürnberg – Verpflichtung der Schüler zur Teilnahme an den Reichsparteitagen – Mitreißende Atmosphäre (Massenhysterie) – Außenseiterposition als Nichtmitglied beim BDM – Damaliges Desinteresse an politischen Themen – Verbot der politischen Diskussion durch den Vater – Gewaltsame Züchtigung durch Schwester – Schweigen über Haftzeit des Bruders im KZ Dachau – Aufbau des Hausstands nach dem Krieg – Regelmäßiger Urlaub mit dem Alpenverein – Nürnberg vor und nach dem Krieg – Wiederaufbau und wirtschaftliche Möglichkeiten nach dem Krieg.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
24.07.2015
Sprache:
deutsch