Atlas zum Wiederaufbau

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg // Öffentliche Gebäude

Zerstörung: 1943-1945
Wiederaufbau: 1945-1976

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Baugeschichte

• 1857: Einzug des Museums in die Reste des Kartäuserklosters (1380)
• bis 1870: ergänzende Restaurierung und Umbau zur Museumsnutzung
• 1872 - 1877: Versetzung von Teilen des Augustinerklosters (Dormitoriumsbau, Kreuzgang und Leonhardskapelle von 1412) in den Museumsbereich sowie Innenausbau
• 1877 - 1884: Ostbau, Südbau östlich des Augustinertrakts und mehrere kleinere Gebäude nach Plänen von August Esserwein errichtet
• 1897 - 1902: Erwerb und Umbau des Königsstiftungshauses
• 1898 - 1902: Südwest-Bau in neugotischen Formen
• 1904/1905: Einbeziehung der Stadtmauer in den Museumsbereich durch Verbindungsbrücke zum Wehrturm durch Gustav von Bezold
• 1909/1910: Geschützhallenbau im Zwingergarten nach Plänen Bezolds errichtet
• 1916 - 1921: Galerie-Flügel mit Haupteingang unter Einbeziehung der 1910 erworbenen Beckhschen Fabrik durch German Bestelmayer errichtet
• 1925/1926: Nord-Süd-Verbindungstrakt
• 1933 - 1934: Verlängerung des Galeriegebäudes durch Bestelmayer

Schäden

• schwere Schäden:
 - 10./11. August 1943 und 3. Oktober 1944: erste Brand- und Sprengbombenschäden an den nördlichen Bauten sowie am Kartäuserkloster
 - 2. Januar 1945: schwerste Schäden: Becksche Fabrik (Verwaltung), südliche Chormauer der Kartäuserkirche, Geuder-Kapelle, Ostteil des kleinen Kreuzgangs und Südwestecke des großen Kreuzgangs, Gebäude am Wittelsbacher Hof, Schreinerwerkstatt im Nordosten völlig zerstört, Augustinerbau durch Sprengbomben durchschlagen, Treppenturm am Wasserhof abgebrannt und zwei Türme der Stadtmauer ausgebrannt
 - 20. Februar 1945: Vorgeschichtsgebäude durch Bomben aufgerissen
 - 21. Februar 1945: Galerietrakt an zwei Stellen ausgebrannt
 - 16. März 1945: oberer Saal des Südwestbaus, östlicher Wehrturm und altes Direktionsgebäude ausgebrannt (am 5. April 1945 zerstört)
• 17. - 19. April 1945: durch Artilleriebeschuss zahlreiche Treffer im Bibliotheksgebäude und Südwestbau, der östliche Flügel des großen Kreuzgangs an zwei Stellen eingestürzt

Wiederaufbau

• 1945 - 1952: erste Phase der Instandsetzung beschädigter Trakte durch Harald Roth und Hans von Hanffstengel, u.a.:
 - 1945 - 1947: Galeriebau und Mönchswohnungen
 - 1947 - 1949: Klosterrefektorium
 - 1949 - 1953: Südwestbau
 - 1949: Teilüberdachung der Ostbauten
 - 1947 - 1949 und bis 1954: Kartäuserkirche im Rohbau und Innenausbau
 - 1950 und 1952: Renovierung der Obergeschosse des großen Kreuzgangs (1950) und des Haupteingangs (1952)
• 1955 - 1978: Phase der Auffüllung des Geländes mit Neubauten
 - nach einem 1953 erstellten und 1962 und 1968 geänderten Generalbebauungsplan durch Sep Ruf
 - Leitidee: um die „Keimzelle“ des Museums (das Kartäuserkloster) Randbebauung mit Innenhöfen auf dem Gelände und erhaltene mittelalterliche Gebäude sowie die des letzten Jahrhunderts durch zeitgenössische architektonische Mittel zu verbinden, aber auch voneinander abzusetzen
• 1955 - 1958: Theodor-Heuss-Bau unter Einbeziehung des Hauptportals
• 1960 - 1963: Mittelalterhalle
• 1960 - 1964: Bibliotheks- und Verwaltungsbau
• 1963 - 1967: Westkopfbau, gleichzeitig Umbauung und Überdachung des Innenhofes vom kleinen Kreuzgang und dessen Konservierung
• 1963 - 1968: Abbruch der Reste des Augustinerbaus und Ersetzen durch Südbau
• 1965 - 1967: Modernisierung des Refektoriums, gleichzeitig Werkstättenbau an der Nordostecke
• 1968 - 1971: Ostbau neu errichtet
• 1972 - 1976: Ausbau des Nordflügelobergeschosses des großen Kreuzgangs
• 1973: Abbruch des Königsstifungshauses zugunsten einer Straßenverbreiterung

Literatur

BESELER, Hartwig / GUTSCHOW, Niels: Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Verluste - Schäden - Wiederaufbau. Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Band II: Süd, Neumünster 1988, S. 1443 - 1445.
DENEKE, Bernhard / KAHSNITZ, Rainer (Hg.): Das Germanische Nationalmuseum 1852-1977, München / Berlin 1978.
GERMANISCHES NATIONALMUSEUM: Jahresberichte 91 - 97 (1945 - 1954) (darin: Nr. 91, S. 11 - 15: Zustand des Gebäudes).
HEMMETER, Karlheinz: Bayerische Baudenkmäler im Zweiten Weltkrieg. Verluste - Schäden - Wiederaufbau, München 1995, S. 185 f.