Startseite Benutzungsbedingungen Widerrufsbelehrung Versandkosten Kontakt Impressum Datenschutz

Das Halle`sche Heiltum


Das Halle`sche Heiltum


Das Halle`sche Heiltum

Herausgegeben vom Haus der Bayerischen Geschichte, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Hofbibliothek Aschaffenburg
Konzeption: Evamaria Brockhoff, Katharina Heinemann, Jutta Schumann
Entwicklung und Realisation: MediaCircle, Regensburg


12,00 € statt 15,00 € (zzgl. Versand)
Einkaufen, Einkaufen
Beschreibung

Das zu seiner Zeit weithin berühmte Halle`sche Heiltum barg den größten Reliquienschatz. Kardinal Albrecht von Brandenburg hatte über 350 kostbare Reliquiengefäße mit rund zehntausend Partikeln von Heiligen gesammelt. Wir wüssten von diesem Schatz heute so gut wie nichts, denn kaum mehr als zwanzig Exemplare haben - teilweise nur in Fragmenten - die Zeiten überdauert, wenn der Kardinal nicht einen aufwändig ausgestatteten "Katalog" seiner Schätze in Auftrag gegebene hätte. Diese kostbare Handschrift aus der Hofbibliothek Aschaffenburg haben wir für Sie aus dem Tresor geholt. Die CD-ROM-Reihe "Handschriften aus bayerischen Bibliotheken" ist eine Zusammenarbeit von Haus der Bayerischen Geschichte, Bayerischer Staatsbibliothek und MediaCircle. Dreh- und Angelpunkt ist der Versuch die kostbaren und aus konservatorischen Gründen nicht mehr zugänglichen Handschriften virtuell zur Verfügung zu stellen. Mit der von MediaCircle entwickelten speziellen Technik kann man nach Herzenslust in der Handschrift blättern. Eine Probe sowie weiter Informationen zu dieser eindrucksvoll echt wirkenden Simulation finden Sie unter www.touchfolio.de.


Handschriften stellen die Zimelien jeder Bibliothek dar. Sie sind ständig bedroht von Luftfeuchtigkeit und Lichteinwirkung. Deshalb müssen sie unter Verschluss gehalten werden, nur selten können der Öffentlichkeit in abgedunkelten Räumen und nur für kurze Zeit einzelne Seiten präsentiert werden. Einen Ersatz für die kostbaren Originale boten bisher Faksimile-Ausgaben, die versuchen dem Original in Farbgebung und Ausstattung so nahe wie möglich zu kommen. Der dafür notwendige Aufwand für Lithografie, Druck und Bindung ist so hoch, dass auch Faksimiles meist nur von Bibliotheken angekauft werden und der breiten Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen. Einen neuen Weg gehen die Bayerische Staatsbibliothek und das Haus der Bayerischen Geschichte mit dem TouchBook, das die Firma MediaCircle, Regensburg, entwickelt hat.
Das TouchBook beruht auf einem dreidimensionalen Körper im virtuellen Raum. Es wird der Eindruck erweckt, als könne man die Handschrift auf dem Computermonitor anfassen. Wie in einem echten Buch kann man beliebig vor- und zurückblättern, und zwar unter real erschei-nenden Wirkungen des dreidimensionalen Raums. Es handelt sich nicht um das übliche „Klicken“ von Seite zu Seite, sondern die Licht- und Schattenwirkungen, die beim Umblättern entstehen, werden abgebildet und das Tempo des Blätterns bestimmt man mit der eigenen Mausbewegung, so dass man das Gefühl hat, die einzelne Seite anzufassen. Hinzu kommen weitere buch- und wahrnehmungsspezifische Aspekte: Eine Leselupe, die ohne „Ruckeln“ über die Seiten bewegt werden kann, ermöglicht die genaue Betrachtung von Details, jede Seite wird mit Zusatz-informationen erschlossen, Register und Inhaltsverzeichnis tun ein Übriges, um die Hand-schrift ausführlich vorzustellen. Der Benutzer kann sich also entscheiden, ob er - in reiner „Leselust“ - eine kostbare Handschrift in Ruhe betrachten und durchblättern möchte oder ob er es vorzieht, sich in einem zweiten (oder parallelen) Schritt zusätzlich zu informieren.

Zum Halle`schen Heiltum

In schwierigen Zeiten – aber auch sonst – ist es den Menschen seit jeher ein Bedürfnis sich Schutz und Segen von oben zu holen. Seit dem Mittelalter hatten sich Wallfahrten, Heiligenverehrung und Reliquienkult zu einem Höhe- und zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem Wendepunkt entwickelt. Der Ablasshandel mit Reliquien und Heiltumsweisungen, zu denen Zehntausende Gläubige zusammenströmten, hatte solche Auswüchse erreicht, dass Martin Luther diese „Geld-für-Glaube“-Mentalität zu einem Ausgangspunkt seiner Kritik an der Kirche machte. Wieviel hat es in Halle, wo Kardinal Albrecht von Brandenburg seinen Reliquienschatz zeigte, gekostet in den Himmel zu kommen? Die bußfertige Teilnahme an einer Heiltumsweisung und eine nicht näher bezeichnete Summe Geld für die Erhaltung des Neuen Stifts brachte einige Millionen Jahre Ersparnis im Fegefeuer – man kam dem Himmel näher.
Je älter und ehrwürdiger die Reliquien, desto größer ihre Wirkung. Kardinal Albrecht hatte in seiner Sammlung offenbar sogar etwas direkt aus dem Paradies: „Vom Feld, an dem Adam Buße geübt hat“. Und unzählig die „Armroeren“, Zähne, Stoffteile, Knochensplitter, aber auch ganze Finger und Zehen, sieben komplette „Heilige Leiber“, insgesamt Tausende Partikel, die in ihren kunstvollen Behältnissen Heil wirkten. K ardinal Albrechts über 350 Reliquienbehältnisse waren weithin berühmt – nicht nur wegen der wertvollen Inhalte, die sie bargen, sondern vor allem auch wegen ihrer Kunstfertigkeit: „Eyn gantz schneweysz viereckicht Elffenbeynenn kestleyn“, „Eyn gantz guldenn Monstrantz mitt kostlichenn Edeln steynen vnd Berlenn“, „Eyn gantz rotte Chorellen Crucifix In Silber gefast vnd vergult“, „Eyn Schoner Sarch mitt kostlichen Berlen vnd vielen Edeln gesteynen gestickt“, „Eyn grosz Silbern schiff mitt Chorellen“ – es nimmt nicht wunder, dass kaum etwas die Zeiten überstanden hat. Bereits der Kardinal musste das ein oder andere kostbare Stück zu Geld machen, um seine chronische Finanznot zu lindern, Reformation, Kriege und Notzeiten, in denen Gold- und Silberwerke eingeschmolzen wurden, taten ein Übriges, sodass heute kaum mehr als 20 Relikte, teils nur fragmentarisch, erhalten sind.
Hätte Kardinal Albrecht, der trotz Luthers eindringlicher Kritik, seinen „lieben Heiligen“ zeitlebens treu blieb, nicht diese Handschrift in Auftrag gegeben, in der die Goldschmiede und vielleicht auch sein Hofmaler Sebastian Franck die Kostbarkeiten in farbkräftigen Miniaturen, meist recht wirklichkeitstreu, verewigten – wir wüssten heute kaum etwas von diesem Schatz. Die um 1526 entstandene Handschrift, die in der Aschaffenburger Hofbibliothek mit der Signatur Ms. 14 aufbewahrt wird, ist ein einzigartiges Dokument der Goldschmiedekunst des 15./16. Jahrhunderts. Sie lässt den Verlust erahnen, wenn man dieser Fülle an Objekten, die einer fürstlichen Kunst- und Wunderkammer in nichts nachstehen, die wenigen erhaltenen Relikte zur Seite stellt.

Technische Mindestvoraussetzungen

Kompatibel mit allen Windows Betriebssystemen ab WIN 95
Pentium III-Rechner / 64 MB RAM empfohlen
 




Mein Warenkorb Mein Warenkorb

Keine Artikel enthalten


Herausgegriffen

Good Bye Bayern Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683. Katalog zur Ausstellung 2004
Pfeil Mehr


200 Jahre Franken in Bayern. Katalog, Aufsatzband, Kurzführer und Kartenspiel zur Landesausstellung 2006.
Pfeil Mehr


Cover DVD Dachau Konzentrationslager Dachau. Zeitzeugen berichten
Pfeil Mehr


Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern. Versuch einer Bilanz nach 55 Jahren
Pfeil Mehr


Geschichte des Bayerischen Parlaments 1819 bis 2003
Pfeil Mehr


"Bollwerk der Freiheit". 60Jahre Bayerische Verfassung - Bayerischer Landtag
Pfeil Mehr


Edition Bayern: Haßberge
Pfeil Mehr


Edition Bayern Sonderheft: An jedem Eck a Gaudi. Karl Valentin, Liesl Karlstadt und die Volkssänger
Pfeil Mehr


Wie Bayern vermessen wurde
Pfeil Mehr


Edition Bayern Sonderheft: Rebellen, Visionäre, Demokraten
Pfeil Mehr




Projekte und Ausstellungen Projekte_icon
Shop_Werbebanner_Zeitzeugen

Shop_Werbebanner_LA18