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Stadtansicht Augsburg (Fotografie)
Augsburg
Schwaben > Augsburg

 
Rückkehr der Fronttruppen (Fotografie)
Aktenverbrennung (Fotografie)
Vormarsch der Weißen (Fotografie)
Plünderungen (Fotografie)
Sozialistische Demonstration (Fotografie)
Ultimatum (Plakat)
Stadtansicht Augsburg (Fotografie)


In Augsburg läutete ein Streik der Belegschaft der Maschinenfabrik MAN am Morgen des 8. Novembers 1918 die Revolution ein. Bis zum Abend wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat unter Führung des späteren Zentralratsvorsitzenden Ernst Niekisch gegründet.

Mit der wirtschaftlichen Notlage verschärfte sich das Klima in der Industriemetropole mehr und mehr: immer wieder kam es zu Plünderungen und Ausschreitungen, die nach dem tödlichen Attentat auf Kurt Eisner ihren Höhepunkt fanden: Aufgebrachte Menschen verwüsteten die Innenstadt und konnten nur durch ein massives Aufgebot von Militär, Polizei und Gewerkschaften gestoppt werden.

Die linksradikalen Kräfte gewannen in der Folgezeit immer mehr an Einfluss im Augsburger Arbeiter- und Soldatenrat. Am 4. April forderte dieser den Bayerischen Zentralrat dazu auf, die Räterepublik zu etablieren. Dieser Forderung kam der Zentralrat in München drei Tage später nach.

In Augsburg selbst hingegen wurde die Räterepublik nach nur fünf Tagen wieder zurückgenommen: Die schwäbischen Bauern und die Regierung Hoffmann drohten die Stadt von der Lebensmittelzufuhr abzuschneiden. Daraufhin wurde eine Augsburger Delegation zu Verhandlungen nach Bamberg gesandt. Am 12. April beschloss der Augsburger Arbeiter- und Soldatenrat die Räterepublik zu beenden.

Trotz dem friedlichen Ende der Räterepublik kam es aber auch in  Augsburg noch zu blutigen Auseinandersetzungen. Als die Regierungstruppen im Zuge ihres Vorgehens gegen München am 20. April in Augsburg einmarschierten, wurden sie von bewaffneten Arbeitern angegriffen. Zwei Tage lang dauerten die Gefechte an, die besonders schwer in den Arbeitervierteln tobten. Mehr als 40 Menschen starben bei diesen Kämpfen.

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Text: Daniel Rittenauer
Literatur: Reinhold Forster, „… daß auch in Augsburg die rote Fahne weht!“, in: Geschichte quer 7 (1999), S. 33-40