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Kundmachung 8.11.1918 (Plakat)


Noch am 7. November 1918 verbreiteten sich in Passau die ersten Gerüchte über die Revolution in München. Am nächsten Tag wurde ein Soldaten- und Arbeiterrat gebildet, der zunächst Gefangene aus dem Oberhaus und dem Amtsgericht befreite. Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung stellte man eine 200 Mann starke Bürgerwehr auf.

Die Lage in Passau blieb nach der Revolution friedlich. Sie verschärfte sich erst nach der Ermordung Kurt Eisners am 21. Februar 1919: Der Soldaten- und Arbeiterrat bildete nun einen siebenköpfigen Vollzugsausschuss, der die Vollzugsgewalt über die Stadt und den Bezirk Passau übernahm. In der Folge wurde die konservative "Donauzeitung" zensiert, Lebensmittel beschlagnahmt und öffentliche Versammlungen verboten.

Insbesondere auf Betreiben des Soldatenrats Heinrich Rothmund  wurde am 7. April 1919 auch für die Dreiflüssestadt Passau die Räterepublik proklamiert, während sich die meisten anderen niederbayerischen Orte für die Regierung Hoffmann aussprachen.

Die Räterepublik dauerte in Passau acht Tage an: Nachdem unzufriedene Passauer mit einem Generalstreik das öffentliche Leben lahmzulegen drohten und den sofortigen Rücktritt des Vollzugsrats und die Beendigung der Räterepublik forderten, gab der Vollzugsrat nach. Am 15. April 1919 wurde die Räterepublik in Passau  aufgelöst.

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Text: Daniel Rittenauer
Literatur: Martina Schreiner, Die Revolution von 1918/19 in Passau, In: Ostbairische Grenzmarken 39 (1997), S. 161-175