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Revolution in Bayern > Rosenheim
Ansicht Rosenheim (Fotografie)
Rosenheim
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Ansicht Rosenheim (Fotografie)
Guido Kopp (Fotografie)
23. Februar 1919 (Fotografie)
Einwohnerwehr (Fotografie)
Rudolf Kanzler (Fotografie)


In Rosenheim wurde am 9. November 1918 die Republik verkündet. Ein Volks- und Soldatenrat übernahm nominell die Regierungsgeschäfte, während die städtischen Behörden ihre Arbeit ungehindert fortsetzten.

Ab Januar 1919 kam es dann aber immer wieder zu Zusammenstößen zwischen verschiedenen Rosenheimer Gruppierungen. Mit der Ermordung Kurt Eisners eskalierte die Lage: Unter Führung des Soldatenrates Guido Kopp wurde im Anschluss an einen Trauerzug für Eisner am 22. Februar 1919 das Rathaus besetzt. Bürgermeister Wüst wurde zum Rücktritt gezwungen und an seiner Stelle der Vorsitzende des Volksrates, Karl Göpfert (MSPD), als sozialistischer Gemeindebevollmächtigter eingesetzt.

Die MSPD missbilligte zwar die Handlungsweise Kopps, konnte sich aber nicht gegen ihn durchsetzen. Am 7. April rief Kopp schließlich auch für Rosenheim die Räterepublik aus.

Erst durch den so genannten Palmsonntagsputsch am 13. April in München formierte sich Widerstand gegen Kopp: Als sich Gerüchte über die Beendigung der Münchener Räterepublik in Rosenheim verbreiteten, gingen Bürgerliche und Sozialdemokraten gegen Kopp vor. Nach kurzen Kämpfen wurde er dann im "Bräu am Anger" festgenommen.

Inzwischen war in der Landeshauptstadt die 2. Räterepublik ausgerufen worden: Aus München rückten Rotarmisten an, überrannten die Stellung der Anhänger der Regierung Hoffmann und eroberten Rosenheim bis zum 14. April 1919 zurück. In der Folge kam es zu Erpressungen, Plünderungen und Verhaftungen.

Ende April rückten hoffmanntreue so genannte weiße Truppen von Wasserburg heran. Befehligt wurden sie von dem Rosenheimer Obergeometer Rudolf Kanzler, der in ganz Bayern Freiwillige für den Kampf gegen die Räterepublik rekrutiert hatte. Am 1. Mai rückten die Freikorps in Rosenheim ein, am 4. Mai konnte auch die die letzte Bastion der Rotarmisten, Kolbermoor, eingenommen werden.

Über 20 Menschen verloren bei den Auseinandersetzungen in und um Rosenheim ihr Leben.  

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Text: Daniel Rittenauer
Literatur: Otto Kögl, Revolutionskämpfe im südostbayerischen Raum, Rosenheim 1969