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Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg - Karriereleiter von Objekten

Untertitel: Ein Stern für den „Little General“
Erscheinungsdatum: 07.12.2015

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Kurt als Maskottchen © Haus der Bayerischen Geschichte [Speichern]

Augsburg / Regensburg, Dezember 2015. Unscheinbar liegt er da und verbirgt einen unbezahlbaren Schatz – ein unbezahlbares Stück Erinnerung: der Stern mit nur zwei Zentimetern Durchmesser, der den kleinen Kurt aus München-Schwabing um 1950 zum „Little General“ befördert hat. Kurt Fischbacher ist inzwischen 69 Jahre alt und hält diesen Stern bis heute in Ehren. Er erinnert ihn an seine Schwabinger Kindheit und an seine Freundschaft mit amerikanischen Soldaten.

Der Stern und seine Geschichte

Angrenzend an das amerikanische Militärhospital in Schwabing fing alles an. Dort hielt sich Kurt mit seinen 4 Jahren häufig auf und beobachtete neugierig die Soldaten der US-Armee, wenn sie auf ihrem Weg zum Sportplatz an der Isoldenstraße zum Baseball spielen waren. Der Platz diente auch als Hubschrauberlandeplatz, weshalb er im Volksmund den Beinamen „Amiwiesn“ bekam.

Kurt schloss schnell mit den Soldaten Freundschaft. Sie waren so begeistert von dem kleinen bayerischen Buben, dass sie ihn zum Glücksbringer und Maskottchen der Baseball-Mannschaft beförderten. In maßgeschneiderter Spielkleidung durfte Kurt die Mannschaft fortan zu Wettspielen begleiten, wie sie damals zum Beispiel in Bad Tölz stattfanden. Der angenehme Nebeneffekt für Kurt: Er lernte schnell Englisch, wuchs quasi zweisprachig auf und schuf sich so eine kleine Finanzquelle. Die Amerikaner setzten ihn als Dolmetscher ein, wenn sie nicht Englisch sprechende Besucher erwarteten.

Damit alles Recht und Ordnung hatte, wurde Kurt verwaltungstechnisch der „Military Police“ zugeordnet. Der Sergeant legte eine „Gehaltsliste“ für ihn an, auf das die Mitglieder der Military Police regelmäßige Einzahlungen leisteten. Mit einem Ausweis ausgestattet konnte er im Militärhospital ein und aus gehen, hatte freien Zugang zum Kasino und ins Kino und wurde mit zwei Sternen ausstaffiert, die ihn auf der Schulter haftend den Rang eines „Little Generals“ geben sollten. 1957 wurde das Krankenhaus an die Stadt München zurückgegeben, weshalb sich der Kontakt zu den amerikanischen Soldaten nach und nach auflöste.

Kurt Fischbacher aber bekommt heute noch leuchtende Augen, wenn er von dieser Zeit erzählt, die für ihn erlebnis- und lehrreich, aber auch so lukrativ war, dass er sich regelmäßig eine Cola und sein Lieblingseis „Banana Split“ leisten konnte. Der englischen Sprache und der amerikanischen Kultur blieb er stets treu: Kurt Fischbacher unterrichtete bis ins Jahr 2000 Englisch an Grund- und Hauptschulen, er bereiste ein paar Mal die USA und hatte jeweils das typische „American English“ sofort wieder im Ohr und auf der Zunge.

Der Stern wird Fundstück

Über 1.200 unterschiedlichste Objekte aus der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts konnten für das Museum der Bayerischen Geschichte innerhalb von drei Jahren zusammengetragen werden. Stern, Ausweis und Fotos von Kurt Fischbacher gehören seit August 2015 zu diesem Bestand dazu. Fischbacher hatte aus der Zeitung von den Sammelaufrufen für das Museum der Bayerischen Geschichte erfahren und sich beim Museumsteam gemeldet. Seine Geschichte ist ein spannendes und positives Dokument der Nachkriegszeit und wird nun vorbereitet über das Museum der Bayerischen Geschichte weiter getragen und erzählt zu werden, analog wie digital.

Der Stern bekommt eine Bühne

Zunächst stehen Stern, Ausweis und Fotos sehr kleinteilige Arbeiten bevor. Erst wird inventarisiert und dokumentiert, dann geht es an die Konservierung und an die Digitalisierung. Der letzte Schritt ist maßgeblich für die Bühnenreife der Geschichte Kurt Fischbachers. Denn nicht alle der über 1.200 Objekte werden in der Dauerausstellung des Museums der Bayerischen Geschichte Platz finden. Aber sie stehen alle bereit für vielfältige weitere Verwendungszwe>museum@hdbg.bayern.de., Telefon: 0821-3295-130

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