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Bayerische Landesausstellung 2000 Bavaria Germania Europa

Erscheinungsdatum: 08.05.2000

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Geschichte auf Bayerisch

Eine Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte
in Zusammenarbeit mit den Museen der Stadt Regensburg
Regensburg
Historisches Museum der Stadt Regensburg
Reichstagsmuseum im Alten Rathaus
18. Mai - 29. Oktober 2000

Bavaria, Germania, Europa:
Das Haus der Bayerischen Geschichte betrachtet 2015 Jahre Geschichte auf Bayerisch unter der Fragestellung "Was prägte Bayern?" Gingen in Bayern die Uhren anders? In Bayern haben sich, mitten in Europa, durch die Jahrhunderte Eigenheiten und besondere Selbstverständnisse entwickelt. Die Ausstellung fragt nach dem Hintergrund von Traditionen und Ereignissen, die bestimmend waren für Bayerns Selbstverständnis. Welche waren dies und welche sind es heute? Oder ist das, was wir heute als bayerisch, fränkisch oder schwäbisch empfinden, nur noch ein Rest von einstmals deutlicheren Charakteren? Wie stellt sich Bayern heute zu Europa als werdender politischer Heimat?
Jenseits krachlederner Klischees geht die Bayerische Landesausstellung 2000 der Besonderheit der bayerischen Geschichte an einem Ort nach, der kaum besser dafür geeignet sein könnte: Schon vor knapp 1000 Jahren schrieb ein gelehrter Mönch, Regensburg sei "alt und neu zugleich". Die alte bayerische Herzogsstadt, die Stadt der deutschen Könige und Kaiser, der Hof- und Reichstage und heute eine Stadt, die als Brücke Europas nach Osten gilt, ist Schauplatz und "lebendiges Ausstellungsstück" in einem.
Was prägte Bayern?
Ausstellungsteil im Historischen Museum der Stadt Regensburg
Im Historischen Museum der Stadt Regensburg fragen wir: Was ist typisch bayerisch? Welche Traditionen und tiefgreifenden Veränderungen haben unser Land geprägt? Statt einer Chronologie werden 2015 Jahre Geschichte auf Bayerisch schlaglichtartig in der Form eines historischen Festzuges dargestellt, inspiriert von Historiengemälden aus dem ersten Bayerischen Nationalmuseum. "Typisches" , das sind Bier und Oktoberfest, Zwiebelturm und Neuschwanstein. All dies wird gezeigt; doch ist es das allein, was Bayern ausmacht? Die Besucher sollen gerade auch solche Objekte zu sehen bekommen, die sie nicht unwillkürlich mit Bayern in Verbindung bringen würden. Neben dem gern für „typisch" gehaltenen werden viele unbekannte Ereignisse und Personen vorgestellt, die neue, unerwartete Blicke auf bayerische Geschichte erlauben.
Hochrangige Produkte der Augsburger Gold- und Silberschmiede , wie eine prunkvolle Doppeladleruhr aus der Schatzkammer der Fürsten Esterházy oder eine silberne Lavabo-Garnitur aus der Wiener Hofsilberkammer künden von Reichtum, Handelsbeziehungen und erstklassiger Handwerks-
kunst. Ein kostbarer Abtsstab mit dem Hl. Bonifatius aus Fulda und die „Heinrichsgewänder" aus dem Besitz des Kollegiatstifts der Alten Kapelle Regensburg sind liturgisch und künstlerisch wertvolle Objekte aus dem Umfeld kirchlicher Traditionen. Bildung und Kultur und deren Verbreitung repräsentieren selten gezeigte Stücke , so das Zábrdovicker illustrierte Evangeliar aus der Staatsbibliothek Olmütz und das prächtige Szepter der Artistenfakultät der Universität Ingolstadt.
Buchstäblich in die Tiefen Bayerns führt eine Diamant-Bohrkrone , die bei der Kontinentalen Tiefbohrung Windischeschenbach eingesetzt wurde. Höhenflüge bayerischer Ingenieurskunst demonstriert dagegen der Rotorkopf eines Hubschraubers nach dem "System Bölkow". Für moderne Architektur in Bayern steht das Modell des Olympiastadions von 1972 in München. Da es jedoch auch in Bayern nicht immer nur tierisch ernst zuging, soll auch der Aspekt der Kurzweil nicht zu kurz kommen. Das Oktoberfest, Schützenscheiben, Eisstöcke und Stopsel kennt jeder. Ob aber alle Ausstellungsbesucher schon einmal eine handgeschmiedete Stöckelplax gesehen haben?
Was prägte Bayern? - Die vorgestellten Beispiele sind Kostproben, sicher Denkanstöße. Um allen Besuchern weitere Informationsquellen zur Gegenwart und Geschichte Bayerns zugänglich zu machen, werden Videoeinspielungen, Hörstationen und interaktive Computerinstallationen eingesetzt.
Bayern, Deutschland und Europa
Ausstellungsteil im Reichstagsmuseum des Alten Rathauses Regensburg
Bayern versteht sich als besonderer Teil Deutschlands und Europas. Es will auch in Zukunft eine unterscheidbare Region Europas bleiben und an einer politischen Ordnung mitwirken, die "Bayerisches" in möglichster Vielfalt bestehen lässt. Für aktuelle Fragen an die Europäische Union steht eine Infobörse allen Interessierten offen.
Die Europäische Union ist, nicht zuletzt auf Grund der Erfahrungen aus zwei Weltkriegen, zu einer funktionierenden Rechts- und Friedensordnung ausgebaut worden. Hierin liegt eine deutliche Parallele zum politischen System des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Auch hier hatten sich Bayern und die Angehörigen des bayerischen, schwäbischen und fränkischen Reichskreises mit den anderen Teilhabern an der Macht im Reich zusammengefunden, um über Krieg und Frieden, Recht und Gesetz, Wirtschaft und Finanzen zu entscheiden. Die bis heute kaum veränderten Säle und Tagungsräume des Immerwährenden Reichstags waren in ihrer Glanzzeit Orte lebendiger Begegnung, Diskussion und Repräsentation. Manch einer wird vom heutigen Europa ebenso unklare Vorstellungen haben wie vom 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation . Wo anders als an diesem für die Verfassung jenes Reichs wohl wichtigsten Ort wäre es also sinnvoller, den Fragen nachzugehen: Was war eigentlich dieses Reich? Worin liegt seine aktuelle Bedeutung als Modell für ein heutiges Europa der Regionen?
Das wichtigste Kennzeichen des "Alten Reichs" lag in der Vielfalt seiner Territorien : vom mächtigen Fürstenstaat über die wohlhabende oder verarmte Reichsstadt bis zum kleinen geistlichen Fürstentum. Wertvolle historische Landkarten aus Regensburger Beständen umreißen die geografischen und politischen Grundlagen. Das Heilige Römische Reich führte seine Wurzeln bis in die Antike zurück, wie Berninis Modell der Statue von Kaiser Konstantin veranschaulicht. Karl der Große (gezeigt wird die älteste Darstellung in einer Buchmalerei des 9. Jahrhunderts) belebte diese Kaisertradition neu und stellte sie auf christliche Grundlagen. Als Schutzheiligen erkor man sich den Hl. Mauritius, der in Gestalt einer Bronzeplastik von Vischer (um 1500) zu sehen sein wird. In gewandelter Form versuchte man im "Zweiten Kaiserreich", gegründet 1871 in Versailles, an diese Traditionen anzuknüpfen. Ein Gemälde von Anton von Werner erzählt von dem feierlichen Akt. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. begegnet uns als Bronzebüste mit Pickelhaube, die beeindrucken will.
Anders als im wilhelminischen Deutschland wurden die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gewählt - von den Kurfürsten, die ebenfalls mit kostbaren Insignien vertreten sein werden. Insignien sind Zeichen der Macht - eine eigene Gruppe herausragender Objekte herrscherlicher Selbstdarstellung zeigt die Tradition der Machtsymbole vom Mittelalter bis heute. Dazu gehören nicht nur Kronen und Reichsäpfel , sondern auch Staatsporträts, Huldigungsgeschenke, der transportable Reisethron von Kaiser Franz I. und seiner Gattin Maria Theresia oder ein berühmtes Amtssymbol: das Reichs-Heroldsschwert , das Luther auf seiner Reise zum Wormser Reichstag Schutz gewährte. Wichtiger noch als die Symbole sind die Verfassungstexte: Ein Überblick über deutsche Verfassungen , angefangen von der "Goldenen Bulle" von 1356 bis hin zu den aktuellen deutschen und europäischen Texten, bildet das Zentrum des "Reichssaales".
Das moderne Europa setzt sich aus demokratisch verfassten Staaten zusammen, auch wenn manche noch über Monarchen als Staatsoberhäupter verfügen. Über Wahlen zu den Parlamenten der Einzelstaaten sowie zum Europäischen Parlament beteiligen sich die Bürger an der Gestaltung ihres politischen Umfeldes. Aber auch in der Vergangenheit war die europäische Ländermasse - das Heilige Römische Reich - keineswegs eine absolute Monarchie. Hier gab es freilich kaum Volksvertretungen, doch immerhin Vertretungen der einzelnen Territorien, die politische Entscheidungen beeinflussten. Die Tagungsräume erinnern an den Gesandtenkongress des "Immerwährenden Reichstags", der fast ununterbrochen von 1663 bis 1806 im Regensburger Alten Rathaus tagte. Diese lang andauernde Tradition der Stände- und Volksvertretungen von den Hoftagen des Mittelalters bis zu den heutigen Parlamenten wird mit interessanten historischen Exponaten dargestellt. Dazu gehören die Sessionsprotokolle der Kurien des Immerwährenden Reichstags ebenso wie ein originaler Abgeordnetenstuhl aus dem ersten deutschen Bundestag von 1949.
Die Wahrung von Frieden und Recht : Das ist die Aufgabe des modernen Europa, das war die Existenzberechtigung des Heiligen Römischen Reichs.
Auch in Zeiten von Krisen und Kriegen konnte sich die Idee des Friedensschutzes über die Institutionen des Reichs behaupten. Anrührende, kuriose und beeindruckende Objekte aus der Rechts- und Kriegspraxis des Heiligen Römischen Reichs belegen die Bemühungen unserer Vorfahren, den Unwägbarkeiten des Lebens funktionierende Ordnungen gegenüberzustellen.
Bavaria, Germania, Europa haben ihren größten Auftritt zum Schluß: Bereits vor Jahrhunderten gefasst in allegorischen Figuren , versinnbildlichen sie ebenso politische Wunschvorstellungen wie satirische Kritik an bayerischen, deutschen und europäischen Eigen- und Gegebenheiten. Diese Versammlung berühmter Darstellungen von Bavaria-, Germania- und Europafiguren markiert den Endpunkt einer spannenden Reise von Bayern über Deutschland nach Europa, die sich im Jahr 2000 niemand entgehen lassen sollte.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Katalogbuch.
Technische Daten
Bayerische Landesausstellung 2000
Bavaria Germania Europa
Geschichte auf BayerischEine Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte
in Zusammenarbeit mit den Museen der Stadt Regensburg
Ausstellungsorte :
Regensburg
Historisches Museum der Stadt Regensburg
Reichstagsmuseum im Alten Rathaus
18. Mai - 29. Oktober 2000
täglich 9.30 - 19 .00 Uhr
Mi. und Sa. bis 21.00 Uhr
Eintrittspreise :
Erwachsene DM 10,-
Ermäßigt (Gruppen) DM 7,-
Kinder, Schüler DM 2,-
Familienkarte DM 20,-
Führung DM 3,-
Informationen :
Haus der Bayerischen Geschichte
Postfach 10 17 51, D-86007 Augsburg
Tel. (0821) 3295-0; Fax (0821) 3295-220
E-Mail 082132950@t-online.de

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