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CD-ROM zur Geschichte des Bayerischen Parlaments 1819-2003

Erscheinungsdatum: 12.07.2005

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Bei der Betrachtung der Bayerischen Landesgeschichte wurde die Geschichte des Parlamentarismus - von Fachpublikationen abgesehen - bisher nur selten oder eher am Rande berücksichtigt. Das verwundert umso mehr, als Bayern auch und gerade auf diesem Gebiet eine lange Tradition vorweisen kann. Schon der Titel der CD "Geschichte des Bayerischen Parlaments" weist darauf hin, dass diese Tradition mehr umfasst als "nur" die Geschichte des Bayerischen Nachkriegs-Landtags seit 1946. Bereits 1818 erließ König Max I. Joseph eine Verfassung, die ein aus zwei Kammern bestehendes Parlament vorsah. Anspruch und Ziel der CD ist es, Entwicklungslinien der bayerischen Parlamentsgeschichte seit dieser Zeit aufzuzeigen. Die Darstellung schließt dabei die Kammer der Abgeordneten und die Kammer der Reichsräte für die Zeit des Königreichs ebenso ein wie den revolutionären Provisorischen Nationalrat von 1918/19. Die CD informiert ferner über den nur aus einer Kammer bestehenden Landtag der Weimarer Republik und die Verfassunggebende Landesversammlung von 1946. Die Geschichte des (inzwischen aufgelösten) Bayerischen Senats und des Bayerischen Landtags bilden schließlich Brücken zur Gegenwart.
Die CD gliedert sich in drei Hauptbereiche: Ein thematischer Überblick bietet ausführliche Informationen über Zusammensetzung, Aufgaben und Funktionen des Parlaments sowohl heute als auch in früherer Zeit.
Die "Chronologie" folgt zwei Betrachtungsebenen: Einerseits werden alle Landtagsperioden mit je einem Überblickstext und einer Zusammenstellung der Gesetzgebungstätigkeit dargestellt. Den Überblick ergänzen Listen der Mitglieder des Parlaments und der Kabinettsmitglieder für die jeweilige Zeitspanne. Ab 1869 stehen zusätzlich Grafiken zu Wahlergebnissen und Sitzverteilung zu Verfügung.
Neben diesen parlamentsbezogenen Einträgen umfasst die Chronologie auch ausgewählte Daten zur bayerischen, deutschen und europäischen Geschichte. Beide Bereiche sind reich bebildert und gegebenenfalls durch Ton- und Filmdokumente ergänzt.
Einen systematischen Zugriff auf alle Daten der CD ermöglicht schließlich der Bereich "Register und Suche". Neben einer Volltextsuche können hier alle Personen (in alphabetischer Reihenfolge), alle Legislaturperioden sowie Tagungsorte des Parlaments (in chronologischer Reihenfolge) aufgerufen werden. Weitere Informationsmöglichkeiten bieten Glossar und Literaturverzeichnis. Über Berufs- und Ortsregister werden vielfältige Suchansätze unterstützt.
Einen weiteren Schwerpunkt der CD bildet die Personen-Datenbank. Erstmalig werden so alle Abgeordneten, Senatoren, Provisorischen Nationalräte, Reichsräte, Kabinettsmitglieder und Könige von 1819 bis 2003 auf einer einzigen Informationsplattform abrufbar. Insgesamt sind 4402 Personen erfasst.
Jede Person wird mit Lebensdaten und - sofern recherchierbar - ergänzenden biografischen Angaben sowie - falls vorhanden - einem Bild vorgestellt. Grundlage für diese Personendatenbank bildete zum einen der Datenbestand des Landtagsamtes. Zum anderen stellte das Hauptstaatsarchiv die Daten der Mitglieder des Bayerischen Senats zur Verfügung. Die biografischen Angaben der Mitglieder der Verfassunggebenden Landesversammlung stammen aus dem Archiv für Christlich Soziale Politik. Ergänzende Daten zu den Mitgliedern des Bayerischen Landtags während der 13. und 14. Wahlperiode lieferte schließlich die Neue Darmstädter Verlagsanstalt.
Den Schwerpunkt der Personeneinträge bildet die politische Vita. Diese umfasst vor allem Informationen zur Mitgliedschaft im Parlament und seinen Gremien; ferner sind Angaben zur Parteizugehörigkeit und zu politischen Ämtern vermerkt.
Ausgangsbasis für die Bebilderung der Personeneinträge waren zum einen die Landtags-Handbücher, die ab 1881 unter folgenden Titeln erschienen sind: Almanach für den Bayerischen Landtag (1881), Bayerischer Landtags-Almanach (1887), Joseph Kürschner, Der Bayerische Landtag (1893), Parlamentarisches Handbuch für Bayern (1894), Amtliches Handbuch der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtages (ab 1900), Amtliches Handbuch des Bayerischen Landtags (ab 1920), Handbuch des Bayerischen Landtags (ab 1958). Zum anderen konnten zahlreiche Porträts im Bildarchiv des Bayerischen Landtags und im Bildarchiv des Hauses der Bayerischen Geschichte ermittelt werden. Darüber hinaus wurden die einschlägigen Archive, Sammlungen und Museen konsultiert.
Trotz intensiver Recherchen konnte bisher noch nicht zu jeder Person ein Porträt gefunden werden. Dennoch sind 68% der insgesamt 4402 Personeneinträge bebildert. Darüber hinaus fehlen bei einigen Personen (vor allem bei Abgeordneten und Reichsräten in der Zeit vor 1900) ein Teil der Lebensdaten oder genauere Angaben zur Biografie. In 560 Fällen (=12,7%) ist das Geburts-, in 783 (=17,8%) das Sterbedatum unbekannt. Bei 1740 Personen (=39,5%) ist die Konfessionszugehörigkeit nicht vermerkt. Das liegt in der Regel daran, dass die Betreffenden beim Eintritt in das Parlament darüber keine Angabe gemacht haben.
Die CD soll deshalb auch einen Anstoß für weitere Forschungen geben. Wir laden dazu ein, durch die Übermittlung von Daten und Bilder die bisher noch bestehenden Lücken auf der CD zu schließen. Die Informationen werden am Haus der Bayerischen Geschichte zentral gesammelt und ausgewertet. Die Kontaktadresse lautet:
Haus der Bayerischen Geschichte
Stichwort "CD-Parlament"
Postfach 101751
86007 Augsburg
E-Mail: parlamentarismus@hdbg.bayern.de
Darüber hinaus haben wir auch in unserem Internetangebot (www.parlamentarismus.hdbg.de) ein Kontaktformular eingerichtet, über das Informationen online eingegeben werden können.
Die CD, die von Helmut Grabendörfer M.A. und Dipl.-Ing. Hans-Peter Veit, München, realisiert und gestaltet wurde, kostet 12.-- und ist über das Haus der Bayerischen Geschichte zu beziehen.

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