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Ausstellung 2004 Good Bye Bayern - Grüß Gott America

Erscheinungsdatum: 24.06.2004

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Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683

Am 24. Juni 2004 eröffnet Staatsminister Dr. Thomas Goppel die Ausstellung des Hauses
der Bayerischen Geschichte "Good Bye Bayern - Grüß Gott America", die bis 26. September täglich von 10-18 Uhr in der Alten Schranne in Nördlingen zu besichtigen ist. Auf 600 m2 sind in zwei Geschossen des historischen Gebäudes ca. 400 Exponate aus Deutschland und den USA aus Museen und Privatbesitz ausgestellt. Die Mehrzahl wird zum ersten Mal gezeigt.
Für Einzelbesucher werden täglich um 11.30 Uhr und um 15.00 Uhr Turnusführungen angeboten. Für Gruppen steht nach Voranmeldung ein kompetentes Führungsteam zur Verfügung. Anmeldungen unter goodbyebayern@noerdlingen.de oder unter Telefon Nummer 09081 - 2759942 oder Fax Nummer 09081 - 2759945.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,00 Euro (ermäßigt 3.00), für Schüler 2,00. Die Führung kostet pro Person 2,00 Euro, für Schüler 1.00.
Das Begleitbuch mit 350 Seiten, 460 schwarz-weißen und farbigen Abbildungen kostet in der Ausstellung broschiert 18,00 Euro. Die Buchhandelsausgabe des Primus Verlags kostet 24,90 Euro. Ein Kurzführer in englischer und deutscher Sprache, der ausschließlich in der Ausstellung oder über das Haus der Bayerischen Geschichte zu beziehen ist, kostet 4,00 Euro.
Die Stadt Nördlingen hat ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt. Filme, eine Vortragsreihe, Sonderführungen und Vorführungen mit der Laterna Magica im "Museum augenblick" ergänzen die Ausstellung. Im Stadtmuseum Nördlingen befasst sich die Ausstellung "Ries Ade" mit Auswanderern aus der nahen Region.
Kurzinformationen zur Ausstellung:
"Jetzt ist die Zeit und Stunde da, wir reisen nach Amerika. Der Wagen steht schon vor der Tür. Mit Weib und Kind, ja da ziehen wir."
So lautet die erste Strophe des wohl bekanntesten bayerischen Auswandererliedes, von dem viele örtlich verschiedene Varianten existieren. Es erinnert an eine Bewegung, die besonders im 19. Jahrhundert in vielen Gegenden Bayerns und der bayerischen Pfalz beinahe zum Alltag gehörte: die Auswanderung von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten. Das Ziel von 90% aller Auswanderungswilligen war "Amerika".
Mit dieser Bewegung, die im Verlauf von rund 300 Jahren wenigstens 1 Million Menschen aus Bayern betraf, befasst sich erstmals aus bayerischer Sicht die Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte "Good Bye Bayern - Grüß Gott America", die vom 25. Juni bis 26. September in der Alten Schranne in Nördlingen i. Ries stattfindet.
Insgesamt 13 Ausstellungsabteilungen mit rund 400 Originalexponaten erzählen die Geschichte der bayerischen Auswanderung nach Amerika seit 1683 bis zur Gegenwart. Das Besondere dabei ist die Vielfalt der Exponate, die so vielfältig sind wie die Geschichten, die sie zu erzählen helfen.

"Von Bayern nach Amerika"
In allen Epochen der europäischen Geschichte waren Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Länder Ost- und Südosteuropas die hauptsächlichen Ziele der deutschen Auswanderer. Durch die Kolonisierung Nordamerikas bot sich ein neuer, unerschlossener Raum für Siedler aus Europa an.
Motive zur Auswanderung
Eine Auswanderung konnte religiöse Gründe haben, aus ökonomischen Erwägungen erfolgen, wegen politischer Bedrängnisse und Verfolgung stattfinden. In den allermeisten Fällen waren mehrere dieser push-Faktoren dafür verantwortlich, dass der Wunsch zur Auswanderung auch in die Tat umgesetzt wurde. Dazu kamen die pull-Faktoren, Vorstellungen vom Land Amerika, in dem vieles, das im eigenen Umfeld fehlte, vorhanden sei: Arbeit und Raum für jeden, landwirtschaftlich nutzbare Flächen, politische Freiheiten und Rechte, die Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man wollte; viele aber träumten einfach nur vom sich satt essen können.
Vorbereitungen zur Auswanderung
Ratgeberliteratur und Briefe
Die Auswanderer taten und tun bis heute gut daran, sich vor der Reise über ihre neue Heimat zu informieren. Unzählige Reiseberichte und Auswandererratgeber wurden verfasst. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine eigene Auswandererliteratur. Der erste in Bayern veröffentlichte Auswandererratgeber erschien 1840: Traugott Brommes "Hand- und Reisebuch für Auswanderer". Als besonders glaubwürdige Quelle galten Briefe von bereits ausgewanderten Freunden, Verwandten und Bekannten. Sie zeichneten häufig ein detailreiches Bild vom täglichen Leben in der Neuen Welt.
Der Behördenweg
Das Recht auf Freizügigkeit und Auswanderung bestand in Bayern erst seit 1868. Bis dahin musste bei den Behörden ein Antrag auf Auswanderung gestellt werden. Um einen Reisepass zu erhalten waren verschiedene Papiere nötig: Geburts- und Taufzeugnis, Vermögensnachweis, Leumundszeugnis, eventuell ein Pockenschutzzeugnis oder für Männer ein Militärentlassschein. Mit der Auswanderung legte man bis 1854 die bayerische Staatsbürgerschaft ab.
Auswanderungsagenten
Die Auswanderungswelle des 19. Jahrhunderts schuf einen eigenen Berufszweig: den Auswanderungsagenten. Dies waren Männer, die haupt- oder nebenberuflich im Auftrag der großen Reedereien handelten und Schiffspassagen oder sonstige Reisedokumente an die Auswanderungswilligen vermittelten; in etwa eine Vorform der heutigen Reisebüros.
Abschied
Im 18. und 19. Jahrhundert bedeutete der Abschied von zuhause in den allermeisten Fällen einen Abschied für immer, da die Reise teuer, beschwerlich und gefährlich war. In den Abschiedsliedern drücken sich oft Enttäuschung und Zorn auf die sozialen und politischen Verhältnisse zuhause aus, die zur Auswanderung zwingen. Gleichzeitig wird die Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika deutlich: "Dann kommen wir nach Baltimoor, da strecken wir die Händ empor und rufen laut Viktoria, jetzt sind wir in Amerika. Dann gehen wir in an Gasthof nein und trinken eine Flasche Wein und lassen s'Deutschland s'Deutschland sein!", so drückt dies unser Amerika-Lied aus.

Reise
Die Auswanderung erfolgte gewöhnlich in drei Etappen: Zunächst musste der Weg vom Heimatort zum Hafen bewältigt werden. Für Bayern waren das Le Havre, Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg. Von dort aus traten die Auswanderer die Überfahrt nach Amerika an. Dort angekommen schloss sich der letzte Teil der Reise an, die Fahrt ins Landesinnere an den Zielort der neuen Heimat. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes ab 1850 und die immer kostengünstiger werdenden Dampfschiffverbindungen zwischen Deutschland und Amerika erleichterten die Reise sehr.
Ankunft
Wer nach Amerika auswanderte, landete meist in einem Hafen an der Ostküste, seit den 1830er Jahren am häufigsten in New York. Die wichtigste Aufnahmestation für Einwanderer war zunächst Castle Garden, an der Südspitze von Manhattan gelegen. Bis 1890 kamen dort 8,2 Millionen Immigranten aus aller Herren Länder an. Ab 1892 wurde Ellis Island, auf einer Insel vor New York gelegen, das wichtigste Tor in die Vereinigten Staaten. Als Ellis Island 1954 geschlossen wurde, hatten 17 Millionen Menschen diese Station passiert.
New York
In New York ließen sich die Neuankömmlinge zumeist in "Kleindeutschland" auf der bayerischen East Side nieder, der größten deutschen Gemeinde außerhalb Deutschlands. Mit den Einwandererzahlen wuchs New York in rasantem Tempo mit: 1750 zählte es 16 000 Einwohner, um 1800 waren es 60 000 und 1860 lebten 800 000 Menschen in New York, unter ihnen ca. 120 000 Deutsche.
Westwärts
Mit dem Vorrücken der Einwanderer nach Westen ging die Kultivierung der Wildnis einher, verbunden mit einer zumeist gewaltsamen Verdrängung und Unterwerfung der indianischen Bevölkerung. Der erfolgreiche Weg nach Westen, den die Einwanderer nahmen, ist auch dem technischen Fortschritt zuzuschreiben; besonders im Transportwesen. Am 10. Mai 1869 trafen die von der Ost- und Westküste vorangetriebenen Strecken der Union Pacific und der Central Pacific Railroad in Utah zusammen.
Niederlassungen
Deutsche Niederlassungen mit bayerischen Quartieren fanden sich vermehrt an der Ostküste in Pennsylvania, im Gebiet um die Großen Seen, in Wisconsin, Iowa, Ohio, aber auch in Missouri und in Texas. New York, Chicago, Milwaukee, Cincinnati und St. Louis beherbergten große deutsche Gemeinden. Oft blieben Leute aus einer Gegend auch in Amerika zusammen. So versammelten sich zum Beispiel die Einwanderer aus dem Bayerischen Wald in Oshkosh, die Arzberger im heutigen South Bend.
Arbeiter und Unternehmer
Die Auswanderung in die USA wurde auch für viele Bayern zu einer Erfolgsstory. Manche stiegen vom mittellosen Einwanderer zum Großunternehmer auf, andere konnten auf einem schon vorhandenen Kapital aufbauend riesige Vermögen erwerben. Mehr noch aber entstanden mittelständische Existenzen. Von den zahlreichen Einwanderern, die im Elend untergingen, gibt es kaum Zeugnisse.
Kulturelles Leben
Die deutschen Einwanderer brachten wichtige Elemente ihrer Hoch- und Alltagskultur mit ins Land und befruchteten damit auch die amerikanische Kultur. Sie pflegten z.B. die deutsche Sprache, die Vereinskultur mit Turnern, Chören und Musikkapellen oder brachten traditionsreiche Handwerke wie die Glasmalerei mit.
Verbindungen
In Zeiten ohne Telefon und Internet waren Briefe das einzige Mittel, um den Kontakt mit der Familie und Freunden und Bekannten aufrecht zu halten. Ersatz für die persönliche Begegnung waren Fotografien. Schließlich hielten gegenseitige Geschenke hinüber und herüber die Verbindung aufrecht.
Auswandererschicksale/Biografien
20 bayerische Einzelschicksale stehen für die Vielzahl der Auswanderer. Ihre Biografien bieten die Möglichkeit, alle Themen, denen man in der Ausstellung begegnete, noch einmal anhand eines Lebenslaufes näher zu betrachten und zu vertiefen.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch mit 460 farbigen und schwarz-weißen Abbildungen. Ein umfänglicher Internetauftritt macht zusätzliche Exponate zugänglich. Führungen und museumspädagogische Programme werden angeboten.
Veröffentlichungen
Katalog 18.- Euro
Kurzführer (englisch, deutsch) 4.- Euro

Informationen:
www.auswanderung-aus-bayern.de
www.hdbg.de
Ausstellungsbüro, Führungen: 09081 2759942 Fax: 09081 2759945
email: goodbyebayern@noerdlingen.de
E-Mail: poststelle@hdbg.bayern.de

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