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Fünf Tonnen bayerische Dampfkraft

Untertitel: Museum der Bayerischen Geschichte erhält eine Lokomobile
Erscheinungsdatum: 14.09.2018

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Die Lokomobile auf der Ausstellungsbühne [Speichern]

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Regensburg / Augsburg. Sie wurde 1921 von der Firma Lanz mit Produktionsstätten in Mannheim und Regensburg gebaut, hat Bauern die Arbeit auf bayerischen Feldern erleichtert und kam schließlich in Südamerika auf einer Zuckerrohrplantage zum Einsatz: Die Lokomobile der Firma Lanz. Als Re-Import kam sie über Berlin wieder zurück: Zunächst zu Dampfmaschinentüftler Martin Hofbauer nach Niederbayern, der die Lokomobile 2015 für das Museum der Bayerischen Geschichte aufbereitet und aufpoliert hat. Im September 2018 zieht der Fünf-Tonner schließlich mit einem Kran in den ersten Stock des Museums am Regensburger Donaumarkt ein. Dort wird sie in der Dauerausstellung ab Mai 2019 zeigen, wie Maschinen die Landwirtschaft revolutioniert haben.

Rückblende: Lokomobile revolutionieren die Landwirtschaft

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war Landwirtschaft schwere körperliche Arbeit und enorm zeitaufwändig. Abhilfe verschaffte die Dampfkraft, die im 19. Jahrhundert zunächst in der Industrie und im Handwerk eingesetzt wurde. Die ersten landwirtschaftlichen Lokomobile wurden 1842 in Großbritannien gebaut. In Bayern wurde die erste Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen mit der Firma Buxbaum 1859 in Augsburg gegründet. Es folgte 1862 Esterer in Altötting und 1864 die Firma Lanz in Mannheim, die eine Zweigfabrik in Regensburg eröffnete.

Lokomobile waren nicht selbst fahrende Gefährte wie die Automobile, sie mussten noch von Ochsen- und Pferdegespannen an Ort und Stelle ihres Arbeitseinsatzes gezogen werden. Meistens wurden sie zum Dreschen eingesetzt. Im Unterschied zum modernen Mähdrescher waren jedoch viele Menschen zum Mithelfen nötig: Die Dampfmaschine trieb über Transmissionsriemen die Dreschwagen an. Eingespielte Lohndreschertrupps mit einem Maschinisten, einem Heizer und weiteren Arbeitern, die die Garben reichten, einlegten, das ausgedroschene Getreide in Säcke füllten und das ausgedroschene Stroh bündelten, zogen durch die Lande. Wenn mit dem Trupp und den Maschinen der „Dampf“ kam, dann kam richtig Leben in die Dörfer. Die Bäuerinnen ließen sich bei der Verpflegung der Trupps nicht lumpen. An Dreschtagen wurde richtig aufgefahren: Von der Nudel bis zum Gselchten - meistens wurde eigens ein Schwein geschlachtet. Auch Kaffee und Bier gehörte zum Verpflegungsstandard, der oft sogar vertraglich geregelt war. Denn die Bezahlung erfolgte nicht nur monetär, sondern auch in Naturalien.

Die Lokomobile im Museum der Bayerischen Geschichte

Auch wenn Bayern heute weltweit zu den stärksten Wirtschafts- und Industrieregionen der Welt gehört, gilt es als agrarisch geprägt und als „Bauernland“. Die wirtschafts- und mentalitätsgeschichtlichen Folgen werden im neuen Museum der Bayerischen Geschichte breit thematisiert. Der bayerische Fünftonner wird dabei eine Starrolle einnehmen. Wurde er in Bayern zunächst zum Dreschen eingesetzt, erleichterte er später in Argentinien den Arbeitern auf einer Zuckerrohrplantage das Leben. Mit dem Museum der Bayerischen Geschichte kommt es nun retour.

Mehr Informationen unter www.hdbg.de/museum

 

Pressebilder

Diese Bilder können auch separat angefordert werden.

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