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Weinparadies und Reblausplage

Untertitel: Das Auf und Ab im Weinbau am Main
Erscheinungsdatum: 10.09.2013

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Wein aus „Bierfranken“? Das erscheint uns heute unglaublich. Vor einigen hundert Jahren waren die Weinstöcke jedoch im ganzen heutigen Bayern weit verbreitet. In Franken ist der Weinbau erstmals für das Jahr 777 urkundlich belegt. Der Main war sozusagen selbst der größte aller Winzer: Er schuf das Kleinklima und grub die idyllischen Hänge, an denen bis heute die Reben gedeihen. Während der Warmzeit des Mittelalters, die sich etwa von 1000 bis 1550 erstreckte, wurde dann nicht nur um Würzburg oder Volkach, sondern fast auf der ganzen Länge des Mains auf etwa 40.000 Hektar Wein angebaut. Sogar am Oberlauf bei Bamberg, Staffelstein und Kulmbach standen damals Rebstöcke. Heute verbindet man diese Städte viel eher mit ihren Bierspezialitäten.
 
Die folgenden Jahrhunderte ließen den Weinbau allmählich, aber stetig zurückgehen. Schuld daran war nicht nur ein kälteres Klima. Auch der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 vernichtete viele bäuerliche Existenzen. Um 1800 wurden in Franken noch etwa 10.000 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. In der Folgezeit machten andere Getränke dem Wein immer mehr Konkurrenz: Das Bier, der Kaffee, den sich nun breite Bevölkerungsschichten leisten konnten, und nicht zuletzt Weine von außerhalb ? aus der Pfalz, die jetzt zu Bayern gehörte, oder aus Südeuropa. Viele Häcker, wie die Winzer in Franken heißen, gaben ihre Landwirtschaft auf und wanderten in die Industrie ab. In den ersten Jahrzehnten nach 1900 verheerte die aus Amerika eingeschleppte Wurzelreblaus auch am Main zahlreiche Weinlagen. Man bekämpfte sie anfangs mit der chemischen Keule, was den Pflanzen zusätzlich schadete. Kleinere Betriebe konnten sich die nötige Sanierung der Weinberge oft nicht mehr leisten. Um 1960 waren in Franken nur noch etwa 2.360 Hektar Rebfläche übrig.
 
Seither haben die Winzer und staatliche Stellen sich erfolgreich angestrengt, den Frankenwein wieder profitabler und beliebter zu machen. Flurbereinigungen ermöglichten es, die Flächen besser zu nutzen und maschinell zu bewirtschaften, außerdem wurden die Verarbeitungsmethoden verbessert. Heute wird in Franken wieder auf ca. 6000 Hektar Wein angebaut. Der Rebensaft vom Main, noch immer überwiegend in der typischen Bocksbeutelflasche, kann heute in der Liga der internationalen Spitzenweine mitspielen.
 
In der Landesausstellung „Main und Meer“ in Schweinfurt erfahren Sie mehr über die fruchtbare Verbindung zwischen Main und Frankenwein, begegnen einer Riesenreblaus und erleben eine Leistungsschau der fränkischen Winzer.
 
 
Veranstalter der Bayerischen Landesausstellung „Main und Meer“
Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
 
Kontakt
Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Tel.: +49 (0)821 3295-0
E-Mail: pressestelle@hdbg.bayern.de
Informationen unter: www.hdbg.de/main/

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