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Mit Pippi Langstrumpfs Papa zur See

Untertitel: Karl Nauer, ein Südseekapitän aus dem Allgäu
Erscheinungsdatum: 27.08.2013

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Karl Nauer [Speichern]

Ein Zehnjähriger steht staunend vor dem Bodenseedampfer, sein Berufswunsch steht fest: Kapitän! 1903, knapp 20 Jahre später, besitzt Karl Nauer das Kapitänspatent. Doch das schwäbische Meer ist ihm zu klein. Als Kapitän der „Sumatra“ transportiert er für die Reederei „Der Norddeutsche Lloyd“ im Bismarckarchipel im westlichen Pazifik Kopra, das Kernfleisch der Kokosnuss. Seine freie Zeit nutzt er, um Land und Leute kennenzulernen und beginnt einen fruchtbaren Tauschhandel mit den Einheimischen. Zeugnisse seiner Sammelleidenschaft finden sich heute noch im Bremer Überseemuseum und im eigens dafür gebauten Südseemuseum in seinem Heimatdorf Obergünzburg im Allgäu.
 
Sein schwedischer Namensvetter Carl Pettersson arbeitete zur gleichen Zeit für die deutsche Firma Neuguinea Compagnie. Nach einem Schiffsbruch im Bismarckarchipel landet er 1904 auf der Insel Tabar, verliebt sich in die Häuptlingstochter und wird nach dem Tod ihres Vaters dort König Karl I.. Er handelt mit Kopra und findet später sogar Gold auf seiner Insel. Über „Kung Kalle“ und seine ungewöhnliche Karriere berichten schwedische Zeitungen. Auch die kleine Astrid Lindgren erfährt von ihm und so wird der Südseekönig Carl Pettersson das Vorbild für Pippis Vater Efraim Langstrumpf.

Es scheint, als wäre zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Südsee alles möglich gewesen. Allgäuer Bauernsöhne werden Südseekapitäne, Sammler und Forscher und schwedische Seefahrer Häuptling, Goldgräber und historische Vorlage für Efraim Langstrumpf.
 
So mäandern manche Lebenswege wie die zahlreichen Flussschlingen des Mains und es ist gut möglich, dass sich König Karl I. und Kapitän Nauer kannten. Bleibt die Frage, ob irgendwo ein bisschen Karl Nauer in einer literarischen Figur steckt? Mehr zu seinem erstaunlichen Lebensweg und weitere ungewöhnliche Verbindung zwischen Bayern und dem Meer finden sie in der Landesausstellung 2013 „Main und Meer“ in der Kunsthalle Schweinfurt.
 
 
 
Veranstalter der Bayerischen Landesausstellung „Main und Meer“
Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
 
Kontakt
Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Tel.: +49 (0)821 3295-0
E-Mail: pressestelle@hdbg.bayern.de
Informationen unter: www.hdbg.de/main/

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