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Eisschollen und ein kalbender Berg

Untertitel: Die Hochwasserkatastrophe im Maingebiet
Erscheinungsdatum: 26.02.2013

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Das Hochwasser von 1784 in Würzburg © Mainfränkisches Museum Würzburg / Katja Krause [Speichern]

 

Verhängnisvolles Tauwetter in Franken: Nach einem äußerst harten und verschneiten Winter wurde es Ende Februar 1784 plötzlich unnatürlich warm und windig, es goss in Strömen. Der Regen und Massen schmelzenden Schnees setzten einige fränkische Städte unter Wasser, vor allem aber verwandelte sich die dick zugefrorene Regnitz in eine Zeitbombe. Am 27. Februar brach die Eisdecke, der angeschwollene Fluss überschwemmte die Bamberger Inselstadt, wo das Wasser bald zwei Meter hoch stand. Es folgte ein nasses Inferno: Riesige Eisschollen und mitgerissene Floßholzstämme, die so genannten „Holländerbäume“, rissen ganze Hausfassaden am Ufer weg und türmten sich an der Brüstung der barocken Seesbrücke. Das steinerne Bauwerk stürzte schließlich unter dem tonnenschweren Druck ein, mehrere Menschen fielen in die malmenden Fluten, es gab Todesopfer und Verletzte. Darunter war auch eine zur Brücke gehörige Reiterstatue des heiligen Georg, die erst im 20. Jahrhundert wieder aus der Regnitz geborgen wurde.
 
Das verheerende Hochwasser von 1784 suchte weite Teile Mitteleuropas heim. Als Ursache werden letztlich mehrere Vulkanausbrüche auf Island im Vorjahr gesehen, die die Sonneneinstrahlung längerfristig verminderten und damit einen extrem kalten Winter begünstigten. Zwischenzeitliches Tauwetter machte den Schnee dabei noch wässriger, so dass die Überflutung umso katastrophaler ausfiel.
 
Die Städte am Main und seinen Nebenflüssen waren allesamt mehr oder minder schlimm davon betroffen. Das gewaltige Hochwasser veränderte sogar die Landschaft dauerhaft: Bei Karlstadt unterschnitt der reißende Main einen geologisch instabilen Berghang, der abstürzte. Schon vorher war der Hang als „Kalbenstein“ bekannt gewesen - er kalbte wie ein Gletscher. Die Abbruchflanke ist heute eine Felskletterwand.
 
In der Landesausstellung „Main und Meer“ können Sie selbst ein Extremhochwasser simulieren und erfahren spielerisch mehr über Hochwasser und Hochwasserschutz.
 
 
 
Bayerische Landesausstellung 2013 „Main und Meer“
Kunsthalle Schweinfurt, Rüfferstraße 4, 97421 Schweinfurt
9. Mai bis 13. Oktober 2013
Täglich von 9 bis 18 Uhr
 
Veranstalter:
Haus der Bayerischen Geschichte
und Stadt Schweinfurt
 
Information:
www.hdbg.de
 
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
 
 

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