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Vom Leben in Trümmern bis zum Wohlstand im Wirtschaftswunder

Untertitel: Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ gastiert vom 23. November 2012 bis 24. Februar 2013 im Isergebirgs-Museum Neugablonz
Erscheinungsdatum: 22.11.2012

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Die Bayerische Landesausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ begeisterte 2009 in Würzburg über 365.000 Besucher. Seit 2010 wandert die verkleinerte Version der Ausstellung durch die bayerischen Regierungsbezirke  und war in Bayreuth, Coburg, Nürnberg, Regensburg, Landshut, München, Augsburg, Fürth und Weiden zu Gast. Mit ausgewählten Highlights spannt die Schau den Bogen von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der 1950er Jahre. Von Trümmerfrauen und Care-Paket bis Nierentisch und Petticoat – die Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder weckt viele Erinnerungen. Diese Epoche prägt Bayern bis heute. Das gilt für Lebensstil und Jugendkultur ebenso wie für die Architektur von Kaufhäusern, Kinos und Kirchen.
 
Als im Mai 1945 Frieden einkehrte, zeigte sich erst das ganze Ausmaß der Kriegsfolgen: Zahllose Familien waren zerrissen, Hunderttausende waren ohne Obdach, Millionen hungerten oder waren auf der Flucht. Der Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz ist einer der nach dem Krieg gegründeten Flüchtlingsorte. Das ehemalige Rüstungsgelände am Hart-Wald wurde zu einem Industriezentrum für Glas- und Schmuckwarenindustrie entwickelt und beherbergte schließlich die größte Vertriebenenansiedlung Bayerns. Die Flüchtlinge stammten vorwiegend aus dem nordböhmischen Gablonz an der Neiße. Im Jahr 1965 lebten in Kaufbeuren insgesamt 38.878 Einwohner, davon 17.695 Heimatvertriebene.
 
Für viele Menschen veränderte sich der Alltag in den fünfziger Jahren von Grund auf. Die Dynamik dieser Zeit war unübersehbar: Hausfrauen bekamen elektrische Helfer wie die Waschmaschine und brachten Exotisches wie den Hawaii-Toast auf den Tisch, während im Wohnzimmer der erste Radio, später dann der erste Fernseher lief und vor der Haustür das Auto, oft ein VW-Käfer, eine BMW-Isetta oder ein Goggo parkte, mit dem man in den Urlaub fuhr. Die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ macht diese Zeit des Aufbruchs wieder lebendig: von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der fünfziger Jahre, von der Politik bis zur Alltagskultur.
 
Die Wanderausstellung wird ergänzt durch mediale und didaktische Angebote:
Im digitalen Wiederaufbauatlas Bayern können detaillierte Infos zur Geschichte vieler bayerischer Städte – darunter auch Kaufbeuren-Neugablonz – recherchiert werden:http://www.hdbg.de/wiederaufbau/bayern-nach-1945/
 
Zur Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ stellt das Haus der Bayerischen Geschichte für Schulen auch eine Tafelausstellung im Rahmen des Projekts „Geschichte frei Haus“ bereit:
 
 
  

Isergebirgs-Museum Neugablonz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr, Montag geschlossen
Marktgasse 8 (Gablonzer Haus)
87600 Kaufbeuren-Neugablonz
Telefon: (08341) 965 018
 
Eintritt: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro
Schulklassen freier Eintritt
 
 
  
Nächste Station der Wanderausstellung:
 
-       Dachau, Bezirksmuseum: 08.03.2013 bis 15.09.2013

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