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Bayerische Landesausstellung 2004 Edel und Frei - Franken im Mittelalter

Erscheinungsdatum: 10.05.2004

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Am 10. Mai 2004 eröffnete Herr Staatsminister Dr. Thomas Goppel die Bayerische Landesausstellung Edel und Frei. Franken und Mittelalter im Pfalzmuseum Forchheim. Der Festakt findet um 15.00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin statt. Im Anschluss gibt es im Innenhof der Kaiserpfalz einen gemeinsamen Empfang mit dem Oberbürgermeister der Stadt Forchheim, Franz Stumpf.
Die Kaiserpfalz als Spielort der Ausstellung ist mit ihren mittelalterlichen Fresken einer der bedeutendsten Profanbauten in Franken. Dort werden auf ca. 1000 qm 1000 Jahre fränkischer Geschichte erlebbar. Über 300 hochrangige Leihgaben aus ganz Europa - archäologische Funde der jüngsten Zeit, Skulpturen, Goldschmiedekunst wie der um 1500 zu datierende Deckelbecher in Gestalt einer phantastischen Turmstadt und kostbare Beispiel der hoch entwickelten Kunst der Buchmalerei - lassen die Zeit lebendig werden.
Zur Landesausstellung in Forchheim wird ein reichhaltiges Begleitprogramm angeboten. Für Kinder und Jugendliche wurde ein umfangreiches museumspädagogisches Programm erarbeitet.
Ergänzt wird die Ausstellung in Forchheim durch 6 Begleitausstellungen in Abenberg, Bad Windsheim, Bamberg, Hersbruck, Pappenheim und Würzburg.
Zugleich ist die Ausstellung in Forchheim das Zentrum eines anlässlich der Landesausstellung konzipierten KulTour-Pfades, der den Weg zu zahlreichen anderen Orten der vielfältigen fränkischen Geschichte des Mittelalters weist.
Kurzinformationen zur Ausstellung:
1281 ließ Rudolf von Habsburg in der Stadt Nürnberg "alle die von Franken" einen fünfjährigen Eid zur Einhaltung eines Landfriedens schwören. Ruhe und Ordnung sollten so in der Region gewährleistet werden. Wer waren aber "alle die von Franken"? Gab es damals, ähnlich wie heute mit den drei bayerischen Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken, ein fest umrissenes "Franken"? Um diese Frage beantworten zu können, führt die Landesausstellung "Edel und Frei. Franken im Mittelalter" weit zurück bis in die Völkerwanderungszeit. Die mittelalterliche Geschichte der Region, die Herausbildung eines "fränkischen" Zusammengehörigkeitsgefühls und die kulturellen Ausprägungen dieses Zusammenlebens sind Themen der Ausstellung.
"Es ist im gantzen Teutschland kein Provintz oder Landsart, denn allein das Land zu Francken, welches Edel und Frey genannt wird", verkündete Matthäus Merian in seiner 1648 erschienenen "Topographia Franconiae".
Der Titel der Ausstellung orientiert sich an diesem Zitat und formuliert mit "Edel und Frei" gleichzeitig den bekannten Ausdruck "Frank und Frei" um. Er bezieht sich einerseits auf die Namensgebung der Franken. "Mutig, frech, ungestüm, kühn" aber auch "frei" - so lautet eine frühe Übersetzung für die während der Völkerwanderungszeit am Nieder - und Mittelrhein siedelnden Stämme. Im 5. Jahrhundert wanderten diese weiter nach Süden und Osten und beherrschten schließlich auch das Gebiet des heutigen Franken. "Edel" greift dagegen einen besonderen Aspekt der spätmittelalterlichen Geschichte der Region auf. Burgen als Herrschaftssitze prägten das äußere Erscheinungsbild der Landschaft; die "Ritterkultur" als Form adliger Lebensweise setzte Maßstäbe. Im Gegensatz zu der privilegierten Oberschicht lebte der größte Teil der Bevölkerung während des Mittelalters jedoch weder "edel" noch "frei". Für sie gehörten rechtliche Abhängigkeit und das Leisten von Diensten und Abgaben zum Alltag.
Ausstellungsort ist das Pfalzmuseum Forchheim mit einer Ausstellungsfläche von ca. 1000 qm. Die so genannte Kaiserpfalz war im Mittelalter und bis zur Säkularisation die Forchheimer Residenz der Bamberger Bischöfe.
Das Ausstellungskonzept vermittelt die Vielfalt der fränkischen Geschichte mit einer abwechslungsreichen Darstellung in Forchheim und durch die Kooperation mit historischen Orten in allen Regionen Frankens.
Sieben Begleitausstellungen ergänzen die Hauptausstellung in Forchheim. Diese finden statt in: Abenberg, Bad Windsheim, Bamberg, Hersbruck, Pappenheim und Würzburg. Das Historische Museum der Stadt Frankfurt
wird sich mit einer eigenen Ausstellung am Thema "Franken" beteiligen. Zusätzlich ist ein KulTour - Pfad eingerichtet worden, der 41 Orte enthält und ergänzt wird durch den KulTour - Pfad Castell mit weiteren 28 Orten.
Gliederung des Rundgangs
Auftakt
Im Kaisersaal, dem eindrucksvollsten Raum der Pfalz, wird den Besuchern ein Überblick über Frankens "Schätze" vermittelt. Hier findet die Vorstellung des die Ausstellung begleitenden KulTour - Pfades zu den Denkmälern in allen Landesteilen statt. Stelen an den Wänden mit zahlreichen vom Besucher zu öffnenden Schubladen stehen für die am Pfad beteiligten Orte. In der Mitte des Raumes ist das Logo des KulTour-Pfades zu sehen, ein F, in das fünf Vitrinen mit hochwertigen Exponaten integriert sind.
Die ersten Franken
Im 6. Jahrhundert kamen ins heutige Franken fränkische Siedler. Sie trafen dort auf andere germanische Stämme. Aus dem Zusammenleben entstand in Jahrhunderten eine Region, die später nach den Einwanderern benannt wurde. In der Abteilung, die von der Gestaltung her einem Gräberfeld nachempfunden ist, werden Besonderheiten der frühen fränkischen Kultur vorgestellt. Diese ist erkennbar an der Bestattung von unverbrannten Körpern, der Anlage von sogenannten "Reihengräberfeldern" und Kammergräbern (d.h. große Gruben, ca. 2,60 x 1,60 m) und an der reichen Beigabe neuartiger Waffen (Wurfspieß und Franziska), aber auch an der Drehscheibenkeramik.
Vom Königsland zum königsnahen Franken
Hier werden die Besucher mit Hilfe einer 3 D-Zeitleiste durch die historisch-politischen Entwicklungen von 600 bis 1200 geführt. Sie erleben das Ringen verschiedener Kräfte (Kirche, Könige und Kaiser, Adelsgeschlechter) um die Beherrschung des fränkischen Raumes.
Das Herzogtum Franken
In anderen Regionen des Reichs gab es um die Jahrtausendwende längst Herzogtümer. Bis zum 11. Jahrhundert lassen sich nur zwei kurzfristige Ansätze für ein "fränkisches Herzogtum" erkennen. Bereits im 7. Jahrhundert nennt die Kilianslegende das Herrscherhaus der Heden, das in Mainfranken eine herzogsähnliche Stellung innehatte. Ende des 10. Jahrhunderts ermöglichte die Krise der Karolinger dem Adelsgeschlecht der Konradiner eine Ausweitung seiner Macht. Konrad I. und sein Bruder Eberhard wurden zeitweise als Herzöge von Franken bezeichnet, doch gelang es ihnen nicht, diese Machtstellung dauerhaft zu behalten.
Es blieb daher den Würzburger Bischöfen überlassen, ihre Position innerhalb Mainfrankens so weit auszubauen, dass die Geschichtsschreibung ihnen den Herzogstitel zusprach.
Literatur und Buchmalerei in Franken
Eine Gruppe von wertvollen Handschriften, die aus einer Würzburger Schreib- und Malschule des 13. Jahrhunderts stammt, dokumentiert die geistige Kultur: Eine Bibel des Würzburger Dominikanerkonvents, ein Würzburger Festtagsevangelistar und ein Psalterium aus Kloster Melk.
Im zweiten Teil der Abteilung werden Autoren des 13. und 14. Jahrhunderts mit ihren Werken vorgestellt. Dazu zählen die Minnesänger Hugo von Trimberg, Wolfram von Eschenbach, Konrad von Würzburg, Wirnt von Gravenberg sowie die Nonne Christine Ebner von Eschenbach.
Musik in Franken
Über Hörstationen können Besucher einen Eindruck vom Klang mittelalterlicher fränkischer Lieder und Instrumentalmusik erhalten. Die Hörbeispiele reichen von kirchlicher Musik des 13. Jahrhunderts bis zu den Nürnberger Meisterliedern des späten 15. Jahrhunderts. An nachgebauten mittelalterlichen Musikinstrumenten können Besucher ihre Spielfähigkeit erproben. Das Fresko eines Teufelsgeigers illustriert die mittelalterliche Musikpraxis.
Franconia sacra
Für die Zentren christliche Frömmigkeit von Land und Leuten in Franken darf man zur Zeit des Mittelalters die kirchlichen Jurisdiktionsbezirke der Diözesen Würzburg, Bamberg und Eichstätt in Anspruch nehmen. Ihnen eiferten die Klöster und städtischen Stifte und die grundherrlich angebundenen Dorfgemeinschaften nach. Seit dem frühen 13. Jahrhundert fand die Frömmigkeit einen Höhepunkt mit den Fronleichnamsprozessionen, die in fränkischen Städten wie Bamberg mit am frühesten in Mitteleuropa eingeführt wurden.
Stets im Zeichen besonderer Kultpflege und sozialer Tätigkeiten standen Organisationsformen wie die Bruderschaften, Handwerkszünfte, Kaufmannsgilden, Ritterorden, Priester- und Gebetsbrüderschaften.

Auf dem Weg zum fränkischen Reichskreis
Franken war nie ein in sich geschlossenes Gebiet sondern immer in viele einzelne Territorien aufgeteilt. 1340 erhielt der fränkische Raum durch die Landfriedenseinigungen und gemeinsame Sicherheitsinteressen ein verstärktes Zusammengehörigkeitsbewusstsein. Seit 1512 war das Reich in zehn Kreise eingeteilt. Franken wurde als "der erst und furnembst" Kreis bezeichnet. Diese Nennung an erster Stelle weist nicht nur auf die traditionelle Königsnähe hin, sondern auch auf die zentrale Lage mitten im Reich. Zum fränkischen Kreis zählten die geistlichen Fürsten, die weltlichen Fürsten, die Grafen und Herren und die Vertreter der Städte.
Darstellungen im Burggraben
Forchheim als Handelsplatz an der slawischen Grenze sowie als Königs- und Bischofspfalz liefert den historischen Hintergrund für die mittelalterliche Szenerie im Burggraben. Eine Gerichtssitzung, der Prozess gegen einen betrügerischen Weinhändler, der im Volkacher Salbuch von 1504 verzeichnet ist, macht als Spielszene die zeitgenössische Gerichtsbarkeit lebendig. Geruchsstationen machen Mittelalter "riechbar" , Badezuber laden zur Abkühlung ein. Unterhaltung bieten Brettspiele wie Tafl und Trick-Track. Weiter sind Werkstätten zu sehen, die im Rahmen des Agil - Programms für Schulführungen genutzt werden. Stein- und Zimmermannsarbeiten, sowie das Schmieden an einer Esse werden angeboten.
Veröffentlichungen
Katalog 18.-
Wissenschaftlicher Begleitband 12.-
Zusammen im Paket (Katalog und Begleitband) 27.-
Katalog, gebundene Ausgabe im Buchhandel (Theiss - Verlag) 24.90 - (danach 29.90)
Kurzführer 4.-
CD-ROM "Das große Tucherbuch" 18.-
Informationen:
www.franken-im-mittelalter.de
www.hdbg.de
Führungsbuchungen kostenlos unter der Telefonnummer 0800 3000 900
Ausstellungsbüro: 09191 615094
E-Mail: poststelle@hdbg.bayern.de

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