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Bayerische Landesausstellung 2009<br>Wiederaufbau und Wirtschaftswunder in Bayern <br>Residenz Würzburg, 8. Mai bis 4. Oktober 2009, täglich geöffnet 9.00-18.00 Uhr

Erscheinungsdatum: 18.06.2008

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Eine Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte in Zusammenarbeit mit der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Trümmerfrauen, Nierentisch und Petticoat - mit der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem beginnenden Wirtschaftswunder in den frühen fünfziger Jahren verbinden sich viele Erinnerungen. Die Bayerische Landesausstellung 2009 macht diese Zeit des Aufbruchs wieder lebendig: Von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der fünfziger Jahre, von der Politik bis zur Kultur spannt sich der historische Bogen. Die Entwicklungen und Entscheidungen dieser Jahre prägen Bayern bis heute. Das gilt für Stadtgrundrisse und Wirtschaftsstandorte ebenso wie für die Architektur von Kaufhäusern, Kinos und Kirchen. Wohnhäuser und staatliche Gebäude entstanden durch das Engagement von Privatleuten, Kommunen und Oberster Baubehörde neu. Dabei wollte sich das neue Bauen durch einen leichten, transparenten Stil von der monumentalen NS-Architektur unterscheiden. In der Inneneinrichtung hingegen dominierten geschwungene Formen: Nierentisch und Side-Board, Tütenlampe und Wohnzimmercouch hielten auch in den bayerischen Wohnungen Einzug.
Für den Wiederaufbau der zerbombten Städte ist Würzburg das beste Beispiel und die Residenz selbst dient 2009 als begehbares Ausstellungsobjekt: Aus einer ausgebrannten Ruine entstand das barocke Kleinod neu. Dabei war heftig umstrit-ten, ob man das Schloss originalgetreu wieder aufbauen sollte. Doch nicht nur in der Architektur, auch in vielen politischen und gesellschaftlichen Fragen schwankte die Stimmung in den fünfziger Jahren zwischen Tradition und Moderne. In den frühen sechziger Jahren ließ das Wirtschaftswunder, das den Menschen finanzielle Absicherung und auch eine gehörige Portion Fortschrittsglauben bescherte, das Pendel zugunsten der Moderne ausschlagen.
Das machte sich auch im Alltag bemerkbar - hier liegen Welten zwischen den Jahren 1952 und 1962: 1952 war die größte Not überstanden, Wohnungen und Straßen waren instandgesetzt, in den Alltag der Menschen war wieder eine Art von Normalität eingekehrt. Zehn Jahre später, in der Zeit des Wirtschaftswunders, musste die bayerische Hausfrau nicht mehr improvisieren. Sie hatte hilfreiche Elektrogeräte wie Staubsauger und Mixer zur Hand und brachte für die Familie so exotische Gerichte wie den Hawaii-Toast auf den Tisch, während im Wohnzimmer der Fernseher lief und vor der Haustür das eigene Auto parkte.
Die Bayerische Landesausstellung 2009 in der Würzburger Residenz wird die vielfältigen Entwicklungen in ihren Widersprüchen behandeln und den Besuche-rinnen und Besuchern einen Eindruck vermitteln von dem Ausmaß, den der Wiederaufbau Bayerns nach 1945 darstellt. Rekonstruierte Wohnungseinrichtungen, zeitgenössische Schlager und Filme lassen den Geist der fünfziger Jahre wieder erstehen. Geschichte wird zum Erlebnis - für Zeitzeugen, die noch einmal in Erinnerungen schwelgen und für junge Besucher, die die faszinierende Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder kennen lernen möchten.

Pressefotos finden Sie demnächst zum Downloaden unter 
http://www.hdbg.de/basis/05_presse-downloads_pressebilder.php

Kontakt:
Haus der Bayerischen Geschichte,
Zeuggasse 7, 86150 Augsburg
Tel.: (0821) 3295 - 118, Fax: (0821) 3295 - 220
pressestelle@hdbg.bayern.de, www.hdbg.de

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