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Ludwig „der Bayer“ empfängt die Kaiserkrone

Untertitel: Jahrestag der Kaiserkrönung am 17. Januar
Erscheinungsdatum: 15.01.2014

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Rom. Die „Ewige Stadt“ war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Schon 30 Jahre lang residierten die Päpste im fernen Avignon. Zwischen den immer noch eindrucksvollen Zeugen der fernen Antike bröckelte das Mauerwerk, faulten die Holzbalken, wanden sich überwachsene Pfade. Adelige Clans, bis auf den Tod verfeindet, beherrschten einzelne Stadtviertel. Aber immer noch war der deutsche König zugleich auch römischer König, immer noch war es Rom, in der ein König die Kaiserkrone empfangen konnte.
 
Der bayerische Herzog Ludwig war 1314 von den deutschen Fürsten zum König gewählt worden und hatte sich in langwierigen Kämpfen gegen seinen Rivalen, Friedrich von Österreich, durchgesetzt. Allerdings hatte Papst Johannes XXII. in Avignon Ludwigs Königtum nie anerkannt, ja sogar den „bayerischen Ludwig“ mit dem Bann belegt, als dieser Besitztümer des Reichs in Italien beanspruchte. Denn der Papst sah sich selbst als Herr Oberitaliens. Mit Ludwig wagte nun wieder einmal ein deutscher König den Italienzug, ließ sich in Mailand zum lombardischen König krönen und ritt Anfang Januar 1328 mit seinen Vasallen in Rom ein. Die Chronisten berichten von jubelndem Volk, brachte ein König doch wieder etwas von dem lange entbehrten Glanz in die Tiberstadt.
 
Ludwig der Bayer nutzte geschickt die politische Situation in Rom aus und verbündete sich mit dem mächtigsten der „Clanfürsten“, mit Sciarra Colonna. Der revanchierte sich und rief Ludwig auf dem Kapitol zum König der Römer aus. Am frühen Morgen des 17. Januar 1328 schützte er auch den Krönungszug Ludwigs. Damit konnte endlich wieder ein römischer König zur Peterskirche reiten, ohne sich vor feindlichen Angriffen fürchten zu müssen. In St. Peter wurden dem neuen Kaiserpaar Ludwig und Margarethe die Kronen aufgesetzt. Dies geschah im Beisein des römischen Adels durch zwei exkommunizierte Bischöfe. Der sich anschließende Festzug endete auf dem Kapitol – Symbol nicht des kirchlichen, sondern des säkularen Roms. Damit war ein neues Verfahren geschaffen: deutsche und italienische Fürsten und das Volk Roms hatten die Krönung gefördert, nicht etwa der Papst. Und Kaiser Ludwig machte dies auf der Rückseite seines goldenen Kaisersiegels nochmals deutlich. Sie zeigt erstmals eine einigermaßen reale Darstellung Roms und betont dabei besonders die antiken Bauten: das Colosseum, das Pantheon und in der Mitte das Kapitol. Mit Ludwig kehrte zum ersten Mal seit der Stauferzeit wieder ein Kaiser nach Deutschland zurück. Und so nannte er seinen Titel in den Urkunden nun: „Wir, Ludwig, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs“. Also sinngemäß: Wir sind Kaiser!
 
2014 jährt sich die Königswahl Ludwigs zum 700. Mal. Aus diesem Anlass widmet das Haus der Bayerischen Geschichte diesem bedeutendsten Wittelsbacher des Mittelalters eine Bayerische Landesausstellung. Von 16. Mai bis 2. November 2014 heißt es in Regensburg: „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“
 
 
Veranstalter
Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Regensburg in Zusammenarbeit mit der Diözese Regensburg und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus
 
Bayerische Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“
Minoritenkirche, St. Ulrich am Dom und Domkreuzgang, Regensburg
16. Mai bis 2. November 2014
Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
www.hdbg.de

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