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Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung

Untertitel: „Im Märzen der Bauer...“ - Hartes Bauernleben im Mittelalter
Erscheinungsdatum: 04.04.2012

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Die vielen über die Jahrhunderte mündlich weitergegebenen Lieder, die jubelnd den Frühling begrüßen, zeigen, dass die Freude der Menschen über das Ende des Winters zeitenübergreifend ist. Wieviel mehr mussten die Menschen im Mittelalter den Frühling herbeisehnen, waren sie doch in heute kaum mehr vorstellbarer Weise der Kälte, der Dunkelheit und dem eingeschränkten Nahrungsangebot der Wintermonate ausgeliefert. In der vorindustriellen Zeit lebte man in weit höherem Maße als wir das heute tun im Rhythmus der Jahreszeiten.
 
Im Mittelalter lebten die Menschen weitgehend „auf dem Land“, in kleinen, dörflichen Ansiedlungen und Weilern. Man ernährte sich von der Landwirtschaft und war daher unmittelbar vom Lauf der Jahreszeiten betroffen. Die bäuerliche Arbeit bedeutete – ohne Traktor, ohne Erntemaschinen, ohne Agrartechnik, die uns heute so selbstverständlich ist – körperliche Schwerstarbeit. Im Kampf gegen Unkraut, Schädlinge und Witterungsunbilden rang man dem Erdreich mühsam das tägliche Brot ab. Hauptnahrungsmittel war im Mittelalter Getreide, das man bevorzugt in Form von Getreidebrei zu sich nahm. In Bayern wurden vor allem Roggen, Gerste und Dinkel angebaut, da Weizen relativ hohe Ansprüche an Boden und Witterung stellt. Für jedes in das Erdreich gelegte Korn durfte man durchschnittlich drei bis vier Körner erwarten, heutzutage ist das Verhältnis ungefähr 1:70! Üblich war die Dreifelderwirtschaft, das heißt, dass der Acker abwechselnd mit Winter- und Sommergetreide bebaut wurde, anschließend gönnte man dem Boden mit der Brache eine Ruhephase.
 
Wie haben die bayerischen Fluren im Mittelalter ausgesehen? Wir wissen von endlosen, undurchdringlichen und damit bedrohlich erscheinenden Wäldern, von mäandernden Flüssen und Flussauen. Dieses eher düster anmutende Bild steht in Gegensatz zu einer Schilderung des Freisinger Bischofs Arbeo aus dem 8. Jahrhundert, der von Bayern schwärmte: „Herrlichstes Land, erstrahlend in Anmut, überreich an Wäldern, fruchtbar an Wein, ergiebig an Eisen, an Gold und Silber und Purpur, die Männer hochgewachsen und strotzend in Kraft, aber gutmütig und handsam, das Erdreich gesegnet mit Garben, Zugvieh und Herden, so viel, dass sie fast den Boden bedecken; Bienen und Honig in Mengen; in den Seen und Flüssen ein Gewimmel von Fischen.“
 
Dass man auch wirklich „mit Garben gesegnet“ wurde und nicht eine der periodisch wiederkehrenden Hungersnöte erleiden musste, erforderte harte Arbeit. Sobald der Boden nicht mehr gefroren war – und das war in der Regel im März der Fall – begann die Bauernarbeit. Zunächst musste der Acker gelockert und umgebrochen werden. Einziges Hilfsmittel dafür war lange Zeit der mit einem eisernen Pflugmesser versehene Hakenpflug. Nachdem man den Boden von Gestrüpp und Unkraut befreit hatte, wurde gepflügt. Der Bauer lenkte den von einem Ochsen gezogenen Pflug und drückte dabei tiefe Furchen in das Erdreich. Da es schwierig war, den Pflug zu wenden, waren die Felder bis ins 19. Jahrhundert oft lange, schmale Streifen, wie man an alten Katasterplänen erkennen kann.
 
Nachdem der Boden gepflügt und gelockert war, wurde gesät. Diesen Arbeitsgang übernahmen meist die Frauen, die das kostbare Saatgut aus ihren umgeschlagenen Obergewändern mit der Hand in die Erde einbrachten. Dann konnte man nur mehr auf „gedeihliches Wetter“ hoffen und die aufgehende Saat mühsam von Hand vom Unkraut befreien, damit es eine gute Ernte wurde und das Jahr ein gutes Jahr – ohne Mangel und Hungersnot.
 
Das harte Bauernleben im Mittelalter ist Thema in der Landesausstellung „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich.“ Wie anstrengend die Tätigkeiten auf dem Feld waren, können Sie selbst erleben: Pflügen Sie mit dem Pflugsimulator und sehen Sie, wie gut die Ernte ausfällt.
 
 
 
 
Veranstalter:
Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Burghausen
in Zusammenarbeit mit der
Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
 
Kontakt:
Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Tel.: +49 (0)821 3295-0
 
Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung 2012
Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich
27. April bis 04.November 2012, täglich von 9 bis 18 Uhr
Burg Burghausen – Kloster Ranshofen (Braunau) – Schloss Mattighofen
 

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