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Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung

Untertitel: Der geschasste Ehemann - Margarete Maultasch, die erste Emanze des Mittelalters
Erscheinungsdatum: 07.03.2012

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Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung 2012
„Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich“
 
Der geschasste Ehemann – Margarete Maultasch, die erste „Emanze“ des Mittelalters
 
„Die hässliche Herzogin“ – so hat der berühmte Schriftsteller Lion Feuchtwanger den Roman genannt, mit dem er Margarete Maultasch ein literarisches Denkmal setzen wollte. Hässlich oder nicht – mutig war die Tiroler Herrscherin allemal. So hat sie nicht nur ihren eigenen Ehemann vor die Tür gesetzt, sondern selbstbewusst das Schicksal von Tirol bestimmt.
 
Tirol war als Transitland nach Italien und wegen seiner reichen Bodenschätze ein Territorium, auf das die großen Dynastien der Zeit - Habsburg, Wittelsbach und Luxemburg - begehrliche Blicke warfen. Alle drei Herrscherhäuser kreuzten Margaretes Lebensweg. Der verlief zunächst typisch: Die gesundheitlich angeschlagene ältere Schwester kam ins Kloster, Margarete wurde gewinnbringend verheiratet. Ihr Ehemann in spe Johann Heinrich, ein Sprössling des Hauses Luxemburg, war bereits als Fünfjähriger auf das Schloss Tirol geschickt worden. Dennoch war sich das Paar nicht besonders sympatisch und blieb elf Jahre lang kinderlos. Der ungeliebte Gatte verhielt sich auch politisch nicht sehr klug. Nachdem er die Tiroler Stände durch sein forsches Auftreten mehrfach vor den Kopf gestoßen hatte, nahm Herzogin Margarete ihr Schicksal selbst in die Hand: Als Johann Heinrich am Allerseelentag 1341 von der Jagd zurückkehrte, war das Burgtor versperrt. Sie hatte ihn einfach vor die Tür gesetzt und herrschte nun alleine. Scheidung war im Mittelalter nahezu unmöglich: Margarete behauptete deshalb, dass die Ehe nie vollzogen worden sei. Der Papst solle sie einfach annullieren. Ein ungewöhnliches und langwieriges Verfahren begann - die Herzogin und Tirol brauchten dringend Verbündete…
 
Ohne die päpstliche Erlaubnis abzuwarten, heiratete Margarete nur drei Monate nach ihrer eigenwilligen Trennung einen Wittelsbacher. Der Auserwählte war der verwitwete Ludwig, genannt der Brandenburger, jetzt Herzog von Tirol und Oberbayern. Margarete gebar mehrere Kinder, doch nur ein einziger Sohn überlebte und heiratete später eine Habsburgerin. Dank der habsburgerischen Vermittlung wurde die Ehe von Margarete und Ludwig schließlich nach vielen Jahren kirchlich akzeptiert und die beiden Eheleute von der Exkommunikation befreit. Doch das Glück dauerte nicht lange: Sohn Meinhard blieb kinderlos und starb bereits zwei Jahre nach seinem Vater. Wieder war Margarete Maultasch für Tirol verantwortlich – und übertrug es schließlich an die Habsburger.
 
Das Herzogtum Oberbayern fiel an Stephan II. von Bayern-Landshut., doch mit dem Verlust des reichen „Landes im Gebirg“ wollten sich die Wittelsbacher nicht abfinden. Sie fielen in Tirol ein, mussten jedoch 1369 im Frieden von Schärding zugunsten der Habsburger verzichten. Margarete verbrachte ihren letzten Lebensabschnitt fern ihrer Heimat in Wien, wo sie im selben Jahr mit 51 Jahren starb.
 
Der geschasste erste Ehemann Johann Heinrich sollte im Übrigen noch drei weitere Ehen schließen, sechs legitime Nachkommen und ein illegitimer Spross sind offiziell bezeugt. Der Wiener Bezirk Margareten erinnert noch heute an die couragierte Frau, die nicht zum Spielball der Mächte werden wollte.
 
 
Veranstalter:
Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Burghausen
in Zusammenarbeit mit der
Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
 
Kontakt:
Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Tel.: +49 (0)821 3295-0
 
Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung 2012
Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich
27. April bis 04.November 2012, täglich von 9 bis 18 Uhr
Burg Burghausen – Kloster Ranshofen (Braunau) – Schloss Mattighofen

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