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Bayerische Landesausstellung 2007. "Bayern-Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft"

Erscheinungsdatum: 04.12.2006

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Vom 25. Mai bis zum 14. Oktober 2007 findet in Zwiesel im Bayerischen Wald die Bayerische Landesausstellung "Bayern-Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft" statt. Auf drei Ebenen mit über 1.500 m2 wird die vielschichtige bayerisch-böhmische Nachbarschaft der vergangenen 1500 Jahre in sechs Abteilungen dargestellt. Hochwertige und einzigartige Ausstellungsstücke aus Museen und Privatsammlungen aus Deutschland, Tschechien und anderen europäischen Ländern, Filme, Hör- und Computerstationen sowie spannungsreiche Inszenierungen machen diese Landesausstellung zu einem Erlebnis.
Alle Ausstellungsabteilungen sind sowohl in Deutsch als auch in Tschechisch betextet.

Archäologische Funde bezeugen gemeinsame Siedlungs- und Kulturräume diesseits und jenseits der heutigen Grenze. Glanzvolle Exponate erzählen vom frühen Christentum, von den Heiligen Wenzel und Wolfgang sowie von "Neuböhmen" in der Oberpfalz zu Zeiten Kaiser Karls IV. in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Eheverbindungen zwischen bayerischen und böhmischen Adelsgeschlechtern knüpften enge politische Bande. Auf gegenseitige Einflüsse verweisen auch die "Schönen Madonnen" im 14. und frühen 15. Jahrhundert. Der Handel entlang der großen Straßennetze von Prag über Nürnberg und Regensburg blühte auf. Die Hussitenzeit im frühen 15. Jahrhundert und der Dreißigjährige Krieg unterbrachen hingegen das friedliche Miteinander.

Eine "Schatzkammer Mitteleuropas" versammelt prächtige Goldschmiedearbeiten aus Nürnberg, Augsburg und München, barocken Glasschliff aus böhmischen Hütten und Egerer Intarsienarbeiten. Bedeutende Künstler kamen an den Prager Hof Kaiser Rudolfs II., der viele Gemälde und Zeichnungen des Nürnbergers Albrecht Dürer dort zusammengetragen hatte. Der böhmisch-altbayerisch-fränkische Kulturraum der Barockzeit, der mit den Namen der Architekten- und Malerfamilien Dientzenhofer und Asam sowie des Bildhauers Ferdinand Tietz verbunden ist, vereinte Architektur, Malerei und Skulptur. Wallfahrten und gemeinsame Heilige, allen voran der Brückenheilige Johannes von Nepomuk, verklammerten Alltag und Festtag. In einer "gläsernen Kapelle" können die Besucher in die Welt der böhmisch-bayerischen Glasmacherkunst eintauchen. Im 19. Jahrhundert malten tschechische Künstler oberbayerische Idyllen, während bayerische Maler das "Goldene Prag" abbildeten. Einen gemeinsamen Erfolg stellt die bayerisch-böhmische Bier-Geschichte dar.

Das 20. Jahrhundert stand im Zeichen nationalistischer Abgrenzungen und der Brüche vieler Verbindungen. Das "Münchner Abkommen" von 1938 und die Besetzung durch deutsche Truppen bedeuteten das gewaltsame Ende der erst 1918 gegründeten Tschechoslowakei. Die Vertreibung zehntausender Tschechen und der blutige Terror der NS-Herrschaft brannten sich tief ins tschechische Gedächtnis ein. Die Entrechtung und Vertreibung von 3 Millionen Deutschböhmen nach Ende des Zweiten Weltkriegs traumatisierte diese Menschen und beendete ein jahrhundertelanges Miteinander innerhalb Böhmens. Viele Vertriebene fanden ihre neue Heimat in Bayern und leisteten einen bedeutsamen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufstieg. Nach 1948 und erneut nach dem "Prager Frühling" 1968 kamen zahlreiche tschechische Emigranten nach Bayern. Originale Zeugnisse wie das Münchner Abkommen, Zeitzeugeninterviews und Fotografien wecken das Verständnis für die Schicksale der Menschen auf beiden Seiten der Grenze.

Seit dem Fallen des Eisernen Vorhangs 1989 ist wieder ein reger Austausch zwischen Bayern und Tschechien entstanden. Ein Blick auf die Gegenwart und die gemeinsame Zukunft innerhalb Europas bildet den Schlusspunkt der Ausstellung.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches, reich bebildertes, zweisprachiges Katalogbuch.
Ergänzend zur Landesausstellung verbindet eine breit gefächertes Begleitmaßnahme die grenznahen Regionen in Niederbayern, der Oberpfalz, in Oberfranken und in Westböhmen. Das Programm "Treffpunkte / Setkáni" benennt Kulturdenkmäler, Museen, Festspiele, Sonderausstellungen an etwa 50 Orten in dieser Region, die an bayerisch-böhmische Gemeinsamkeiten erinnern.

Informationen zur Landesausstellung:
Wo: Zwiesel, Kirchplatz 3 (neben der Pfarrkirche St. Nikolaus)
Wann: 25.5.2007 bis 14.10.2007, täglich von 9:30 - 17:30 Uhr
Veranstalter: Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Zwiesel
Internet: www.bayern-boehmen.hdbg.de

Eintrittspreise
Erwachsene: 6,00 pro Person
Ermäßigt: 4,00 pro Person
Familienkarte: 14,00
Schüler im Klassenverband, Kinder- und Jugendgruppen: 1,50 pro Person
Kinder bis 6 Jahre frei

Führungen für angemeldete Gruppen
Führungen für Gruppen ab 16 Personen inkl: 2,50 pro Person (zzgl. Eintritt)
Führungen für Gruppen bis 15 Personen inkl: 40,00 pauschal (zzgl. Eintritt

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