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Neue Top-Exponate in der Landesausstellung „Adel in Bayern"

Erscheinungsdatum: 15.07.2008

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Nach nur wenigen Stunden war es geschafft: Insgesamt 14 hochwertige Objekte, die in der Landesausstellung „Adel in Bayern" im Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim zu sehen sind, wurden am Montag, dem 14. Juli 2008 beinahe unbemerkt von fachkundiger Hand gegen ebenso außergewöhnliche Stücke ersetzt - „aus konservatorischen Gründen", wie der Projektleiter der Landesausstellung, Dr. Wolfgang Jahn, betont. „Einige der Handschriften, die in Rosenheim zu sehen sind, sind wirklich sehr alt. Die ‚Lex Baiuvariorum' beispielsweise stammt aus dem 12. Jahrhundert. Nach zehn, maximal 12 Wochen sollte man Handschriften und Pergamenturkunden zumindest einmal umblättern, um das Papier nicht zu lange der Lichteinstrahlung auszusetzen."
Auch der den Austausch betreuende Papierkonservator Alfred Stemp weist darauf hin, dass die Präsentation von Zeugnissen der vergangenen Jahrhunderte, insbesondere von einzigartigen Handschriften, nur für einen begrenzten Zeitraum möglich ist: „Jedes Material hat seine eigenen Verfalls- und Zerstörungsprozesse. Durch die Einwirkung von Licht, und seien es nur wie hier in der Ausstellung 50 Lux, werden diese verstärkt und es kann zu Verbräunungen des Papiers und zum Verblassen der Farbpigmente der Gallentinte kommen, mit der die Handschriften oft geschrieben wurden." Deswegen werden papierene Zeugnisse eben nur maximal drei Monate von den Archiven hergeliehen, um die Halbwertszeit des Dokuments nicht zu überstrapazieren: „Sie fühlen ja selbst den Unterschied, ob Sie ihre Haut im Sommer um 12 Uhr mittags für nur fünf Minuten der Sonne aussetzen, oder während eines gesamten Nachmittags im Herbst - so geht es eben auch dem Papier" , erklärt Alfred Stemp ausführlich.
Erst nach fünf Jahren Lagerung in Dunkelheit kann beispielsweise eine der wenigen, gut erhaltenen Ausgaben der „Ottonischen Handfeste" von 1311, die als Geburtsurkunde der bayerischen Landstände gilt, wieder entliehen werden. In den Rosenheimer Ausstellungsräumen liegt nun eine andere Ausgabe der für die Landesgeschichte äußerst wichtigen Urkunde aus, die allerdings auf das gleiche Jahr datiert ist und vom Hauptstaatsarchiv in München entliehen wurde.
Ausgetauscht wurden beispielsweise das Grafendiplom der Familie Toerring aus dem Jahre 1630, welche die Erhebung der Freiherren von Toerring durch Kaiser Ferdinand II. in den Grafenstand beurkundet, gegen das Grafendiplom der Familie Preysing (1664), der 60. Freibrief mit der Erklärung der Edelmannsfreiheit aus dem Jahre 1557 wurde durch eine gleichwertige Ausgabe ersetzt.
Andere Handschriften wie das Begräbnisbuch von Raitenhaslach (um 1448), das Epitaphienbuch von St. Wolfgang (18. Jahrhundert) oder das Turnierbuch Herzog Wilhelms IV. (um 1540/41), geliehen von der Bayerischen Staatsbibliothek München, sind lediglich umgeblättert worden, ihr Zustand erlaubt eine längere Leihzeit.
Bis zum Ende der Ausstellung verbleiben auch andere herausragende Einzelstücke, die allerdings einen konservatorisch weit geringeren Aufwand erfordern - so die Fragmente des „Hader-Harnisch": Die aus Eisen geschmiedete Rüstung, etwa aus dem Jahre 1350, hält der Lichteinstrahlung in der Ausstellung durchaus stand. Die älteste bekannte Plattnermarke, erst im Frühjahr 2007 vom Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt erworben, zählt zu den Top-Exponaten der Ausstellung und ist „weltweit ein Unikat", wie der wissenschaftliche Mitarbeiter am Haus der Bayerischen Geschichte, Dr. Christian Lankes, verrät.

[[image:objekttausch.jpg:Austausch der "Ottonischen Handfeste":center:0]]

FOTO (frei): Der Papierkonservator Alfred Stemp tauscht in der Landesausstellung „Adel in Bayern" vorsichtig die „Ottonische Handfeste" von 1311 durch eine andere, gleichaltrige Ausgabe aus.

„Adel in Bayern"
Bayerische Landesausstellung
26. April bis 05. Oktober 2008

Ausstellungszentrum Lokschuppen, Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Tel. 0049- (0)8031-365 90 36, Fax 0049-(0)8031-365 90 30,
Email: lokschuppen@rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Schloss Hohenaschau
Tourist-Info Aschau, Kampenwandstr. 38, 83229 Aschau im Chiemgau
Tel. 0049 -(0)8052-904937, Fax 0049-(0)8052-9049-45,
Email: info@aschau.de
www.aschau.de

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9 - 18 Uhr, Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr
Sonderöffnungen auf Anfrage

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