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Maximilian I. Joseph

 

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Senefelder, Alois

Geburt: 6. November 1771, Prag
Tod: 26. Februar 1834, München
Beruf: Erfinder, Drucker
Konfession: römisch-katholisch

Alois Senefelder wurde am 6. November 1771 in Prag als Sohn eines Schauspielers geboren. München wurde zu seiner Heimat, nachdem sein Vater am dortigen Hoftheater eine feste Anstellung fand. Hier ging er zur Schule und studierte 1790 bis 1793 in Ingolstadt Jura. Nach dem Tod seines Vaters fehlten ihm die finanziellen Möglichkeiten, um sein Studium fortzusetzen. Er schlug sich als Schauspieler und Stückeschreiber durch. Um seine Theaterstücke überregional bekannt zu machen, musste Senefelder seine Werke zu hohen Kosten drucken lassen.

Dies überstieg bald seine finanziellen Möglichkeiten. Er suchte daher nach einem billigeren Vervielfältigungsverfahren und begann mit Solnhofer Kalkschieferplatten zu experimentieren. Bei diesen Versuchen gelang es Senefelder 1796, die Lithografie, ein Flachdruckverfahren, zu entwickeln. Der Kalkstein wird dabei mit fetthaltiger Tinte oder Kreide beschrieben und danach mit einer Scheidewasserlösung geätzt. Die aufgetragene Druckfarbe bleibt auf dem Stein nur an der Zeichnung haften. Seine Erfindung nannte er selbst chemische Druckerei oder Steindruckerei.

Während für Senefelder die Lithografie in erster Linie gebrauchsgrafischen Wert hatte – die ersten Drucke waren Musiknoten –, spielt das Steindruckverfahren heute vor allem im Bereich der Künstlergrafik eine große Rolle. Von besonderem Nutzen erwies sich die Lithografie Anfang des 19. Jahrhunderts bei der Vervielfältigung der Karten der königlich bayerischen Steuerkatasterkommission, die 1808 zur systematischen Vermessung Bayerns gegründet worden war.

In den Jahren bis zu seinem Tod, am 26. Februar 1834 in München, gelang es Alois Senefelder mit dem Ölgemälde- oder Mosaikdruck eine weitere Drucktechnik einzuführen.


Literatur:

Michael Henker, Karlheinz Scherr, Elmar Stolpe, Von Senefelder zu Daumier. Die Anfänge der lithographischen Kunst (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 16), München / New York / London / Paris 1988