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Maximilian I. Joseph

 

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Karoline Friederike Wilhelmine von Baden

Allegorie auf den Einzug des neuen bayerischen Kurfürstenpaares Max Joseph und Karoline im März 1799 Ausschnitt aus dem Thronbaldachin Max I. Josephs
Bericht des Landrichters von Tölz, Maximilian Ott, über die Königsfeiern am 6. Januar 1806 - Dokument Bericht des Landrichters von Tölz, Maximilian Ott, über die Königsfeiern am 6. Januar 1806 - Ton
Chronogramm, entstanden anlässlich der Königsfeier in Burglengenfeld am 12. Januar 1806 Chronogramm, entstanden anlässlich der Königsfeier in Schwandorf am 12. Januar 1806
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Titel: Prinzessin von Baden, Kurfürstin von Bayern und von der Pfalz (seit 1799), Königin von Bayern (seit 1806)
Geburt: 13. Juli 1776, Karlsruhe
Tod: 13. November 1841, München
Konfession: evangelisch-lutherisch

Karoline war das älteste von insgesamt sieben Kindern des Erbprinzen von Baden, Karl Ludwig, und Amalie, Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Von der standesbewussten und ehrgeizigen Mutter bekam Karoline neben einer guten Ausbildung auch eine ausgeprägte antifranzösische Haltung mit auf den Weg. Diese wurde durch eine ganz persönliche Abneigung gegen Napoleon verstärkt, der 1804 in den Mord am Herzog von Enghien (1772–1804), einer Jugendbekanntschaft Karolines, verwickelt war. Diese Einstellung Karolines führte besonders an der Jahreswende 1805/06, als es darum ging ihre Stieftochter, die bayerische Prinzessin Auguste, mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugène Beauharnais, zu verheiraten, zu diplomatischen Verwicklungen und familiären Auseinandersetzungen. Karoline war sich mit ihrem Stiefsohn Ludwig in der Ablehnung alles Französischen und besonders Napoleons einig, während Kurfürst Max Joseph die Staatsraison in den Vordergrund stellte. Schließlich kam die Hochzeit zustande. Karoline, nunmehr schon Königin in Bayern, war schließlich auch von Napoleon, seiner Frau Joséphine und den Geschenken, die die beiden im Januar 1806 in München überreichten, beeindruckt: „Als ich vom Diner zurückkam, brachte mir ein Kammerdiener einen Karton voller Dinge, [...] Auguste hat ebensoviel erhalten: Goldbestickte Tüllkleider, Spitzen. Auch ich habe einen Spitzenschleier bekommen und ein schwarzes Spitzenkleid, eine robe de crepe brodée aux lames de couleurs und Auguste in Silber, sehr viele Blumen und shawls und vieles verschiedener Art, – das Ganze sehr schön ...“, so berichtete Karoline ihrer Mutter nach Baden.

Max Joseph und Karoline hatten sich 1796 in Ansbach kennengelernt, wo beide auf der Flucht vor den Franzosen im Exil lebten. Der 40-jährige Max Joseph, Witwer mit vier Kindern, verliebte sich in die zwanzig Jahre jüngere Karoline. Die Trauung fand am 9. März 1797 im Karlsruher Schloss statt. Karoline wurde auf diese Weise im Alter von zwanzig Jahren Stiefmutter von vier Kindern, wovon das älteste, der Thronfolger Ludwig elf Jahre, das jüngste, Karl, zwei Jahre alt war. Die Familie wohnte zunächst in Schloss Rohrbach, dann in Mannheim, ehe im Frühjahr 1799 der feierliche Einzug des nunmehrigen Kurfürstenpaars in München erfolgte.

Karoline hatte acht Kinder mit Max Joseph, darunter zwei Mal Zwillinge. Zwei Kinder starben früh, eines kam tot zur Welt. Die Töchter wurden gut verheiratet: Drei Königinnen und eine Kaiserin lassen auf eine erfolgreiche Heiratspolitik schließen. Elisabeth (1801–1873) heiratete 1823 den preußischen Thronfolger Friedrich Wilhelm und wurde 1840 Königin von Preußen; Amalie Auguste (1801–1877) gab 1822 dem späteren König Johann I. von Sachsen ihr Jawort; Sophie (1805–1872) vermählte sich 1834 mit Erzherzog Franz Karl Johann von Österreich, wurde Kaiserin und Schwiegermutter der später so berühmten Sisi; Maria Anna Leopoldine (1805–1877) trat 1833 in Dresden mit Prinz Friedrich August vor den Traualtar. Sie wurde Königin von Sachsen. Ludovika (1808–1892) ehelichte 1828 ihren Vetter Herzog Maximilian in Bayern. Berühmtes Kind aus dieser Ehe war die spätere Kaiserin Elisabeth (Sisi) von Österreich.

Mit Kurfürstin Karoline hielt auch die evangelische Religion in München Einzug. Obwohl Bayern mit den Gebietszuwächsen in Franken und Schwaben und den Reichsstädten Augsburg, Ulm und Nürnberg mehrere protestantische Gebiete erhalten hatte, erfolgte erst in der Verfassung von 1808 die rechtliche Gleichstellung der katholischen und evangelischen Religion. Protestantische Pfälzer, die zur Kolonisierung der bayerischen Moore, z.B. bei Rosenheim, kostenlos Land zur Verfügung gestellt bekamen, nannten ihre Moorkolonie nach der bayerischen Königin „Groß-Karolinenfeld“.

Königin Karoline war von der Landschaft um den Tegernsee begeistert. Vor allem auf ihre Veranlassung erwarb Max Joseph 1816 Kloster Tegernsee und ließ es zum Schloss umbauen. Von da an waren Schloss Tegernsee und Wildbad Kreuth bevorzugte Aufenthaltsorte der königlichen Familie und ihrer Gäste. Karoline wählte Tegernsee – das Max Joseph ihr 1825 vererbt hatte – auch als einen ihrer Witwensitze und vermachte das Anwesen später ihrem Stiefsohn Karl.

Eine Charakteristik der Königin gibt August Graf von Platen 1808: „Als ich Page wurde war die Königin bereits über die ersten Jahre des Frühlings hinaus, doch blieb sie immer eine Dame von majestätischem Aussehen. Sie ist eine treue Mutter ihrer Kinder. Sie ist Protestantin und schenkt den Armen viel durch ihren Hofprediger. Sie zeichnet viel und liebt Lektüre, mit der sie sich gewöhnlich bis tief in die Nacht hinein beschäftigt. Sie ist eine Freundin der Musik. Sie ist gar nicht geziert und furchtsam wie andere Weiber ...“. Hier kann man noch anfügen, dass die Königin wohl eine gefragte Ratgeberin ihres Mannes war und sich besonders mildtätig den Untertanen gegenüber zeigte. Dabei war ihr durchaus ein selbstverständliches Repräsentationsbedürfnis zu eigen, das sich etwa im Umbau der Münchner Residenz zeigte. Karoline ließ ihre Räume „fürstlich“ verändern und einrichten, während Max Joseph bescheidenere „bürgerliche“ Räume bewohnte.

Nach dem Tod ihres Mannes, König Max I. Joseph, im Oktober 1825, wies der Thronfolger Ludwig I. seiner Stiefmutter die Marienfeste in Würzburg als Witwensitz zu. Allerdings wollte die Königinwitwe davon nichts wissen. Nach längeren Querelen ließ sie sich in München, im Park Biederstein, eine Villa errichten. 1829 zog sie dort ein.

Am 13. November 1842 starb Karoline. Bei ihrer Beerdigung kam es zu einem Eklat wegen Reibereien zwischen den Religionsgemeinschaften. Sie liegt in der Münchner Theatinerkirche begraben. 


Literatur:

Georg von Laubmann, Ludwig von Scheffler, Die Tagebücher des Grafen August von Platen. Aus der Handschrift des Dichters, Bd. 1, Stuttgart 1896; Anna Lore Bühler, Karoline, Königin von Bayern. Beiträge zu ihrem Leben und zu ihrer Zeit., München 1941; Adalbert Prinz von Bayern, Max I. Joseph von Bayern. Pfalzgraf, Kurfürst, König, München 1957, S. 287–317; Martha Schad, Bayerns Königinnen, Regensburg 1992, S. 13–91