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Maximilian I. Joseph

 

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Maximilian I. Joseph von Bayern

Allegorie auf den Einzug des neuen bayerischen Kurfürstenpaares Max Joseph und Karoline im März 1799 Allegorie auf die neue Königswürde für Maximilian Joseph von Bayern (kurz nach 1806)
Aufbahrung König Max’ I. Joseph Aufhebung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Nikola bei Passau (um 1803)
Band zum Großkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone Bericht des Landrichters von Tölz, Maximilian Ott, über die Königsfeiern am 6. Januar 1806 - Dokument
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Titel: Kurfürst von Bayern und von der Pfalz (seit 1799), König von Bayern (seit 1806)
Geburt: 27. Mai 1756, Mannheim
Tod: 12. Oktober 1825, Schloss Nymphenburg, München
Konfession: römisch-katholisch

Als am 27. Mai 1756 dem Pfalzgrafen Michael von Zweibrücken-Birkenfeld und seiner Frau Maria Franziska Dorothea der Sohn Max Joseph geboren wurde, ahnte noch niemand, dass dieser einmal alle wittelsbachischen Lande in seiner Hand vereinen und König von Bayern werden würde. Max Joseph wuchs überwiegend am Hof seines Onkels Christian auf, da seine Mutter wegen einer Liebesaffäre erst nach dem Tod ihres Mannes ihren Witwensitz auf Schloss Sulzbach nehmen durfte. Die Vormundschaft über den Knaben hatte Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Neuburg-Sulzbach. Als dessen Erbe sollte Max Joseph mehr als 40 Jahre später, im Jahr 1799, die Regierung in Bayern übernehmen.

Trotz der eher widrigen Umstände seiner Kinder- und Jugendzeit wurde Max Joseph zum Herrscher erzogen. Sein Erzieher Agathon Keralio mahnte ihn: „Denken Sie daran, dass Sie die große Hoffnung eines illustren Hauses sind.“ 1770 wurde Max Joseph das Regiment Royal Alsace übertragen, ein deutsches Fremdenregiment in französischem Dienst, dessen Uniformen später Vorbild für die bayerischen Militäruniformen werden sollten. Auch während seiner Regierungszeit in Bayern war Max Joseph das Militär ein zentrales Anliegen.

Max Joseph galt als einfach, ehrlich und gutmütig, pragmatisch, mit gesundem Menschenverstand begabt, aber ohne besondere künstlerische oder geistige Fähigkeiten. Er scheute Entscheidungen und wurde - besonders in seinen späteren Jahren – oft zu Zeiten, in denen wichtige Entscheidungen zu treffen waren, krank. Eine seiner vielleicht herausragendsten Eigenschaften war, dass er begabte Männer, wie Montgelas und andere Reformer, um sich versammelte und ihnen die nötige Handlungsfreiheit ließ, ohne sich aber ganz aus den Regierungsgeschäften zurückzuziehen.

Als sein Bruder Karl August 1795 starb, wurde Max Joseph zum Herzog von Zweibrücken und potenziellen Erben der Wittelsbacher. Allerdings besetzten im selben Jahr die Franzosen die Pfalz und Max Joseph musste fliehen. Nach wechselnden Aufenthaltsorten, unter anderem in Rohrbach und Ansbach, rückte das bayerische Erbe in greifbare Nähe. Als Kurfürst Karl Theodor von Kurpfalz-Baiern im Februar 1799 starb, konnte Max Joseph in München einziehen und wurde dort von den Untertanen freudig begrüßt.

Er übernahm das Land in einer schwierigen Situation: Bayern drohte außenpolitisch zwischen Österreich und Frankreich zerrieben zu werden. Innenpolitisch hatte Karl Theodor ein stark verschuldetes Land hinterlassen, dessen Verwaltungsstrukturen und Beamtenschaft reformbedürftig waren. Darauf waren der neue bayerische Herrscher und sein Minister Maximilian Joseph von Montgelas (1759–1838) jedoch vorbereitet. Montgelas hatte seinem Fürsten bereits 1796 das später sogenannte „Ansbacher Mémoire“ vorgelegt. In dieser Denkschrift war das Reformwerk bereits detailliert ausgearbeitet.

Außenpolitisch vollzog Bayern 1805 die Hinwendung zu Frankreich. 1813, als Napoleons Stern sank, trat es wieder zu dessen Gegnern über. Die Bündniswechsel folgten einzig politischem Kalkül, auch wenn Max Joseph seiner Herkunft und Erziehung nach eher Frankreich zugeneigt war. Innenpolitisch reformierten Max Joseph und Montgelas in Bayern alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Dies war schon allein deshalb notwendig geworden, weil sich das bayerische Staatsgebiet durch Mediatisierung und Säkularisation stark vergrößert hatte. Beim Tode König Max Josephs hatte sich Bayern zu einer nach modernen Gesichtspunkten regierten, konstitutionellen Monarchie gewandelt. Seine Grenzen – sieht man vom Hinzutritt Coburgs 1920 sowie vom Verlust der Rheinpfalz 1945 ab – entsprachen weitgehend den heutigen Staatsgrenzen.

Die Rangerhöhung vom Kurfürsten zum König durch den französischen Kaiser Napoleon am 1. Januar 1806 war für Max Joseph vor allem ein Gewinn an politischem Handlungsspielraum. Er selbst war und blieb ein bescheidener Mensch, der in der Münchner Residenz nur kleinere Zimmer neben den Räumen seiner Kinder bewohnte. „Wir bleiben dieselben“, soll Max Joseph nach der Proklamation zum König 1806 gesagt haben.

Als Herzog von Zweibrücken hatte Max Joseph 1785 in erster Ehe Auguste Wilhelmine von Hessen-Darmstadt (1765–1796) geheiratet. Sie starb während der Zeit des Exils 1796 auf Schloss Rohrbach bei Heidelberg. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, auch der spätere bayerische Thronfolger Ludwig und seine Schwester Auguste Amalie, die mit dem Stiefsohn Napoleons verheiratete Vizekönigin von Italien. Noch im selben Jahr verliebte sich Max Joseph während seines Aufenthalts in Ansbach in die badische Prinzessin Karoline, die er im März 1797 heiratete. Die beiden hatten zusammen acht Kinder.

Max Joseph starb am 13. Oktober 1825 in Schloss Nymphenburg. Der erste bayerische König war bei seinen Untertanen beliebt. Er erhielt den Beinamen „der gute Vater Max“.

Auch die höchste Trumpfkarte beim typisch bayerischen Kartenspiel „Watten“ erinnert wohl an Max Joseph. Der Herz König heißt nämlich „Max“, „Maxi“ oder „Maxe“. Da das Watten in der Zeit der napoleonischen Kriege zunächst vor allem bei den französischen und bayerischen Soldaten populär wurde, liegt diese Vermutung nahe.


Literatur:

Adalbert Prinz von Bayern, Max I. Joseph von Bayern. Pfalzgraf, Kurfürst und König, München 1957; Bayern entsteht. Montgelas und sein Ansbacher Mémoire von 1796, hrsg. von Michael Henker, Margot Hamm und Evamaria Brockhoff (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 32), Augsburg 1996.
Literatur zu Maximilian I. Joseph und seiner Zeit