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Maximilian I. Joseph

 

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Karte: Bayern ab August 1819

ab August 1819

Nach der verheerenden Niederlage Napoleons im Russlandfeldzug 1812, an dem auch bayerische Truppen teilgenommen hatten, vollzog Bayern langsam und geheim den Bündniswechsel. Gerade noch rechtzeitig vor der Völkerschlacht von Leipzig trat das Königreich im Vertrag von Ried im Oktober 1813 auf die Seite der Napoleongegner. Durch diesen Seitenwechsel konnte Bayern gegenüber Österreich seine staatliche Existenz sichern und seinen Besitzstand weitgehend wahren.

Im Juni 1814 wurden durch die Pariser Konvention Vorarlberg und Tirol von Bayern an Österreich abgetreten. Im Gegenzug dafür erhielt Bayern Aschaffenburg und Würzburg. Die letzte Änderung der bayerischen Grenzen, die sich aus den Turbulenzen der napoleonischen Epoche ergab, erfolgte im Münchner Vertrag vom 14. April 1816. Österreich erhielt von Bayern das salzburgische Gebiet rechts der Salzach; Bayern bekam das Amt Redwitz, Hammelburg, Brückenau, Weyers und vor allem die neu geschaffene Rheinpfalz. Die rechtsrheinischen Gebiete der alten Rheinpfalz konnten trotz österreichischer Absichtserklärungen nicht zurück gewonnen werden. Damit bestand Bayern bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus zwei zusammenhängenden territorialen Blöcken.

Aus den territorialen Veränderungen, die Bayern während der Napoleonischen Epoche erfuhr, kann man eine Erfolgsbilanz ziehen: es war ein geschlossenes bayerisches Staatsgebiet entstanden. Während die Landgewinne in Franken und Schwaben gehalten werden konnten, gingen die habsburgischen Gebiete weitgehend wieder verloren. Bayerns Territorium wuchs von 61 000 km² auf 75 000 km² und blieb bis 1920, als Coburg zum Freistaat kam, weitgehend unverändert.

Die Bevölkerung Bayerns verdoppelte sich zwischen 1799 und 1816 nahezu: Sie wuchs von ca. 1,9 Millionen auf ungefähr 3,7 Millionen Einwohner.

Beleg:

200 Jahre Franken in Bayern. Katalog zur Landesausstellung 2006, hrsg. von Josef Kirmeier u.a., Augsburg 2006 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 51), S. 56.

 

Hartmann, Peter Claus: Bayerns Weg in die Gegenwart, Regensburg 1989.
Spindler, Max (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. IV/1 (Das neue Bayern), München 1974.

Künstler, Ersteller / Fotograf: Grafisches Atelier Wolfgang Felber, Ottobrunn; www.felber-grafik.de
Lageort: Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte
Copyright: Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte