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Ludwig III.

 

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Herrschaft König Ottos I. von Griechenland (1832-1862)

8. August 1832 bis Oktober 1862

Herrschaftsantritt
Nach dem Ende des griechischen Unabhängigkeitskampfs und der Staatsgründung Griechenlands wurde das erste Staatsoberhaupt Ioannis Graf Kapodistrias (1776-1831) 1831 ermordet. Die Signatarmächte Großbritannien, Frankreich und Russland schlugen der griechischen Nationalversammlung vor, einen europäischen Fürsten zum König zu krönen. Die Nationalversammlung entschied sich für Prinz Otto von Bayern, den zweitgeborenen Sohn von König Ludwig I. von Bayern. Im „zweiten Londoner Protokoll“ vom Sommer 1832 wurde Otto durch die Nationalversammlung am 8. August 1832 zum griechischen König ernannt. Im Februar 1833 erreichte Otto mit seinem Gefolge die griechische Hauptstadt Nafplion.

Nachfolgeregelung
Bereits im Londoner Protokoll war eine mögliche Nachfolge geregelt: Sollte König Otto I. ohne Nachkommen sterben, waren dessen jüngerer Bruder Luitpold als Thronfolger und Luitpolds Kinder als Thronerben vorgesehen. Und tatsächlich blieb Ottos Ehe mit Herzogin Amalie von Oldenburg kinderlos.

Im Zuge eines Volksaufstands wurde 1844 eine neue griechische Verfassung ausgearbeitet: Otto I. hatte zu akzeptieren, dass zumindest der griechische Thronfolger im Erbfall orthodoxen Glaubens sein musste. Luitpold aber weigerte sich als gläubiger Katholik über eine Konvertierung nachzudenken. Somit war der Anspruch Luitpolds und seiner Söhne auf den griechischen Thron dahin. Die Erbregelung wurde auf Prinz Adalbert (1828-1875), den jüngsten Bruder König Ottos, erweitert. Als dieser aber 1856 eine spanische Infantin ehelichte und seinen Sohn Ludwig Ferdinand Maria (1859-1949) katholisch taufen ließ, war auch Adalberts Anspruch auf den griechischen Thron erloschen.
 
Herrschaftsende
Otto I. beeinflusste den Aufbau bzw. die Reform des griechischen Staates maßgeblich. Er förderte Kunst und Wissenschaft, die wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Probleme Griechenlands vermochte er hingegen nicht zu lösen. 1862 wurde er durch einen unblutigen Aufstand abgesetzt und die Wittelsbacher verloren den griechischen Thron an das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
 
 
Literatur:
Menges, Franz: Otto I., König von Griechenland, in: NDB Bd. 19 (1999), S. 687f.; Online-Version der NDB.
vgl. hierzu auch: Otto I. von Griechenland