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Ludwig III.

 

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Der Bayerische Landtag (1919/20)

21. Februar 1919 bis 2. Juni 1920

Mit den Landtagswahlen vom 12. Januar 1919 wird erstmals ein demokratisches Parlament in Bayern gewählt. Neuerungen sind das Frauenstimmrecht und das Verhältniswahlrecht.

Die Eröffnung des Landtags am 21. Februar 1919 verläuft dramatisch. Der amtierende (provisorische) Ministerpräsident Kurt Eisner wird auf dem Weg zum Landtag von einem Gegner der Revolution erschossen.

Daraufhin bildet sich der Zentralrat der Republik Bayern, als Gegenpol zu den parlamentarischen Parteien. Nach Verhandlungen kann der Landtag am 17. März 1919 Johannes Hoffman zum ersten demokratisch legitimierten Ministerpräsidenten wählen.

Eine zweite Einberufung des Parlaments für den 9. April verhindert der Zentralrat indes und ruft am 7. April 1919 die Räterepublik aus. Intellektuelle und Schriftsteller wie Erich Mühsam, Gustav Landauer und Ernst Toller sind hierbei führende Figuren. Bereits nach einer Woche wird diese von der kommunistischen Räterepublik abgelöst.

In einem folgenden Bürgerkrieg, wird die Räterepublik blutig niedergeschlagen. Am 8. Mai 1919 enden die letzten Kämpf in München.

Von einer Hochburg der Roten wandelte sich Bayern innerhalb weniger Monate zur „Ordnungszelle“ des Reichs und zum Sammelbecken nationalistischer, rechtsextremer Gruppierungen.

Landtag und Regierung Hoffmann weichen nach Bamberg aus. Am 31. Mai 1919 bildet die SPD unter Ministerpräsident Hoffmann eine Koalitionsregierung mit der BVP und der DDP.

In der Fogle bestimmen die Beratungen über eine neue bayerische Verfassung die Tagungen. Das Plenum nimmt am 12. August die „Bamberger Verfassung“ an.

Gemäß der „Bamberger Verfassung“ ist Bayern eine parlamentarische Demokratie. Das Volk übt seine Rechte durch das Parlament, das aus nur einer Kammer besteht, und mittels Volksbegehren und Volksentscheid aus. Die Regierung wird vom Landtag gewählt, wobei der Ministerpräsident keine so herausragende Stellung im Kabinett einnimmt wie heute – so hat er keine „Richtlinienkompetenz“.

Die Spannungen innerhalb der Regierungskoalition nehmen rasch zu. Im Zuge des „Kapp-Putsches“ in Berlin im März 1919 zerbricht die Koalition und Hoffmann tritt zurück. Am 16. März wählt der Landtag mit einer Stimme Mehrheit Gustav Ritter von Kahr zum neuen Ministerpräsidenten.

 

Zum Verlauf siehe „Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819“ (Überblick).