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Maximilian I. Joseph

 

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Bonaparte, Josephine

Titel: seit 1804 Kaiserin der Franzosen
Geburt: 23. Juli 1763, Trois Îlets (Martinique)
Tod: 29. Mai 1814, Malmaison
Konfession: römisch-katholisch

Marie Rose Josephe de Tascher de la Pagerie war in erster Ehe mit Alexander Vicomte de Beauharnais verheiratet, der während der Terrorherrschaft der Französischen Revolution guillotiniert wurde. Aus dieser Ehe hatte sie zwei Kinder, Eugène (1781–1824) und Hortense (1783–1837). Am 9. März 1796 heiratete sie den damaligen General der französischen Revolutionsarmee Napoleon Bonaparte. Er fand durch seine Frau erstmals Eingang in die französische Gesellschaft. Joséphine wurde Kaiserin, als Napoleon sich am 2. Dezember 1804 zum Kaiser der Franzosen krönte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoleon 1809 scheiden und heiratete eine habsburgische Prinzessin. Joséphine behielt den Titel einer Kaiserin von Frankreich auch nach der Scheidung bei. Sie lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1814 auf Schloss Malmaison, dessen Park sie in einen blühenden Rosengarten verwandelt hatte.

Zur Hochzeit ihres Sohnes Eugène reiste Joséphine auf Befehl Napoleons nach München. Am 5. Dezember 1805 kam sie dort mit ihrem Hofstaat und 15 eigenen Köchen an und nahm Quartier in den Kaiserzimmern der Residenz. Bemerkenswert ist, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Zusage zur Eheschließung zwischen Eugène Beauharnais und der bayerischen Prinzessin Auguste vorlag. Diese erfolgte erst einen knappen Monat später; allerdings hatte der Vater Augustes, der bayerische Kurfürst Max IV. Joseph, bei einem Treffen mit Napoleon in Linz im November 1805 seine Zustimmung erteilt unter dem Vorbehalt, dass auch die Braut diese Verbindung wünsche. Als Gastgeschenk brachte die Kaiserin der Franzosen für die bayerische Kurfürstin Caroline und für Prinzessin Auguste „je ein[en] Korb mit fünf Spitzenkleidern, Taschtüchern, gestickten Schals und eine grosse Menge künstlicher Blumen“. So war man in München sicher hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für Joséphine, ihre exquisite Garderobe und das Pariser Flair, das sie um sich verbreitete, einerseits und der Ablehnung des steifen Zeremoniells der Kaiserin, andererseits. Caroline schrieb in diesem Sinne an ihre Mutter: „Ich kann nicht mehr, bin fertig, krank vor Langweile und Mühsal. [...] dass ich mich nicht über die Kaiserin beklage. Sie ist eine liebenswürdige, sehr obligeante Frau, voller Bestreben zu gefallen, aber ihre Würde verlangt, dass man bei ihr vor Langweile stirbt. [...]“


Literatur:

Anna Lore Bühler, Karoline, Königin von Bayern. Beiträge zu ihrem Leben und zu ihrer Zeit, München 1941