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Ludwig II.

 

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Pariser Konvention zwischen Bayern und Österreich, 3. Juni 1814, französischer Text (Transkription), Seite 2

3.6.1814

 

Nach dem Sieg über Napoleon und dessen Verbannung auf die Mittelmeerinsel Elba im April 1814 gingen die Siegerstaaten Österreich und Bayern daran, ihre territorialen Verhältnisse zu ordnen.

Aufgrund der Bestimmungen des Vertrags von Ried vom Oktober 1813, in dem Bayern aus dem Rheinbund ausgetreten war und sich in die antinapoleonische Koalition eingereiht hatte, sollte Bayern bei Abtretungen an Österreich gleichwertige Entschädigungen erhalten. Im Juni 1814 kam es zum Gebietstausch: Bayern trat Tirol und Vorarlberg an Österreich ab. Dafür erhielt es Aschaffenburg und Würzburg.

Ferner wurde die Abtretung Salzburgs und des Innviertels festgelegt. Diese sollte jedoch erst erfolgen, wenn man sich auf eine angemessene Entschädigung für Bayern geeinigt hatte. Bayern strebte die Rückgabe der alten Kurpfalz an, die durch eine Landbrücke mit dem Rest des Königreichs verbunden werden sollte. Im November entschieden die Großmächte unter Ausschluss von Bayern diese Frage. Salzburg und das Innviertel fielen an Österreich, eine vergrößerte linksrheinische Pfalz, die keine Landverbindung zu Kernbayern hatte, kam an Bayern. Diese Regelung wurde am 14. April 1816 im Münchner Vertrag zwischen Bayern und Österreich fixiert.

Kraus, Andreas: Geschichte Bayerns. München 3. Auflage 2004.

Lageort: Perry, Clive (Hg.): The Consolidated Treaty Series, Vol. 64, New York 1969, S. 212-217.