Höchstadt a.d. Aisch


 

GESCHICHTE
Kapuziner in Höchstadt a.d. Aisch ? katholische Mission im evangelischen Umfeld

Die Bevölkerung von Höchstadt an der Aisch war zwar Anfang des 18. Jahrhunderts überwiegend katholischen Glaubens; der Einfluss der zahlreichen evangelischen Ortschaften im Umkreis galt der Obrigkeit jedoch als gefährlich. Deshalb beantragte Lothar Franz von Schönborn, Kurerzbischof von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, im Jahr 1703 bei der in Landshut versammelten Provinzleitung der bayerischen Kapuziner die Errichtung einer Mission für seine Stadt. Die neue Niederlassung des Ordens sollte die Einwohner im katholischen Glauben festigen und ihnen ein gutes Vorbild geben.

Noch im selben Jahr 1703 zogen die ersten Kapuziner unter dem Superior Pater Joseph von Ochsenfurt nach Höchstadt. Vorerst bekamen sie ein kleines Haus neben der Kapelle des Hospitals zugewiesen. Die Mönche wirkten hier sieben Jahre lang zur großen Zufriedenheit der Bürgerschaft und des Fürstbischofs. Deshalb wurde beschlossen, die Niederlassung zum Konvent zu erheben. 1710 legte man den Grundstein zu einem komplett neuen Klosterareal. Der bischöfliche Amtmann Johann Georg von Lautter stiftete dazu die Kapuzinerkirche, die 1713 dem hl. Josef geweiht wurde. Das Bildnis des Heiligen zierte auch das Klostersiegel. Den Hochaltar für die Klosterkirche bezahlte Johann Philipp II. von Greifenklau-Vollraths, Fürstbischof von Würzburg und Herzog in Franken, aus eigenem Vermögen. Das Konventgebäude wurde 1714 bezogen und Pater Donat von Bamberg als erster Guardian bestellt.

Die geistlichen Aufgaben der Patres umfassten auch tägliche Predigten. Außerdem waren sie für die Seelsorge der bei Pommersfelden gelegenen Villa Weissendorf zuständig, bis Pommersfelden selbst eine Missionsstation der Kapuziner erhielt.

1810 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Das Klostergebäude diente vorerst für Privatwohnungen und wurde später abgebrochen. Heute erinnert nichts mehr an das hundertjährige Wirken der Kapuziner in Höchstadt.

(Christine Riedl-Valder)



 

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