Bamberg, Kapuzinerkloster


 

GESCHICHTE

Die Kapuziner in Bamberg ? Prediger und Tuchmacher

Inmitten der Wirren und Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs schuf man in Bamberg die Voraussetzung für die Neugründung eines Klosters. Die Anregung für eine Niederlassung der Kapuziner ging bereits von Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen aus. Vor seinem Tod, der während eines Reichtags in Regensburg erfolgte, hinterließ er seinem Nachfolger Johannes Georg den Auftrag, Kapuziner nach Bamberg zu berufen.

Bereits 1627 kamen die Brüder in die Bischofsstadt, um eine Klostergründung anzubahnen. Es wurde ein Bauplatz hinter dem Benediktinerkloster ausgewählt. Der Bischof versprach alle Hilfe, und das Domkapitel spendete auf seine Veranlassung 6000 Gulden, für die zunächst Hausteine gekauft wurden. Doch die Umstände waren höchst ungünstig; das Baumaterial wurde schließlich für andere Zwecke verwendet.

Zum erfolgreichen Start der Niederlassung kam es dann erst 1636, als Georg Franziskus von Hatzfeld, der Bischof von Würzburg, einen Häuserkomplex für die Klostergründung erwarb. Im Dezember 1636 trafen die Kapuziner in der Stadt ein: Pater Theodor von München, Pater Juvenal von Salzburg, Pater Franz Maria von Kirchberg und Bruder Modest von Neubeuern. Sie bezogen vorerst eine Wohnung neben der Stadtpfarrkirche St. Martin. Pater Theodor predigte am Fest des hl. Apostel Thomas in der Domkirche mit großem Erfolg. Seine Zuhörerschaft vermehrte sich von Predigt zu Predigt. 1639 erhielten die Brüder eine mehr den klösterlichen Bedürfnissen angepasste Wohnung. Pater Simon von Brixen wurde als erster Guardian benannt.

Die eigentliche Gründung als Kloster mit Einführung der Klausur fand jedoch erst im Jahr 1649 unter dem Provinzial Dominikus von Passau statt. 1654 erfolgte die Weihe der Kirche zu Ehren des heiligen Kaiserpaars Heinrich und Kunigunde. Deren Bildnis trug auch das Klostersiegel. Als wirtschaftliche Grundlage für das Kloster in Bamberg diente eine von den Fratres besorgte Tuchmacherei des Ordens. Die Patres hielten die Sonntags-, Festtags- und Fastenpredigten in der St.-Martin-Pfarrkirche, waren Beichtväter bei den Englischen Fräulein und hatten Aushilfen für die anderen Kleriker zu leisten.

Nach der Inbesitznahme des Hochstifts Bamberg durch Kurfürst Max IV. Joseph von Bayern, den späteren König Max I. Joseph, ab 1802, wurde im Jahr 1804 nach dem Kapuzinerkloster in Würzburg auch der Sitz des Ordens in Bamberg aufgelöst. Bei der Aufhebung lebten hier zwanzig Patres und zehn Brüder. Das Klostergebäude diente anschließend den unterschiedlichsten Zwecken: als Mechanikerwerkstätte, Musiksaal, Suppenanstalt, Feuerwehrhaus, Turnstätte, nach 1859 auch für einige Jahre wieder kirchlichen Zwecken. Schließlich musste es dem neuen Realschulgebäude weichen.

(Christine Riedl-Valder)



 

SUCHE

LAGE IN BAYERN
Kartenausschnitt in Google Maps anzeigen