Altötting, Franziskanerkloster


 

GESCHICHTE

Franziskanerkloster Altötting - Im Dienst der Schwarzen Muttergottes

Der Ort der Wallfahrt zum berühmten Gnadenbild der „Schwarzen Muttergottes“ erhielt 1653 eine Niederlassung der Franziskaner. Es handelte sich um eine Stiftung des Regensburger Fürstbischofs Franz Wilhelm von Wartenberg. Dieser war zugleich Herr der Hofmark Altötting und Propst für das dortige Kollegiatstift. Zunächst waren die Mönche in der Propstei untergebracht, 1656 konnten sie ihren neu erbauten Konvent und 1657 die Klosterkirche St. Anna übernehmen. Die Altöttinger Franziskaner arbeiteten vor allem als Beichtväter und als Betreuer für die alljährlich nach Tausenden zählenden Wallfahrer. Ab 1715 diente das Kloster zudem als so genannte Recollection für die bayerische Provinz der Reformaten. Hier wurden die jungen Kleriker der Provinz nach ihrem Theologiestudium ein Jahr lang für den Seelsorgedienst vorbereitet und zugleich schon in der Praxis eingesetzt. Am 25. Januar 1802 wurde den 24 Franziskanern in Altötting die Aufhebung ihres Konvents (18 Patres und 6 Brüder) verkündet. Der bayerische Staat überwies das Kloster an den Orden der Kapuziner. Bereits in der Karwoche des Jahres 1802 wurde Inventar aus dem Münchner Kapuzinerkloster angeliefert. Am 3. Mai kamen die ersten vier Kapuziner nach Altötting. Der 28. Mai 1802 markiert das Datum der Umwandlung in einen Kapuzinerkonvent. Ein Pater trat aus dem Orden aus, ein weiterer wurde Vikar in einer Pfarrei. Drei Patres wurden als „Ausländer“ abgeschoben, z.B. in das Hochstift Freising. Fünf Laienbrüder fanden zunächst Aufnahme in verschiedenen Prälatenklöstern. Dreizehn Patres und ein Laienbruder zogen in ein „Aussterbekloster“ nach Tölz. Das Kapuzinerkloster in Altötting besteht bis heute. Der Kirchenraum und das Innere des Konventgebäudes wurden um 1957 bzw. 1960 grundlegend verändert. Das berühmteste Mitglied des Konvents ist Bruder Konrad. Der reiche Großbauer Johann Birndorfer (1818–1894) vom „Venushof“ aus Parzham trat 1849 in das Kloster ein. Von 1853 bis 1894 versah er den Dienst an der  Klosterpforte. Konrad von Parzham wurde 1930 selig und bereits 1934 heilig gesprochen. Seit 1953 ist er Patron des Klosters und seiner Kirche.

( Christian Lankes )



 

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AUS DEM HDBG-BILDARCHIV
Bruder-Konrad-Brunnen in einer Nische an der ehemaligen Franziskanerklosterkirche (heute: Kapuzinerklosterkirche) St. Anna in Altötting, Steinbildwerk mit Bronzeskulptur, 1946-1949.
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg (Bayer. Pressebild)

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