Regensburg, Kapuzinerkloster


 

GESCHICHTE

St. Matthias in Regensburg - Kapuziner und Klarissen

Die Kapuziner kamen erst im Zuge der gegenreformatorischen Bestrebungen des Kaisers Matthias I., der den Orden sehr förderte, nach Regensburg. Sie erhielten 1613 in der Ostengasse ein relativ großes Areal aus dem Besitz des Kanonissenstifts Niedermünster zugewiesen, in dessen Grenzen sich die gesamte Klostergeschichte abspielte. 
Nach der Grundsteinlegung zum Klosterbau am 10. Oktober 1613 in Anwesenheit des Kaisers, dem zu Ehren der Kirchenpatron Matthias gewählt wurde, unterstützte das Kaiserhaus den Bau weiterhin. Er wurde bereits 1614 vollendet. Der heutige Baubestand stammt weitgehend aus der Phase der Erweiterung des Klosters 1733, innerhalb derer auch Cosmas Damian Asam den Kreuzgang ausmalte.
Die Hauptaufgabe der Kapuziner, deren Konvent stets arm blieb, lag in karitativer Tätigkeit und der Seelsorge auch unter schwierigen Umständen. So riss die letzte große Pestepidemie 1713 in Regensburg große Lücken in die Reihen der Patres, von denen achtzehn der Seuche zum Opfer fielen. 
Das Kloster St. Matthias wurde von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg während der großen Säkularisation von 1803 nicht aufgelöst; erst 1810 mit dem Übergang Regensburgs an Bayern erlosch der Konvent. Die Gebäude in der Ostengasse 31-33 standen jedoch nicht lange leer: Im folgenden Jahr 1811 wies man sie den im Schulunterricht tätigen Klarissen zu, deren Kloster 1809 zerstört worden war. Die Nonnen betrieben eine Mädchenschule und lebten hier bis zur Auflösung des Konvents 1974. 
Bereits 1968 hatte der Orden das Kloster an die Stadt Regensburg verkauft. Heute beherbergen die Gebäude städtische Einrichtungen und (noch) das Ostkirchliche Institut.

( Peter Morsbach )



 

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