Vogelsburg


 

GESCHICHTE
Vogelsburg ? Ein Gottesberg am Main

 

Drei Kilometer westlich von Volkach besteht auf der vom Main umflossenen Weinberghöhe  seit fast 700 Jahren ein Kloster. Die Karmelitenmönche tauften es in Erinnerung an den Berg Karmel ?Gottesberg? (Mons Dei). Spuren einer frühgeschichtlichen Befestigung belegen die günstige und begehrte Lage des Orts. Im Jahr 906 schenkte König Ludwig die Vogelsburg an das Kloster Fulda. Im 13. Jahrhundert war der Fuldaer Besitz am Main großenteils an die Grafen von Castell gelangt. Graf Hermann zu Castell gründete 1282 innerhalb der alten Vogelsburg ein Kloster. Patron der Kirche wurde der Ritterheilige St. Georg.

Wohl noch auf das Jahr 906 gingen Besitzstreitigkeiten des Karmel zu Vogelsburg mit der Kartause Astheim zurück. Die Weinberge um das Kloster waren aber keine ausreichende Grundlage für einen allzu großen Konvent. 1318 und 1325 erlaubten deshalb die Würzburger Bischöfe den Karmeliten von Vogelsburg, überall in der Diözese gegen Entgelt die Beichte zu hören und Almosen zu sammeln.

Im Bauernkrieg von 1525 wurde das Kloster gebrandschatzt. Von der Kirche, die vor 1497 im Stil der Spätgotik renoviert worden war, blieb nur der spätgotische Chorraum erhalten. Ein Votivbild mit einer Mariendarstellung aus dem alten Karmelitenkloster befindet sich heute im ?Käppele?, der  berühmten Würzburger Wallfahrtskirche.

Nach der Zerstörung ihres Karmels zogen die Mönche nach Würzburg in das Kloster St. Barbara, der Klosterbesitz bei Volkach wurde von dort verwaltet. Um 1700 scheinen die Gebäude wieder in besseren Zustand versetzt worden zu sein, doch 1803 wurde die Anlage in private Hände verkauft, die Grabmäler des Hauses Castell kamen in die Kirche nach Rüdenhausen.

1957 gingen die Gebäude in den Besitz der Gemeinschaft der Augustinus-Schwestern über. Die Schwestern unterhalten in Vogelsburg eine Tagungsstätte und bewahren die monastische Tradition des Gottesberges am Main.


Auf einer Postkarte von Eugen Felle ist eine Ansicht der Vogelsburg zu sehen.

 

(Markus Schütz)



 

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