Regensburg, Karmeliten (St. Oswald)


 

GESCHICHTE

St. Oswald in Regensburg - Keimzelle der Karmeliten in Straubing 

Die älteste Gründung eines Karmelitenklosters im Bistum Regensburg fand um 1290 in Regensburg statt. Zugleich sollte sie auch die kurzlebigste sein, denn schon 1367 übersiedelte der Konvent nach Straubing. Dort besteht er bis heute als einziges niemals aufgelöstes deutsches Karmelitenkloster. 
Der Regensburger Konvent war bei der alten Kirche St. Oswald an der Einmündung des Weißgerbergrabens in die Donau angesiedelt. Um 1290 hatten hier die Bürger Karl Prager und Friedrich Auer das so genannte Neue oder Reiche Spital gegründet, dessen Seelsorge offensichtlich den Karmeliten übertragen war. 1319 nahmen Papst Johannes XXII. und 1330 Kaiser Ludwig der Bayer die Regensburger Karmeliten unter ihren Schutz. Im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts wurde unter Einfluss der Dombauhütte der architektonisch anspruchsvolle gewölbte Chor der Kirche errichtet. Nach dem Umzug der Karmeliten nach Straubing wurde die Klosterkirche (seit 1553 protestantisch) weiterhin als Spitalkirche verwendet. Die Klostergebäude dienten als Spital. An den Chor der Kirche schloss sich ab 1604 das erweiterte Langhaus mit den Räumen der Pfründnerinnen.
Die Gründe für die Verlegung des Konvents von Regensburg nach Straubing 1367 sollen in Auseinandersetzungen mit dem Regensburger Bischof Konrad IV. von Haimberg bestanden haben: Ein Karmelitenmönch soll von der Kanzel herab gegen die Erweiterung der Domkirche gewettert haben. Die tatsächlichen Gründe mögen in wirtschaftlicher Ursache zu suchen sein oder auch in der beständigen Hochwassergefahr, der sich das direkt an der Donau gelegene Kloster ausgesetzt sah. Am ehesten erscheint die Vermutung zuzutreffen, dass es in Straubing überhaupt noch keine klösterliche Niederlassung gab, während in Regensburg neben den zahlreichen Klöstern der alten Orden damals bereits fünf Bettelordensklöster existierten (Dominikaner und Dominikanerinnen, Franziskaner und Franziskanerinnen, Augustinereremiten).

( Peter Morsbach )



 

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