Niederviehbach


 

GESCHICHTE
Niederviehbach ? Ochsen führten zur Gründungsstätte

Über den Resten einer mittelalterlichen Burg erhebt sich auf einem Bergrücken des Isartals nahe Dingolfing die Klosteranlage von Niederviehbach. Graf Berengar und Gräfin Agnes von Leonsberg übertrugen im Jahr 1296 ihr herzogliches Lehen einer Niederlassung von Augustiner-Eremitinnen. Mit dem Stiftungsakt verbunden ist eine Legende, der zufolge ein Ochsengespann, auf dem ein Marienbild transportiert worden war, den Ort der zukünftigen Klosterniederlassung bestimmt haben soll. Diese Legende legte den Grund für eine Wallfahrt nach Niederviehbach, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts regen Zulauf hatte.

Die Kloster- und heutige Pfarrkirche St. Maria entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Zwischen 1670 und 1690 erfolgten die umfangreiche Erneuerung des baufälligen Langhauses und der Anbau einer Eingangsvorhalle und Sakristei. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde ein stattliches Ensemble von Altären angeschafft. Im Zentrum des Hochaltars befindet sich heute das steinerne Gnadenbild ?Maria Stifterin? aus der Zeit um 1400. Die südliche Seitenkapelle birgt seit 1587 einen Rotmarmor-Kenotaph des Stifters Berengar von Leonsberg.

Von der mittelalterlichen Klosteranlage ist nur der östliche Trakt, ehemals das Herrenhaus und heute der Pfarrhof, erhalten. Er grenzt an den Chor der Kirche. Die in diesem Flügel befindliche Hauskapelle St. Anna wurde 1233 geweiht.

Das barocke Hauptgebäude, dessen Nordseite als eindrucksvolle Schaufront zum Isartal hin ausgebildet ist, wurde nach Plänen des in Niederbayern vielfach beschäftigten, bedeutenden Baumeisters Johann Michael Fischer in den Jahren 1731 bis 1733 errichtet. 1785 erhöhte man den Ostflügel um ein Geschoss.

In der Säkularisation wurde der Konvent nicht aufgehoben, sondern als ?Aussterbekloster? für die Nonnen beseitigter Klöster weitergeführt. König Ludwig I. schenkte Niederviehbach den Dominikanerinnen des Kloster Hl. Kreuz in Regensburg. Verbunden damit war die Auflage, eine Schule und ein Internat für Mädchen bürgerlichen Standes einzurichten und zu betreiben. So zog wieder klösterliches Leben in Niederviehbach ein. Ab 1847 konnten die ersten Schülerinnen aufgenommen werden. Der neu entstandene Klosterbezirk St. Maria an der Isar der Dominikanerinnen mit Schwesternkirche, Kapitelsaal und einem Erweiterungsbau aus den Jahren 1926/27 schließt sich nördlich an die alte Kirche an. Die Nonnen arbeiten in der angeschlossenen sechsstufigen Mädchenrealschule, die ihren Schülerinnen eine zeitgemäße Mädchenausbildung und -erziehung bietet.

(Christine Riedl-Valder)



 

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