Landshut, Dominikanerkloster


 

GESCHICHTE

Dominikanerkloster Landshut - Von der Kanzel zum Katheder

Der Predigerorden des hl. Dominikus wurde 1271 von Herzog Heinrich XIII. nach Landshut berufen. Die Dominikaner erhielten zunächst eine alte Magdalenenkapelle außerhalb der Stadtmauern. Rasch begann der Bau des Klosters. Die Weihe der Klosterkirche St. Blasius ist erst für das Jahr 1386 belegt. Ein Teil dieser großen Hallenkirche dürfte aber vor diesem Datum schon genutzt worden sein. 
Das Aussehen der Klosteranlage um 1575 dokumentiert das Stadtmodell von Jakob Sandtner. Den Zustand nach dem Neubau eines barocken Konventtraktes um 1699 zeigt ein Stich von Michael Wening. Die noch immer gotische Klosterkirche wurde zwischen 1747 und 1749 renoviert im Stil des Rokoko. Die Fresken schuf Johann Baptist Zimmermann. 
Im Jahr 1800 befahl Kurfürst Max IV. Joseph den Umzug der bayerischen Landesuniversität von Ingolstadt nach Landshut. Zum Hauptgebäude der Universität bestimmte man das Kloster der Dominikaner. Damit war das Schicksal des Konvents bereits besiegelt. Nur die Einwände des Stadtmagistrats und die Kriegsereignisse des Jahres 1800 verschafften noch einen Aufschub. Aber bereits ab dem Sommer 1800 beherbergten die Predigermönche das der Universität angegliederte Priesterseminar Georgianum.
Am 8. April 1802 erfolgte die Aufhebung. Die Dominikaner begaben sich in das schwäbische Kloster Obermedlingen. Ein Teil der Mönche wechselte in den Weltpriesterstand. 
Die Klostergebäude und das Vermögen des Landshuter Konvents fielen an die Universität. Das Georgianum wechselte in das säkularisierte Kloster der Franziskanerinnen von Hl. Kreuz. Im Dominikanerkloster fand nun der allgemeine Lehrbetrieb der Universität statt.
Im Jahr 1826 verlegte König Ludwig I. die Universität nach München. Als Ersatz erhielt die Stadt Landshut das zuvor in München tätige Königliche Appellationsgericht des Isarkreises. Sitz dieser Behörde wurde die bisherige Universität bzw. das ehemalige Kloster (1839 verlegte man das Gericht nach Freising). Zusätzlich bot der große Gebäudekomplex ab 1826 Platz für das Landshuter Gymnasium (seit 1961 Hans-Carossa-Gymnasium), das sein bisheriges Domizil im Jesuitenkolleg durch dessen Umwandlung in eine Kaserne verloren hatte. 1839 zog die Schule in das ehemalige Kloster der Franziskanerinnen von Hl. Kreuz.
1839 verfügte Ludwig I. eine neue Gebietseinteilung des Königreichs. Landshut stieg auf zur Hauptstadt des Kreises (bzw. späteren Bezirks) Niederbayern. Seither befindet sich im vormaligen Dominikanerkloster die Regierung von Niederbayern.

( Christian Lankes )



 

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