Ingolstadt, St. Georg


 

GESCHICHTE
Die Ursulinen von Ingolstadt ? kurze Blüte

Wie die Englischen Fräulein, die Augustinerchorfrauen von Notre Dame, die Servitinnen oder die Salesianerinnen widmeten sich die 1535 in Oberitalien gestifteten Ursulinen überwiegend der Mädchenerziehung. Bis ins 20. Jahrhundert lebten sie in strenger Klausur. Ursulinen wurden zumeist vom jeweiligen Landesherrn berufen.

Um Ingolstadt als Ordensniederlassung konkurrierten im 18. Jahrhundert Ursulinen und Englische Fräulein. Ehe es dem Konvent der Ursulinen aus dem benachbarten Neuburg an der Donau gelang zu Ingolstadt ein Kloster zu gründen, waren die Englischen Fräulein zweimal, nämlich 1707 und 1711, am Widerstand der kurfürstlichen Regierung gescheitert. 1750 erwarben die Ursulinen am Ingolstädter Kornmarkt den Kaisheimer Hof nebst dem angrenzenden Georgskirchlein. Mehr als 30 000 Gulden verschlangen Immobilienkauf und Bauarbeiten. Schon 1751 konnte die Lehranstalt der Ursulinen eröffnet werden. Auch der Bischof von Eichstätt hatte die Neugründung zügig genehmigt. In der Anfangszeit lebten sechs Ursulinen aus dem Neuburger Konvent mit jeweils 2000 Gulden Dotation in Ingolstadt. Bald gelang es weitere Häuser zu kaufen und den Klosterkomplex für 30 Nonnen zu erweitern. Das kurfürstliche Kastenamt Ingolstadt trug mit jährlich 100 Gulden Bargeld, dazu Korn, Brennholz sowie zwei Säcken Salz zum Unterhalt der Ursulinen bei.

Bei der Säkularisation des Jahres 1802 wurden die Ursulinen, wie auch die Elisabethinerinnen und die Englischen Fräulein, vorerst von der Aufhebung ihrer Klöster bzw. Institute verschont und nur der staatlichen Kontrolle unterworfen. Denn sie waren in Bayern im Bereich der Krankenpflege und der Mädchenerziehung zunächst schwer ersetzbar. 1804 erhielten die Ingolstädter Ursulinen sogar die Verantwortung für den Unterricht aller Mädchen der Stadt. Die Schonfrist währte nicht allzu lange. 1810, also zwei Generationen nach seiner Gründung, wurde der Ingolstädter Konvent aufgehoben, die Kirche profaniert und die Klosterfrauen in Zentralklöster, zunächst in Neuburg, dann ab 1813 nach Landshut versetzt.

Im Gegensatz zu den Niederlassungen der Ursulinen in Würzburg, Straubing und Landshut, wurde das Kloster in Ingolstadt in der Regierungszeit König Ludwigs I. nicht wieder neu begründet. Im Aussterbekloster der Ursulinen in Landshut hingegen wurde 1826 die Novizinnenaufnahme wieder gestattet und der Konvent durfte offiziell fortgeführt werden. Straubing und Würzburg folgten 1827 bzw. 1831. 1903 schlossen sich die Kongregationen der bayerischen Ursulinen mit päpstlicher Zustimmung zusammen. Bis 1965 entstanden neue Niederlassungen in Bad Kissingen, München, Schwindegg sowie in Hohenburg in Lenggries.

(Laura Scherr)



 

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