GESCHICHTE



NEUBEGINN

Der Untergang der alten Reichskirche erforderte eine umfassende Neuregelung des Verhältnisses von Katholischer Kirche und Staat. Das bayerische Konkordat von 1817, ein Staatsvertrag zwischen dem Papst und dem König von Bayern, ordnete diese Beziehungen. Der neu errichteten südbayerischen Kirchenprovinz mit dem Erzbistum München und Freising wies es die Bistümer Regensburg, Passau und Augsburg zu. Weiterhin regelte das Konkordat die finanzielle Ausstattung der Bistümer und ihrer Würdenträger. Augsburg bekam ein Domkapitel mit acht Kapitularen.

Die Zirkumskriptionsbulle vom 31. Oktober 1821 legte die Bistumsgrenzen neu fest; die westliche und südliche Diözesangrenze passte man den Grenzen Bayerns an. Im Wesentlichen blieb diese Umschreibung bis heute unverändert.




Bischofsgalerie im Augsburger Dom
Diözese Augsburg

Franz Karl Joseph Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1745-1819)

1818 erhielt Fürst Hohenlohe die Diözese Augsburg. Er verstarb bereits 1819, ohne davon Besitz ergriffen zu haben.





Bischofsgalerie im Augsburger Dom
Diözese Augsburg

Joseph Maria von Fraunberg (1768-1842)

Joseph Maria von Fraunberg entstammte einem alten bayerischen Adelsgeschlecht. Seit 1783 im Domkapitel zu Regensburg, machte er schon während der Säkularisationszeit Karriere im bayerischen Schuldienst. Obwohl seine Nähe zu Montgelas das Misstrauen kirchlicher Kreise weckte, wurde er 1821 zum Bischof von Augsburg geweiht. Der Verwaltungsfachmann schuf die organisatorischen Grundlagen des neuen Bistums. Seine Amtszeit endete 1824 mit der Berufung zum Erzbischof von Bamberg.





Bischofsgalerie im Augsburger Dom
Diözese Augsburg

Ignaz Albert von Riegg (1767-1836)

Ignaz Albert von Riegg war der erste Augsburger Bischof, der nicht dem Adel entstammte. Der Sohn eines Gerbers trat ins Kloster Polling ein und arbeitete bereits vor der Säkularisation im höheren Schuldienst. 1821 wurde er Domherr und Dompfarrer in München und Beichtvater des Königs. Gegen den heftigen Widerspruch des päpstlichen Nuntius, der ihn als Aufklärer verdächtigte, erhielt Riegg 1824 das Bistum Augsburg. Damit verbunden war der persönliche Adelstitel. Als Bischof kümmerte er sich um die Priesterbildung, führte die Reorganisation der Verwaltung fort und visitierte alle Pfarreien seines Sprengels. Im Auftrag Ludwigs I. wirkte er bei der Wiederherstellung des Benediktinerordens mit und schuf so die Voraussetzungen für die Gründung der Benediktinerabtei St. Stephan in Augsburg.





Städtische Kunstsammlungen,
Graphische Sammlung, Augsburg

"Ansicht der Dom-Kirche in Augsburg", Kupferstich von F. J. Steingrübel, 1826

1808, wenige Jahre nach der Annektion der Stadt, ließ das neue Königreich Bayern die alte Pfarrkirche des Domsprengels, St. Johannes, abreißen. Domplatz und Fronhof wurden zum Paradeplatz umgestaltet.





Bayerische Staatsbibliothek, München

Das neue Bistum Augsburg aus: Die Bayerische Monarchie in Bistümer eingetheilt, Nürnberg bey Christoph Fembo, 1817