GESCHICHTE



EIN KATHOLISCHES GYMNASIUM FüR AUGSBURG

Seit 1531 bestand in Augsburg das städtische evangelische Gymnasium bei St. Anna. Die Gründung eines katholischen Gymnasiums 1582 wurde unter anderem von den Fuggern unterstützt. Jesuiten übernahmen Leitung und Unterricht. Mit St. Salvator erhielt das Kolleg eine eigene Kirche. Es überstand sowohl das Verbot des Jesuitenordens 1773/76 wie auch die Säkularisation 1802. Erst 1807 wurde es durch das Königreich Bayern aufgelöst.

1808 vereinigte man St. Anna und St. Salvator zu einem überkonfessionellen Gymnasium. Dies stieß auf Widerstand. Erst der neue König, Ludwig I., war zu einer Trennung der Konfessionen bereit, sofern die Finanzierung gesichert sei. Private Stiftungen ermöglichten, dass 1828 die "königliche katholische Studienanstalt bei St. Stephan" eröffnet werden konnte.

1835 wurde auf Initiative des Königs die Benediktinerabtei St. Stephan gegründet. Sie bekam die Leitung der Schule übertragen.




Gymnasium bei St. Stephan, Augsburg

"Entwurff deß Collegii der Gesellschaft Jesu bey S. Salvator gegen mitternacht", Kupferstich von Jeremias Wolff, um 1720





Städtische Kunstsammlungen,
Graphische Sammlung, Augsburg

"Abriss der Kirche St. Salvator 1871", Zeichnung von Miller, 1872

Nach der Schließung des Kollegs 1807 wurde das Schulgebäude zur Kaserne und die Kirche geschlossen.

1871 riss man sie ab.





Städtische Kunstsammlungen,
Graphische Sammlung, Augsburg

"Ansicht der St. Stephans Kirche und des König. Baier. Montour Magazins", Stich von Franz Thomas Weber, nach 1816

Im Zentrum das unter Äbtissin Maria Antonia von Welden errichtete Stiftsgebäude. Davor sind mehrere Soldaten zu erkennen. Der Anbau, in dem nach Eröffnung des Gymnasiums 1828 die Klassenzimmer eingerichtet wurden, ist vom Nachbargebäude (rechts) verdeckt.





Stiftsarchiv St. Stephan, Augsburg

Garantie-Erklärung, 1828

Neben privaten Stiftungen waren es vor allem Garantie-Erklärungen von Augsburger Bürgern, die die Finanzierung des Umbaus der Stiftsgebäude sicherten.






Staatliche Münzsammlung, München

Den Benediktinern wieder eine Lehranstalt übergeben

Gedenkmünze auf die Übergabe der Studienanstalt St. Stephan an den Benediktinerorden, Friedrich Voigt 1835

Vorderseite: König Ludwig I. von Bayern Rückseite: Die Göttin Minerva übergibt einem Benediktiner zwei Kinder zur Erziehung

St. Stephan sollte eine Vorreiterrolle bei der Wiedereinrichtung der benediktinischen Bildungstradition in Bayern haben. Deshalb widmete der König diesem Ereignis einen eigenen Geschichtskonventionstaler.