GESCHICHTE



DAS HOCHSTIFT AUGSBURG

Das Hochstift Augsburg war der weltliche Herrschaftsbereich des Fürstbischofs. Es erstreckte sich über mehr als 3000 Quadratkilometer von Dillingen bis Füssen und hatte eine Bevölkerung von rund 100.000 Einwohnern. Schon im Mai 1802 hatte sich Bayern von Frankreich dieses Gebiet vertraglich zusichern lassen. Zunächst fi el der innerhalb des Stadtgebiets gelegene Besitz allerdings an die Stadt Augsburg. Der letzte Fürstbischof wurde mit einer reichlichen Pension abgefunden.

Aufgehoben wurde ebenfalls das Augsburger Domkapitel mit 40 Domherrenstellen und großem Grundbesitz. Zu den Aufgaben dieses Gremiums von Geistlichen meist adliger Herkunft gehörte unter anderem die Wahl des Bischofs.




Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Das Hochstift Augsburg, Stich von Hieronymus Sperling, 1783

Ausblick auf die hochstiftischen Gebäude und Ländereien. Im Vordergrund ist der Augsburger Dombezirk, im Zentrum sind Stadt und Schloss von Füssen zu sehen.





Bischofsgalerie im Augsburger Dom
Diözese Augsburg

Clemens Wenzeslaus von Sachsen, der letzte Fürstbischof von Augsburg (1739-1812)

Clemens Wenzeslaus war Sohn des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs Friedrich August II. und Enkel des deutschen Kaisers Joseph I. Nach einer militärischen Laufbahn entschied er sich 1761 für den geistlichen Stand.

Von 1763 bis 1768 war er Fürstbischof von Regensburg und Freising.

1768 erfolgte die Wahl zum Erzbischof und Kurfürsten von Trier. Im selben Jahr wurde er auch Fürstbischof von Augsburg. Seit 1770 war er Koadjutor, später dann Administrator von Ellwangen.

Aus seiner Residenz in Koblenz floh er 1794 vor den französischen Revolutionstruppen nach Augsburg. Durch die Säkularisation 1802/03 verlor er seine restlichen weltlichen Herrschaftsgebiete. Er behielt aber die lebenslangen Nutzung der Residenz in Augsburg und der Schlösser in Marktoberdorf und Hindelang, blieb von Steuern befreit und bekam eine großzügige Pension.

In Marktoberdorf, wo er 1812 verstarb, befindet sich seine Grabstätte.





Städtische Kunstsammlungen,
Graphische Sammlung, Augsburg

Ansicht der bischöflichen Residenz in Augsburg

Stich von F. J. Steingrübel, Anfang des 19. Jahrhunderts





Archiv des Bistums Augsburg

Das Hochstift Augsburg (hier als "Bisthum" bezeichnet) aus: Großer deutscher Atlas von F. J. J. von Reilly, Wien 1791